„Wachstumschance“: Otto-Gruppe expandiert in Osteuropa

Die Otto-Gruppe wittert weiteres Wachstum fernab der deutschen Heimat. Konkret will der Hamburger Handelskonzern in Zukunft gleich mit vier verschiedenen Versendermarken in osteuropäische Märkte expandieren, um damit eine „zusätzliche Wachstumschance für die Unternehmensgruppe“ zu nutzen.

Otto Ungarn
Mit der Marke „Otto“ ist der Konzern bereits in Ungarn aktiv (Bild: Screenshot)

Operativ vorantreiben soll das Osteuropa-Geschäft dabei die österreichische Unito-Gruppe, die ein Tochterunternehmen des Hamburger Konzerns ist und dort organisatorisch zur Baur-Gruppe aus Burgkunstadt gehört. Die österreichischen Kollegen haben zum 01. März 2016 vom Konzern die „Otto Central Europe GmbH“ als neue Tochtergesellschaft übernommen, die derzeit 39 Mitarbeiter in Budapest (Ungarn) beschäftigt. Von hier aus bedient der Otto-Konzern bereits Kunden in Osteuropa über seine Versendermarke „Otto“ (Universalversand), bei der seit einigen Jahren schon Kunden aus Ungarn (Otto.hu), Tschechien (Otto-Shop.cz) und der Slowakei (Otto.sk) bestellen können.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Unito-Gruppe kommissarisch das Osteuropa-Geschäft der „Otto Central Europe GmbH“ übernommen. Im vierten Quartal 2015 wurden daher auch schon Länder-Shops für Kunden in Tschechien, Slowakei und Ungarn von den Versendermarken „Lascana“ (Unterwäsche, Bademode) und „Sheego“ (Plus-Size-Mode) gestartet, die ebenfalls zum Otto-Konzern gehören und das bestehende Geschäft des Konzerns in Osteuropa mit dem Universalversender „Otto“ ergänzen.

„Wir sind kompetent darin, in kleinen Märkten groß zu sein“

Auch weil die insgesamt sechs Länder-Shops von Lascana und Sheego erstmals zum Geschäft beigetragen haben, konnte die Unito-Gruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015/16 (Stichtag: 29. Februar) beim Osteuropa-Geschäft ein zweistelliges Umsatzplus von 19,2 Prozent erzielen. Profitieren konnte die Unito-Gruppe beim Wachstum im vergangenen Geschäftsjahr allerdings auch noch davon, dass beim bestehenden Universalversender Otto das Geschäft verfeinert wurde. Zum einen wurde das Sortiment auf 50.000 Artikel ausgeweitet, zum anderen die Lieferzeiten für Kunden in Osteuropa auf eine Dauer von zwei bis drei Werktagen halbiert. Anmerken muss man in diese Zusammenhang zwar auch, dass das Geschäft der „Otto Central Europe GmbH“ in Osteuropa derzeit erst auf einem niedrigen zweistelligen Millionenbetrag liegt. Das aber soll sich in den nächsten Jahren ändern.

Harald Gutschi
Unito-Geschäftsführer Harald Gutschi (Bild: Otto Group)

Konkret will Unito-Geschäftsführer Harald Gutschi (siehe Foto links) den Umsatz der „Otto Central Europe GmbH“ in den nächsten drei bis fünf Jahren auf rund 50 Mio. Euro erhöhen. Zum einen will er dafür die bestehenden Online-Angebote weiter optimieren, zum anderen weitere Online-Shops von Otto-Marken in osteuropäischen Ländern starten.

„Unsere volle Konzentration gilt vorerst der Realisierung von hohem Wachstum in den drei bestehenden Märkten Tschechien, Slowakei und Ungarn“, verdeutlicht Gutschi im Gespräch mit neuhandeln.de. „Eine Expansion in weitere Märkte sowie der Start von weiteren Marken ist mittelfristig dann ab dem Jahr 2018 geplant.“

Interessant beim Osteuropa-Geschäft ist für Gutschi zum Beispiel die Adria-Region mit den Ländern Slowenien und Kroatien. Bedienen will er diese neuen Märkte aber nicht nur über die Versendermarken Otto, Lascana und Sheego, mit denen die Unito-Gruppe bereits heute in Osteuropa aktiv ist. Auch einen Start der Traditionsmarke „Quelle“ könnte er sich künftig gut in weiteren Ländermärkten vorstellen.

„Wir haben großes Vertrauen in die osteuropäischen Märkte sowie deren Entwicklungspotenzial im E-Commerce“, argumentiert der Unito-Chef. „Wir sind kompetent darin, in kleinen Märkten groß zu sein. Die Konzernzentrale der Otto-Gruppe kümmert sich daher um die großen Märkte der Welt, die zersplitterten, kleinteiligen Märkte Osteuropas sind dagegen besser bei Unito aufgehoben.“

Die „Otto Central Europe GmbH“ beschäftigt in Budapest derzeit 39 Mitarbeiter, die sich um Marketing, Vertrieb, Kundenservice, IT und Finanzen kümmern. Ein eigenes Warenlager in Osteuropa betreibt die Unito-Gruppe nicht, beliefert werden die Kunden aus dem Firmensitz Burgkunstadt der Baur-Gruppe. Es gibt in Osteuropa auch keinen eigenen Einkauf, die „Otto Central Europe GmbH“ bedient sich ausschließlich aus bestehenden Konzernsortimenten.

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Nicht expandieren wird die Unito-Gruppe übrigens nach Russland. Denn hier ist der Otto-Konzern bereits über seine Tochtergesellschaft „Otto Group Russia“ aktiv – unter anderem seit Jahren schon mit einem russischen Online-Shop der Traditionsmarke „Quelle“. Insofern überrascht es nicht, dass die Unito-Gruppe mit Quelle nun auch in andere osteuropäische Märkte expandieren will.

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