Trotz Konsumflaute: Umsatz von Westwing fast so hoch wie im Vorjahr

Nach den vorläufigen Jahreszahlen hat Westwing seine geprüften Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2023 veröffentlicht. In den Büchern steht demnach ein Netto-Umsatz von 429 Mio. Euro, der damit nur ein wenig unter dem Wert aus dem Vorjahr liegt (2022: 431 Mio. Euro). Der Umsatz liegt dadurch – wie Anfang 2024 erwartet wurde – in der oberen Hälfte der prognostizierten Spanne von 390 Mio. Euro bis 440 Mio. Euro.

Westwing
Neue Marken-Kampagne (Bild: Westwing)

Mit einem Netto-Umsatz von 429 Mio. Euro konnte Westwing das Geschäftsjahr 2023 quasi auf dem Niveau des Vorjahres beenden. Dabei hatten ja auch dem Interior-Spezialisten eine „anhaltend schlechte Verbraucherstimmung“ als auch „makroökonomische Unsicherheiten“ das Geschäft erschwert, wie es jetzt im Geschäftsbericht für das Jahr 2023 heißt (ab Seite 48 im PDF nachzulesen).

Dem schwierigen Marktumfeld und dem niedrigen Konsumklima bei „Home & Living“ konnte Westwing aber mit verschiedenen Maßnahmen begegnen. So wurde zum Beispiel das Produktangebot verbessert, wie Westwing berichtet.

Dabei wurde zum einen das Angebot an Private-Label-Produkten unter der hauseigenen Marke erweitert (Westwing Collection), zum anderen hat der Interior-Spezialist nach eigenen Angaben auch „attraktive Premiummarken-Partner“ akquiriert. Im Frühjahr 2023 wurde zudem der Online-Shop überarbeitet. Dabei wurden die zwei Shopping-Portale „Westwing“ und „Westwing Now“ miteinander verschmolzen, die zuvor getrennt voneinander betrieben wurden. Bei Westwing bekamen Nutzer nur wechselnde Aktionen geboten, die registrierten Nutzern vorbehalten waren. Bei dem Now-Portal dagegen gab es Produkte, die regulär im Sortiment und öffentlich sichtbar waren. Seit dem Relaunch können Nutzer auf einer Website zwischen den beiden Angeboten wechseln, womit Westwing nach eigenen Angaben das Nutzererlebnis verbessert hat.

Turnaround geschafft

Nach eigenen Angaben hat Westwing im vergangenen Jahr zudem seine Markenwahrnehmung und seine Markenbekanntheit gesteigert. Nachvollziehbar. Schließlich gab es in der zweiten Jahreshälfte 2023 einen Marken-Relaunch und eine neue Marken-Kampagne (siehe Foto oben). Passend dazu hat Westwing dann auch im dritten Quartal 2023 den Turnaround geschafft und wieder ein Umsatzplus erreicht, nachdem der Umsatz in den ersten beiden Quartalen 2023 noch gesunken war. Auch im vierten Quartal 2023 wurde der Umsatz leicht gesteigert. Verbessert hat sich im gesamten Jahr außerdem das bereinigte EBITDA, das von -4 Mio. Euro (2022) auf 18 Mio. Euro (2023) gestiegen ist. Auch bei der Profitabilität liegt der Online-Shop damit in der oberen Hälfte der aktualisierten und erhöhten Prognose von +13 Mio. Euro bis +19 Mio. Euro.

„Wir haben in der zweiten Jahreshälfte trotz schwieriger Marktbedingungen ein profitables Wachstum erzielt“, freut sich daher auch Andreas Hoerning, CEO von Westwing. Verbessert hat sich das Ergebnis, weil Kosten eingespart wurden und Westwing mehr Produkte aus seiner margenstarken „Westwing Collection“ verkaufen konnte. So haben Produkte der Eigenmarke im Geschäftsjahr 2023 einen Anteil von 47 Prozent am Brutto-Warenvolumen erreicht. Im Jahr zuvor lag dieser Anteil erst bei 41 Prozent. Strategisches Ziel bleibt, dass einmal mindestens 50 Prozent vom Brutto-Warenvolumen über die Eigenmarke generiert werden.

Shop-Start in Portugal geplant

Westwing war im Jahr 2011 als Shopping-Club gestartet. Vermarktet wurden daher zunächst nur wechselnde Angebote, die registrierten Mitgliedern vorbehalten waren. Um das Geschäft auszubauen, wurde 2015 mit „Westwing Now“ zusätzlich ein regulärer Online-Shop gestartet. Um diesen zu besuchen, mussten Kunden ein separates Shop-Portal aufrufen, seit Frühjahr 2023 gibt es beide Online-Angebote auf einer Website. Auf so eine Strategie setzt Westwing bei allen Länder-Shops, über die momentan Kunden in elf Ländern bedient werden. In diesem Jahr will Westwing weiter expandieren und sein Online-Angebot in Portugal einführen.

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