„Sind in Offensive gegangen“: Witt-Gruppe erreicht erstmals einen Milliarden-Umsatz

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Hoch zufrieden ist die Witt-Gruppe damit, wie sich das vergangene Geschäftsjahr 2020/2021 (Ende: 28. Februar) entwickelt hat. Kein Wunder. Denn die Otto-Tochter kommt jetzt auf einen Netto-Umsatz von 1,09 Mrd. Euro – und hat damit erstmals überhaupt die magische Marke von einer Milliarde getoppt.

Wolfgang Jess
Wolfgang Jess (Bild: Witt-Gruppe)

Zum Vergleich: Im Vorjahr hatte die Witt-Gruppe erst einen Netto-Umsatz von 856 Mio. Euro eingefahren. Zum Vorjahr hat die Otto-Tochter also um rund 27 Prozent zugelegt. Dieses starke Wachstum überrascht. Denn die Gruppe ist ja auf den Mode-Handel spezialisiert, der wegen Corona im Jahr 2020 alles andere als einfach war. Zudem verkauft der Konzern über rund 120 Filialen im stationären Einzelhandel, die zeitweise schließen mussten.

Trotzdem steht nun ein neuer Rekordumsatz in den Büchern der Witt-Gruppe. Doch das liegt nicht zuletzt an einem prominenten Neuzugang.

Denn seit März 2020 – also dem Start in das Geschäftsjahr 2020/21 – wird erstmals das Geschäft von Heine bei der Witt-Gruppe verbucht. Dieser Versender ist auf Mode spezialisiert und gehört ebenfalls zur Otto-Gruppe aus Hamburg. Diese hatte im Herbst 2019 entschieden, das operative Geschäft von Heine künftig in der Witt-Gruppe zu steuern. Dadurch sollte Heine von günstigeren Einkaufspreisen profitieren und die Witt-Gruppe im Gegenzug ihr Portfolio um eine weitere Händler-Marke ergänzen.

Heine-Versand befeuert Witt-Umsatz

Dieser Plan scheint aufzugehen. Auf Nachfrage von neuhandeln.de betont die Witt-Gruppe nämlich, dass man mit der Entwicklung von Heine „sehr zufrieden“ sei und der Versender von Damenmode im „niedrigen einstelligen Bereich“ wachsen konnte. Das gilt auch für die Witt-Gruppe, wenn man Heine einmal außen vor lässt. Denn auf vergleichbarer Basis konnte der Multichannel-Händler seinen Umsatz um rund 1,5 Prozent steigern. Damit liegt das Wachstum zwar unter den fünf Prozent, die man bei der Otto-Tochter noch ein Jahr zuvor verbuchen konnte. Das Mini-Plus von 1,5 Prozent ist aber trotzdem ein beachtlicher Erfolg. Schließlich hat Corona der Witt-Gruppe ja das Geschäft deutlich erschwert.

In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2020/2021 war der Umsatz daher gesunken. Denn im Frühjahr 2020 mussten nicht nur viele Ladengeschäfte im Lockdown schließen. Gerade bei Bekleidung und Schuhen hatten sich Verbraucher auch beim Versandhandel zurückgehalten. Schließlich war durch die Ausgangsbeschränkungen der Bedarf an Fashion bei Konsumenten in Deutschland gesunken. Doch diese anfängliche Kaufzurückhaltung und die zeitweise Schließung der Filialen konnte die Witt-Gruppe dann dadurch auffangen, dass der Online-Umsatz angezogen hat. „Wir sind mit zusätzlichen Aktionen wie Newsletter-Kampagnen in die Offensive gegangen“, erklärt Witt-Chef Wolfgang Jess (siehe Foto).

Umsatz Witt-Gruppe
Die Witt-Gruppe konnte ihren Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr 2020/2021 stark erhöhen

So wurde unter anderem mit versandkostenfreien Lieferungen, Gratis-Zugaben und Rabatt-Aktionen geworben. Schwierig blieb zwar das Geschäft mit anlassbezogener Mode – kein Wunder, wenn Events oder Feiern weiter ausbleiben. Beliebt hingegen waren Wäsche, Heimtextilien und freizeitorientierte Mode – also Textilien für Zuhause. Beim Filial-Geschäft musste die Gruppe über das ganze Jahr aber trotzdem einen zweistelligen Umsatzeinbruch hinnehmen. Dennoch habe der Multichannel-Händler sein erklärtes Ziel erreicht, das Geschäftsjahr 2020/2021 mit einem guten Gewinn abzuschließen.

Die Witt-Gruppe ist auf den Handel mit Textilien spezialisiert und bedient Best Ager. An diese Kunden verkauft das Unternehmen aus dem Otto-Konzern in zehn Ländern mit zehn Versender-Marken. Dazu zählen unter anderem Création L als auch Moda Vilona sowie der Heine-Versand und Witt Weiden. Mit dieser Händler-Marke verkauft die Gruppe zudem noch über 120 Filialen im stationären Einzelhandel.

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Über Stephan Randler 2910 Artikel
Stephan Randler (42) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.