Windeln.de SE: Online-Geschäft in allen Vertriebsgebieten rückläufig

Bei der deutschen Windeln.de SE schmilzt der Umsatz weiter. Nachdem das Geschäft bereits im ersten Quartal 2018 deutlich nachgelassen hat, gibt es nun auch im zweiten Quartal 2018 ein Umsatzminus. Insgesamt steht dadurch für das erste Halbjahr 2018 jetzt nur noch ein Netto-Umsatz von 56,4 Mio. Euro in den Büchern, was einem Rückgang von rund 41 Prozent entspricht (H1/2017: 94,9 Mio. Euro).

Matthias Peuckert
Matthias Peuckert (Bild: Windeln.de SE)

Dabei ging der Netto-Umsatz in allen Vertriebsgebieten zurück, in denen der Versender aktiv ist. Die Umsätze in der DACH-Region sanken demnach im ersten Halbjahr von zuvor 24,3 Mio. Euro (2017) auf nur noch 12,6 Mio. Euro (2018), weil unter anderem die Marketing-Aufwendungen reduziert wurden.

Das gilt auch für das Geschäft in Spanien, Portugal und Frankreich, wo der Konzern mit seiner Versender-Marke „Bebitus“ aktiv ist. Hier sank der Netto-Umsatz im ersten Halbjahr dadurch jetzt von zuvor 19,7 Mio. Euro (2017) auf nur noch 14,7 Mio. Euro (2018).

In China wiederum hat das Geschäft aus einem anderen Grund abgenommen als in Europa. So gab es im zweiten Quartal 2018 nach eigenen Angaben „temporär verschärfte Grenzkontrollen“. Diese hätten zu Lieferverzögerungen geführt, weshalb Kunden in China wieder Bestellungen stornierten. Kunden in Fernost hätten sich zudem generell beim Online-Handel zurückgehalten, weil größere Lieferanten für die zweite Jahreshälfte überarbeitete Produkte planen (z.B. neue Rezeptur). So ist der Netto-Umsatz in China in der ersten Jahreshälfte von zuvor 51,0 Mio. Euro (2017) auf nun 29,1 Mio. Euro gesunken.

Verbessert haben sich dagegen die Produktmargen in den europäischen Online-Shops, da der Konzern zunehmend Produkte mit wenig Traffic und/oder Marge aus dem Sortiment nimmt. Stark verbessert haben sich zudem die Vertriebs- und Verwaltungskosten, die im ersten Halbjahr 2018 auf 12,3 Mio. Euro gesunken sind (H1/2017: 16,4 Mio. Euro). Hauptgrund ist, dass der Personalbestand des Konzerns von zuvor 387 aktiven Vollzeitstellen (FTE) auf nur noch 237 FTE (Ende Juni 2018) reduziert wurde. Auch die Marketingkosten sanken deutlich von zuvor 4,9 Mio. Euro (H1/2017) auf 2,6 Mio. Euro (H1/2018).

Windeln.de Umsatz
Die Umsätze in den einzelnen Vertriebsgebieten (Grafiken: Windeln.de SE)

Das bereinigte EBIT hat sich im ersten Halbjahr 2018 dennoch nur leicht von -11,5 Mio. Euro auf nun -11,1 Mio. Euro verbessert. Denn die Umstände in China resultierten in einem Materialeinsatz ohne zugehörigen Umsatz. Betroffene Waren mussten teilweise vernichtet werden oder wurden Kunden unentgeltlich geliefert. Der Konzern will dennoch unverändert Anfang 2019 seinen Break Even beim bereinigten EBIT erreichen. „Trotz des derzeit schwierigen Marktumfelds in China konnten wir unsere Strategie umsetzen und gute Fortschritte erzielen“, argumentiert CEO Matthias Peuckert (siehe Foto).

Im Februar hatte der Konzern mehrere Maßnahmen gestartet, um die Organisation zu straffen und Kosten zu reduzieren. Seitdem wird zum einen weniger in Werbung investiert und der Fokus auf margenstarke Produkte gelegt. Dazu wurde der italienische Online-Shop der Marke Windeln.de („Pannolini“) geschlossen, weil es bei Bestellungen einen „hohen Anteil an Verbrauchsgütern“ gab.

Dabei wurde auch das lokale Büro geschlossen und das Lager in Italien aufgelöst. Um Ressourcen zu sparen, wurde in Deutschland außerdem der Online-Shop der Zweitmarke „Nakiki“ beerdigt, über den zuletzt Spielzeug und Kindermode angeboten wurde. In Deutschland hat man auch die Belegschaft in allen Vertriebs- und Verwaltungsbereichen reduziert. Gerade hat die Gruppe zudem einen Vertrag über den Verkauf des in Osteuropa aktiven Händlers Feedo unterzeichnet, der seit 2015 zur Gruppe gehört.

In den Zahlen ist das Geschäft von Feedo schon nicht mehr enthalten. Geschichte sind auch die beiden Schweizer Shops „Kindertraum“ sowie „Toys“, die mit dem Shop Windeln.ch verschmolzen wurden.

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