So lief das Geschäftsjahr 2022 bei Bike24, Westwing, Home24 & Mister Spex

In diesen Tagen haben einige Online-Händler ihre Geschäftszahlen für das vergangene Jahr bekannt gegeben. Unsere Übersicht zeigt daher auf, wie sich der Umsatz und das Ergebnis bei prominenten Marktteilnehmern entwickelt haben. Updates gibt’s von Westwing, Mister Spex, Bike24 und Home24.

Umsatz von Westwing sinkt zweistellig

Andreas Hoerning
CEO Andreas Hoerning (Bild: Westwing)

Mit einem Netto-Umsatz von 431 Mio. Euro hat Westwing das Geschäftsjahr 2022 beendet. In den Büchern steht damit aber nun ein Minus von 18 Prozent, schließlich war der Spezialist für Möbel, Heimtextilien und Accessoires ein Jahr zuvor noch auf einen Netto-Umsatz von 522 Mio. Euro gekommen. Dass der Umsatz deutlich gesunken ist, wundert die Verantwortlichen bei Westwing nicht.

„Im Jahr 2022 sahen wir uns mit einem sehr schwierigen makroökonomischen Umfeld mit schwacher Verbraucherstimmung konfrontiert“, argumentiert Andreas Hoerning, der seit dem vergangenen Jahr der neue CEO von Westwing ist.

Verschlechtert hat sich auch das Ergebnis. So hat sich das bereinigte EBITDA von zuvor 40 Mio. Euro (2021) auf gleich -4 Mio. Euro (2022) reduziert. Das begründet Westwing mit dem Umsatzrückgang, durch den sich die Skalierungseffekte bei Logistik und Verwaltungskosten erheblich verschlechtert hätten.

Wegen des schwierigen Marktumfeldes hatte Westwing bereits im März 2022 mit einer Umsatzentwicklung von -12 bis +3 Prozent gerechnet, diese Prognose im August 2022 aber noch einmal nach unten korrigiert (-22 bis -14 Prozent). Mit einem Rückgang von 18 Prozent hat Westwing nun seine aktualisierte Prognose erfüllt. Im Hinblick auf das Ergebnis wurden bereits Maßnahmen umgesetzt, um so die Kosten zu senken.

Mister Spex kann einstellig wachsen

Mister Spex
Filiale von Mister Spex (Bild: Mister Spex)

Einen Netto-Umsatz von 210 Mio. Euro konnte wiederum Mister Spex im Jahr 2022 erreichen. Zum Vorjahr entspricht das zwar einem Plus von acht Prozent. Damals war der Multichannel-Optiker aber noch um 18 Prozent auf 194 Mio. Euro gewachsen. Ursprünglich hatte Mister Spex deshalb auch für 2022 mit einem Wachstum gerechnet, das leicht über der Zuwachsrate von 2021 liegt.

Doch Ukraine-Krieg, hohe Energiepreise und steigende Lebenshaltungskosten haben ab dem zweiten Quartal 2022 auch das Jahr bei Mister Spex geprägt und dafür gesorgt, dass die Nachfrage nach Brillen im Jahresverlauf gesunken ist.

Das Wachstum von acht Prozent liegt nun in dem Rahmen von sieben bis zwölf Prozent, der im September 2022 als neue Jahresprognose ausgegeben wurde. Das bereinigte EBITDA hat sich von 4,1 Mio. Euro (2021) auf -8,3 Mio. Euro (2022) verschlechtert. Das begründet Mister Spex im Geschäftsbericht unter anderem mit höheren Personalkosten und einer schlechteren Brutto-Marge. Um die Profitabilität zu steigern, wurde im Herbst 2022 das Programm „Lean 4 Leverage“ gestartet. Hier wird seitdem unter anderem das Marketing-Budget optimiert, was sich bereits im 4. Quartal 2022 und im Gesamtjahr 2022 bemerkbar gemacht habe.

Bike24 wächst erneut – aber schwächer als im Vorjahr

Andrés Martin-Birner
Andrés Martin-Birner (Bild: Bike24)

Um 4,5 Prozent erhöht hat sich der Netto-Umsatz bei Bike24. Dadurch steht ein Wert von 261,5 Mio. Euro in den Büchern. Auch bei Bike24 war das Wachstum ein Jahr zuvor mit einem Plus von 25,6 Prozent deutlich stärker ausgefallen.

Zunächst hatte Bike24 für 2022 ein Plus von zehn bis 17 Prozent prognostiziert. Seit Sommer 2022 wurde aber wegen der schwierigen Marktlage nur noch mit einer Entwicklung von -5 bis +5 Prozent gerechnet. Nun liegt Bike24 am oberen Ende der angepassten Prognose. „Trotz Konsumzurückhaltung konnten wir ein zufriedenstellendes Ergebnis erreichen“, betont CEO Andrés Martin-Birner.

Deutlich verschlechtert hat sich allerdings das bereinigte EBITDA, das von zuvor 30,6 Mio. Euro (2021) auf 9,7 Mio. Euro (2022) gesunken ist. Laut Bike24 waren Kosten für Material und Personal überproportional gestiegen. Dabei war es nicht immer möglich, Preiserhöhungen vollständig an die Kunden weiterzugeben.

Umsatz von Home24 geht zurück

Marc Appelhoff
CEO Marc Appelhoff (Bild: Home24 SE)

Mit einem Netto-Umsatz von 601 Mio. Euro hat Home24 das Jahr 2022 beendet. Zum Vorjahr ist das währungsbereinigt ein Minus von fünf Prozent. Denn 2021 kam der Möbel-Spezialist auf einen Netto-Umsatz von 616 Mio. Euro. Damals konnte Home24 währungsbereinigt sogar um 27 Prozent zulegen. Zunächst hatte man für das Jahr 2022 mit einer Entwicklung von +2 bis +17 Prozent gerechnet, diese Prognose aber dann zur Jahresmitte 2022 auf -7 bis +3 Prozent reduziert.

Erfreulich entwickelt hat sich das bereinigte EBITDA, das von zuvor 1,5 Mio. Euro (2021) auf gleich 15,2 Mio. Euro (2022) gestiegen ist.

Das begründet Home24 damit, dass man in einem schwachen Marktumfeld frühzeitig die Einkaufsmengen angepasst habe. Dadurch konnte Home24 einen „signifikanten Abverkaufsdruck“ vermeiden. „Wir haben frühzeitig auf das herausfordernde Marktumfeld reagiert und im Kontext der Marktentwicklung ein gutes Ergebnis in 2022 erreicht“, freut sich daher CEO Marc Appelhoff. Zu den Umsatzerlösen des Konzerns hat übrigens die Butlers-Gruppe insgesamt 85,2 Mio. Euro beigetragen, die seit April 2022 zu Home24 gehört. Ohne Butlers hätte Home24 im vergangenen Geschäftsjahr 2022 also deutlich weniger Umsatz erreicht.

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