Witt-Umsatz: Boom beim Online-Geschäft gleicht Corona-Delle fast ganz aus

Auf neuhandeln.de hatte ich bereits vor einem Monat berichtet, dass die Witt-Gruppe in dem laufenden Geschäftsjahr 2020/21 (Ende: 28. Februar) ihren Umsatz voraussichtlich leicht steigern wird. Doch für die ersten sechs Monate der aktuellen Berichtsperiode ergibt sich nun noch ein anderes Bild. Denn von Anfang März bis Ende August 2020 hat es ein Umsatzminus im niedrigen einstelligen Bereich gegeben.

Witt-Gruppe
Die Witt-Gruppe wächst online stark (Bild: Witt)

Kein Wunder. So erschwerten die Corona-Pandemie und der Lockdown im Frühjahr zwangsläufig auch der Otto-Tochter das Geschäft. So musste die Witt-Gruppe über mehrere Wochen die Filialen ihrer Vertriebsmarke „Witt Weiden“ schließen, zu der rund 120 Geschäfte in Deutschland gehören.

Im Gegenzug hat dafür im ersten Geschäftshalbjahr 2020/21 das Geschäft im E-Commerce zugelegt, wo die Witt-Gruppe über alle Länder und Marken ein Umsatzplus von elf Prozent online erzielte. Dadurch konnte die Otto-Tochter die Umsatzverluste aus dem stationären Handel zum Großteil ausgleichen.

Und das ist nicht gerade selbstverständlich. Denn in diesem Frühjahr waren ja nicht nur Ladengeschäfte geschlossen. Gerade bei Bekleidung und Schuhen hatten sich Verbraucher auch beim Versandhandel spürbar zurückgehalten. Schließlich war durch die Ausgangsbeschränkungen der Bedarf an Fashion bei Konsumenten in Deutschland gesunken. Doch gerade Mode ist ja das Kernsortiment der Witt-Gruppe.

Für Online-Wachstum „in die Offensive“ gegangen

Für das zweistellige Online-Wachstum im ersten Halbjahr 2020/21 gibt es daher mehrere Gründe. Zum einen konnte auch die Witt-Gruppe generell davon profitieren, dass Verbraucher mehr online kauften als vor der Corona-Krise. Zum anderen hat die Otto-Tochter mehr online geworben und dazu Kunden mit Kaufanreizen wie versandkostenfreien Lieferungen, Gratis-Zugaben und Rabatt-Aktionen geködert.

„Während andere Händler auf den Umsatzeinbruch im März und April mit Zurückhaltung reagierten, sind wir in die Offensive gegangen“, freut sich Michael Binder, Teamleiter Web Controlling & Analyse.

Die Witt-Gruppe ist auf den Handel mit Textilien spezialisiert und bedient Best Ager. An diese Kunden verkauft das Unternehmen aus dem Otto-Konzern in zehn Ländern mit zehn Versender-Marken. Dazu zählen unter anderem „Création L“ als auch „Moda Vilona“ sowie der Heine-Versand. Das vergangene Geschäftsjahr 2019/20 hatte die Gruppe mit einem Netto-Umsatz von 856 Mio. Euro abgeschlossen.

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Über Stephan Randler 2653 Artikel
Stephan Randler (41) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.

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