„Schwache Konsumstimmung“: Umsatz von Bike24 reduziert sich zweistellig

Der Spezial-Versender Bike24 hat das vergangene Geschäftsjahr 2023 mit einem Konzernumsatz von 226,3 Mio. Euro abgeschlossen. Zum Vorjahr hat sich der Netto-Umsatz damit aber um 13 Prozent reduziert. Denn im Geschäftsjahr 2022 hatte der Online-Händler ja einen Netto-Umsatz von 261,5 Mio. Euro eingefahren.

Andrés Martin-Birner
CEO Andrés Martin-Birner (Bild: Bike24)

Dass sich der Umsatz bei Bike24 im Jahr 2023 spürbar reduziert hat, dürfte Leser von neuhandeln.de kaum überraschen. Schließlich hatte der Bike-Spezialist aus Dresden erst im vergangenen Herbst in Aussicht gestellt, dass sich der Umsatz im Geschäftsjahr 2023 voraussichtlich um elf bis 16 Prozent reduzieren wird.

Der Umsatzrückgang von Bike24 überrascht auch insofern nicht, da der ganze Online-Handel im Jahr 2023 rückläufig war. Laut E-Commerce-Verband BEVH haben Käufer hierzulande zum Beispiel im Jahr 2023 insgesamt fast zwölf Prozent weniger für Waren im E-Commerce ausgegeben als noch 2022.

So gesehen hat sich das Geschäft von Bike24 ähnlich entwickelt wie der ganze E-Commerce-Markt. Das Umsatzminus begründet Bike24 daher passend dazu auch mit einer „schwachen Konsumstimmung in den Kernmärkten“ im Geschäftsjahr 2023. Diese macht sich vor allem beim Handel mit Zubehör bemerkbar, wo sich der Umsatz sogar um 19 Prozent reduziert hat. Im Komplettrad-Segment hat es dafür ein Plus von 25 Prozent gegeben. Dass sich die zwei Segmente unterschiedlich entwickelt haben, lässt sich nachvollziehen.

Plus bei Rädern, Minus bei Zubehör

So begründet Bike24 das Umsatzwachstum bei Fahrrädern im Geschäftsbericht damit, dass der „Trend zu nachhaltiger Mobilität weiter ungebrochen“ sei. Auf der anderen Seite dagegen halten sich Kunden bei nicht-essenziellen Produkten zurück, wie der Bike-Spezialist erklärt. In Fahrrad-Zubehör wird demnach also derzeit nur dann investiert, wenn es auch unbedingt sein muss. Verständlich, wenn Konsumenten derzeit mehr auf ihr Geld achten. Den Löwenanteil von dem Konzernumsatz – genau genommen 81 Prozent – macht Bike24 allerdings mit Teilen, Zubehör und Kleidung und nur 19 Prozent vom Gesamtumsatz mit Kompletträdern. Die positive Entwicklung hier gleicht daher nicht eine negative Entwicklung beim Kerngeschäft der Gruppe aus.

Verschlechtert hat sich neben dem Umsatz auch das Ergebnis. So hat sich das bereinigte EBITDA von 9,7 Mio. Euro (2022) auf -2,9 Mio. Euro (2023) reduziert, was mit außergewöhnlich hohen Abschreibungen auf Vorräte und einem stark rabattgeprägten Umfeld erklärt wird. Die bereinigte EBITDA-Marge liegt nun bei rund -1,3 Prozent und damit leicht unter dem Zielkorridor aus dem Oktober 2023 (-1 Prozent bis +1 Prozent).

Prognose zweimal angepasst

Bike24 wurde im Jahr 2002 gegründet. Im Angebot sind neben Fahrrädern auch Ausrüstung, Fahrradteile und Kleidung. Neben einem deutschen Online-Shop gibt es noch lokalisierte E-Commerce-Portale für Kunden in Österreich, Spanien, Frankreich, Italien, Holland, Belgien und Luxemburg. Über einen englisch-sprachigen Online-Shop werden Kunden in weiteren Ländern bedient. Vom Gesamtumsatz 2023 wurden 146,9 Mio. Euro in der DACH-Region generiert, 45,4 Mio. Euro über die weiteren Länder-Shops sowie 24,2 Mio. Euro mit Kunden im übrigen Europa und noch 9,9 Mio. Euro mit Verbrauchern außerhalb von Europa.

Ursprünglich war der Online-Händler davon ausgegangen, im Jahr 2023 ein Umsatzplus von bis zu zehn Prozent erreichen zu können (Korridor: 0 bis +10 Prozent). Im Juli 2023 hatte Bike24 die Prognose erstmals angepasst und dabei ein Umsatzminus zwischen fünf und zehn Prozent in Aussicht gestellt. Im Oktober 2023 wurde die Prognose ein zweites Mal korrigiert und ein Umsatzrückgang von elf bis 16 Prozent in Aussicht gestellt. Beim Ergebnis hielt Bike24 an der angepassten Prognose aus dem Juli fest. Der Händler rechnet seitdem damit, eine bereinigte EBITDA-Marge von -1 bis +1 Prozent im Jahr 2023 zu erzielen. Die ursprüngliche Prognose im März hatte bei einer bereinigten EBITDA-Marge von 0 bis 3,5 Prozent gelegen.

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