Nach Integration in Witt-Gruppe: „Heine endlich wieder in der Erfolgsspur“

Der Heine-Versand hat das vergangene Geschäftsjahr 2021/22 mit einem Netto-Umsatz von 247 Mio. Euro abgeschlossen, das am 28. Februar 2022 beendet wurde. Damit steht nicht nur ein Plus von acht Prozent in den Büchern. Der Spezialist für Damen-Mode konnte jetzt auch zum zweiten Mal in Folge zulegen. Denn bereits im Jahr zuvor war der Netto-Umsatz bei Heine wieder leicht gestiegen, nachdem der Händler aus der Otto-Gruppe in der Vergangenheit mit Umsatzrückgängen zu kämpfen hatte.

Patrick Boos
Patrick Boos (Bild: Witt-Gruppe)

„Heine ist endlich wieder in der Erfolgsspur“, freut sich daher auch Patrick Boos (siehe Foto links), der die Witt-Gruppe seit Anfang des Jahres leitet. Dass es nun besser läuft, liegt nämlich nicht zuletzt an der Witt-Gruppe.

Denn über diese Otto-Tochter wird bereits seit Herbst 2019 das operative Geschäft von Heine gesteuert. Denn mit diesem Schritt wollte die Otto-Gruppe die „Zukunftsfähigkeit“ des Mode-Händlers sichern und Heine eine „Rückkehr zur Profitabilität“ ermöglichen. Das Jahr 2021/2022 ist schon die zweite Berichtsperiode, in der Heine komplett bei Witt angesiedelt ist.

Und das mit Erfolg. Denn bereits in dem vorletzten Geschäftsjahr 2020/2021 konnte der Heine-Versand durch den Zusammenschluss mit der Witt-Gruppe nach eigenen Angaben in der IT und in der Logistik „erhebliche“ Synergieeffekte erzielen. Auch bei der Beschaffung hatte man Kompetenzen bündeln und Kosteneinsparungen realisieren können. Wie sich das Ergebnis von Heine im kürzlich abgelaufenen Geschäftsjahr 2021/22 entwickelt hat, verrät die Witt-Gruppe zwar leider nicht. Doch auf Nachfrage von neuhandeln.de heißt es dafür immerhin, dass Heine „definitiv wieder zurück in der Gewinnzone“ sei.

Gesamte Witt-Gruppe wächst um 13 Prozent

Den Umsatz steigern konnte Heine wiederum, weil es eine hohe Nachfrage nach Produkten rund um Home & Living gegeben habe. Schließlich sind Heimtextilien und Möbel ein wichtiger Bestandteil des Sortiments neben Damenmode-Oberbekleidung (DOB). Hier wurde generell die Warenpräsentation überarbeitet und das Angebot ausgebaut beim Heine-Versand, der sowohl Kunden in der DACH-Region bedient als auch an Verbraucher in Holland und Frankreich verkauft (hier mit der Zweitmarke Helline).

Wachsen konnte im Geschäftsjahr 2021/2022 aber nicht nur Heine, sondern auch die gesamte Witt-Gruppe. Hier hat sich der Netto-Umsatz um 13 Prozent erhöht und dadurch einen Wert von 1,231 Mrd. Euro erreicht. Im vorletzten Geschäftsjahr 2020/21 war das Wachstum auf vergleichbarer Basis mit einem Mini-Plus von 1,5 Prozent noch deutlich schwächer ausgefallen (ohne das Geschäft vom Heine-Versand, der ja 2019/20 noch nicht komplett über Witt gelaufen war). Denn im ersten Corona-Jahr hatten sich Verbraucher gerade bei Bekleidung und Schuhen zurückgehalten. Schließlich war ja durch die Ausgangsbeschränkungen der Bedarf an Fashion bei Konsumenten in Deutschland gesunken.

Umsatz Witt-Gruppe
Die Witt-Gruppe konnte ihren Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr 2021/2022 zweistellig steigern

Jetzt dagegen konnte die Gruppe wieder stärker wachsen, weil sowohl offline wie online zahlreiche Neukunden gewonnen wurden. Zusätzlich hat das Filialgeschäft um 28,5 Prozent angezogen, wo die Gruppe rund 120 Geschäfte für ihre Marke „Witt Weiden“ betreibt. Im Jahr zuvor hatten Lockdowns das Geschäft erschwert. Generell war die Nachfrage stark bedarfsorientiert und es wurde vermehrt Alltagsmode gekauft, weil es wegen der Corona-Krise nach wie vor weniger festliche Anlässe gab.

Die Witt-Gruppe ist auf den Handel mit Textilien spezialisiert und bedient Best Ager. An diese Kunden verkauft das Unternehmen aus dem Otto-Konzern in zehn Ländern mit elf Versender-Marken. Dazu zählen unter anderem Création L als auch Moda Vilona sowie der Heine-Versand und Witt Weiden. Nach eigenen Angaben liegen alle Marken und Vertriebsgebiete im Geschäftsjahr 2021/22 umsatzseitig über dem Vorjahr. Das Ergebnis habe die Witt-Gruppe im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern können.

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Über Stephan Randler 3039 Artikel
Stephan Randler (42) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.