Neue Jahreszahlen: Bonprix leidet weiter unter der Konsumzurückhaltung

Nach vorläufigen Zahlen kommt der Mode-Händler Bonprix auf einen gruppenweiten Netto-Umsatz von 1,52 Mrd. Euro im Geschäftsjahr 2023/2024, das am 29. Februar beendet wurde. Im Vergleich mit dem Vorjahr hat sich der Umsatz demnach jetzt allerdings gleich um 14 Prozent reduziert. Denn im vorletzten Geschäftsjahr 2022/2023 war dieser Fashion-Spezialist ja noch auf einen Netto-Umsatz von 1,76 Mrd. Euro gekommen.

Kai Heck
Finanz-Chef Kai Heck (Bild: Bonprix)

Bereits damals aber war der Umsatz gesunken, weil die Konsumzurückhaltung das Geschäft erschwert hatte. In Deutschland – dem Heim- und Kernmarkt der Otto-Tochter – hatte sich der Umsatz daher damals um acht Prozent reduziert.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023/2024 hat sich der Umsatz hierzulande dagegen nur noch um ein Prozent reduziert. Dafür gab es im europäischen Ausland jetzt überwiegend Umsatzrückgänge im jeweils ein- bis zweistelligen Bereich, was Bonprix mit einer „gesunkenen Ausgabebereitschaft“ und einer „starken Konsumzurückhaltung“ begründet.

„Das internationale makroökonomische Umfeld war im zurückliegenden Geschäftsjahr schwierig“, betont daher Kai Heck (siehe Foto), der als Geschäftsführer von Bonprix für die Finanzen zuständig ist. Im vorletzten Geschäftsjahr 2022/2023 sah das noch etwas anders aus. Denn damals hatte das Geschäft in manchen ausländischen Märkten sogar angezogen, während hierzulande der Umsatz ja um acht Prozent gesunken war. Weil Verbraucher nämlich generell mehr auf ihr Geld achten mussten, hatten sich deshalb mehr Konsumenten im Ausland für preisgünstige Mode von Bonprix entschieden. In Deutschland war die Konsumzurückhaltung dafür im Jahr 2022/2023 besonders ausgeprägt, wie Bonprix damals erklärt hatte.

Deutschland-Umsatz fast auf Vorjahresniveau

Dass sich der Umsatz hierzulande jetzt nur noch um ein Prozent reduziert hat, liegt aber nicht zuletzt am Fashion-Spezialisten selbst. „Aufgrund der anhaltenden Preissensibilität und Kaufzurückhaltung haben wir unsere Markt- und Angebotsstrategie angepasst und konnten über flexibel gesteuerte Marketinginvests eine gute Werbeeffizienz beibehalten“, verdeutlicht Finanz-Chef Heck gegenüber neuhandeln.de. Damit konnte Bonprix in den ersten sechs Monaten des abgelaufenen Geschäftsjahres 2023/24 hierzulande sogar noch Zuwächse erzielen und dadurch den deutschen Markt insgesamt fast auf Vorjahresniveau abschließen.

Bonprix wurde im Jahr 1986 gegründet und ist momentan in mehr als 25 Ländern aktiv. In Deutschland macht die Otto-Tochter nach eigenen Angaben fast die Hälfte des Gesamtumsatzes. Das Sortiment umfasst eigene Kleidung und Accessoires für Damen, Herren und Kinder sowie weitere Produkte rund um Home & Living.

Durch die Umsatzrückgänge im Geschäftsjahr 2023/2024 (-14 Prozent) und der Berichtsperiode 2022/2023 (-09 Prozent) datiert das letzte Umsatzplus nun schon aus dem Geschäftsjahr 2021/2022, in dem Bonprix seinen Netto-Umsatz um zehn Prozent auf 1,94 Mrd. Euro steigern konnte. Seitdem hat Bonprix übrigens auch Umsatz verloren, weil sich der Fashion-Händler aus Russland zurückgezogen hatte. Das hatte den Gesamtumsatz im vorletzten Geschäftsjahr 2022/2023 deutlich geschmälert, im Geschäftsjahr 2023/2024 den ausgewiesenen Umsatzrückgang nach Angaben von Bonprix dann aber nur noch geringfügig belastet.