„Rückkehr zur Profitabilität“: Heine-Versand wird umgebaut

Die Otto-Gruppe richtet ihren Mode-Versender Heine neu aus. Denn ab dem nächsten Geschäftsjahr 2020/2021 (Start: 01. März) soll die für das operative Geschäft zuständige „Heinrich Heine GmbH“ aus der Witt-Gruppe heraus gesteuert werden, die auch zum Otto-Konzern gehört. Das habe der Vorstand der Otto-Gruppe entschieden, wie die Witt-Gruppe auf Nachfrage von neuhandeln.de verdeutlicht.

Heine Online-Shop
Heine Online-Shop (Bild: Screenshot)

Die Heine-Integration in die Witt-Gruppe soll demnach die „Zukunftsfähigkeit“ des Mode-Versenders sichern und zudem eine „Rückkehr zur Profitabilität“ vom Heine-Versand ermöglichen, der sich nach Angaben der Otto-Gruppe in einer „herausfordernden Ausgangssituation“ befindet und unter anderem mit Umsatzrückgängen zu kämpfen hat.

Geplant ist daher, dass Heine als eigenständige Marke in das Handelskonzept der Witt-Gruppe integriert wird. So sollen der Umsatz gesteigert, die Kosten reduziert, die Sortimentsproduktivität erhöht und Synergien genutzt werden.

Konkret soll Heine zum Beispiel im Witt-Verbund von günstigeren Einkaufspreisen profitieren. Parallel ergänzt die Witt-Gruppe ihr bereits bestehendes Marken-Portfolio für die Zielgruppe 50plus um eine weitere Marke, die sich an Best Ager richtet. So stelle sich die Witt-Gruppe breiter und attraktiver auf.

Heine hat im zurückliegenden Geschäftsjahr einen Netto-Umsatz von rund 238 Mio. Euro verbucht. Zum Ergebnis äußert sich die Otto-Gruppe nicht. In der bisherigen Konstellation sei die Zukunftsfähigkeit von Heine gefährdet, weil nicht zuletzt der Wettbewerbsdruck noch einmal grundsätzlich angestiegen sei.

Interessant: Während die Witt-Gruppe ihren Firmensitz in Weiden in der Oberpfalz hat, wird Heine zur Zeit noch von Karlsruhe aus gesteuert. Trotz der Umbauten soll Karlsruhe als Standort erhalten bleiben. Inwieweit es dort zu einer Reduzierung der momentan rund 350 Mitarbeiter kommen wird, könne man aktuell nicht beziffern. Das sei Teil der laufenden Beratungen und Verhandlungen mit dem Betriebsrat.

Die Witt-Gruppe ist in elf Ländern mit acht Marken aktiv. Zu diesen gehören neben „Création L“ und „Witt International“ unter anderem auch noch „Moda Vilona“ und „Your Look for less“. In Deutschland bekannt ist wohl vor allem die Hauptmarke „Witt Weiden“. Kernsortiment sind Textilien, die an Best Ager verkauft werden. Der Heine-Versand wiederum wurde 1951 gegründet, gehört seit Mitte der 70er Jahre zur Otto-Gruppe und hat Frauen zwischen 40 und 50 Jahren als Kernzielgruppe. Über den Online-Shop bedient man Kunden in fünf europäischen Ländern, zusätzlich verkauft man über Print-Kataloge.

Bereits Ende 2015 wurden Stellenstreichungen bei Heine angekündigt, um so auf die „Wettbewerbs- und Ergebnissituation“ zu reagieren. Schon vor dreieinhalb Jahren wurde der Stellenabbau mit dem Argument begründet, so die Zukunft des Textilversenders zu sichern. Doch es hat wohl nicht gereicht.

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Über Stephan Randler 2287 Artikel
Stephan Randler (40) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr