Auch wegen Marktplatz-Strategie: Otto schließt separaten Sofa-Shop „Cnouch“

Der Online-Händler Otto trennt sich erneut von einem Sub-Shop. Nicht mehr zum Shop-Portfolio zählt nämlich das Sofa-Portal Cnouch.de, über das Polstermöbel angeboten wurden. Wer deshalb jetzt das entsprechende Shopping-Angebot besuchen möchte, landet nun über eine Weiterleitung bei Otto.de.

Cnouch.de
Cnouch.de wurde jetzt eingestellt (Screenshot)

So war das beim Start im Frühjahr 2014 natürlich nicht geplant. Denn mit dem zusätzlichen Shop wollte Otto nicht zuletzt gerade solche Verbraucher erreichen, die zuvor nicht bei Otto bestellt hatten oder dort nicht einkaufen wollten. Ein weiteres strategisches Ziel bestand darin, mit dem Spezial-Shop eine höhere Sichtbarkeit im Internet für ein Nischensortiment zu erreichen.

Deswegen war das Shopping-Portal auf Polstermöbel zugeschnitten. Und passend dazu lautete das Motto des Otto-Ablegers: „Das ist mein Sofa“. Im Angebot waren Produkte, die zeitgleich auch bei Otto.de gelistet wurden.

Diese Strategie hat Otto nun aus zwei Gründen verworfen. Zum einen habe das separate Sofa-Portal nicht mehr genug Umsatz erwirtschaftet, damit sich der zusätzliche Aufwand für Marketing und Shop-Betrieb von Cnouch.de noch rechnet. Zum anderen profitiere Otto aber auch zunehmend von seiner Marktplatz-Strategie. Bei Otto.de bieten daher immer mehr externe Händler ihre Artikel an, zu denen auch Möbel gehören. Bei Cnouch.de dagegen wurden nur Produkte gelistet, die Otto selbst verkauft.

Marktplatz-Strategie ist für Otto jetzt wichtiger

Um das Nischen-Portal up-to-date zu halten, hätte Otto hier also immer mehr Artikel von Drittanbietern einpflegen müssen. Das sei aber mit einem weiteren Aufwand verbunden und widerspreche außerdem der aktuellen Strategie, das Shopping-Portal Otto.de zu einem zentralen Online-Marktplatz aufzubauen.

Diese Marschroute hatten die Hanseaten übrigens ja erst im Frühjahr 2017 ausgegeben – nachdem Cnouch.de bereits einige Jahre am Markt war. Gut möglich daher, dass weitere Sub-Shops vom Markt verschwinden. Denn Nischenprodukte verkauft Otto noch über Sub-Shops wie Schlafwelt (Matratzen), Naturloft (Landhausmöbel) und Your Home (Wohnen). Diese Sub-Shops wurden ebenfalls gestartet, bevor die Marktplatz-Strategie aktuell wurde. Schwer vorstellbar aber, dass Otto langfristig weiter auf eine Multishop-Strategie mit kleinen Nischen-Portalen setzt. Denn heute spricht viel mehr dafür, alle Kräfte an einer Stelle zu bündeln und mit dem Otto-Marktplatz eine Amazon-Alternative zu schaffen.

Dabei sind Sub-Shops an sich eine gute Idee. Denn bei Spezial-Angeboten kann man das Marketing auf eine Produktkategorie zuschneiden. So lässt sich erreichen, dass Spezial-Shops bei Suchanfragen nach entsprechenden Produkten gut gelistet werden. Dadurch können Händler neue Kunden erreichen, die sonst vielleicht nicht bei ihnen kaufen würden. Deshalb hatte Otto erst unter Otto-Baumarkt.de einen Sub-Shop gestartet, der auf den Online-Handel mit DIY-Artikeln zugeschnitten ist. Dieser Shop ist nach wie vor online, während andere Angebote wie Plenty One oder Paul-Paula längst begraben wurden.

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Über Stephan Randler 2913 Artikel
Stephan Randler (42) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.

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