„Ressourcen sparen“: Windeln.de beerdigt Zweitmarke „Nakiki“

Die Windeln.de SE schließt ihren nächsten Online-Shop. Dieses Mal erwischt es den deutschen Online-Ableger Nakiki, über den zuletzt Spielzeug und Kindermode vertrieben wurden. Wer daher jetzt das entsprechende Angebot aufsuchen will, landet automatisch im Web-Shop der Kernmarke Windeln.de.

Nakiki offline
Nakiki ist jetzt offline (Bild: Screenshot)

Die Sortimente beider Online-Shops werden zusammengelegt, um Kunden künftig „alles aus einer Hand“ anbieten zu können. Offene Bestellungen sollen „wie gewohnt“ bearbeitet werden, bei Rückfragen können sich Kunden jetzt an den Service von Windeln.de wenden. Mit den Login-Daten von Nakiki können sich Kunden zudem im Online-Shop von Windeln.de anmelden.

„Unsere Expertise und Aufwendungen konzentrieren wir von nun an gebündelt auf unserer Windeln.de-Seite“, argumentiert der Konzern gegenüber neuhandeln.de. „So können wir Ressourcen einsparen und unseren Windeln.de-Shop effizienter und zügiger vorantreiben.“

Damit endet eine wechselhafte Geschichte. Zur Erinnerung: 2012 hatte der Spezialversender unter dem Namen „Windelbar“ einen Shopping-Club gestartet, in dem sich junge Eltern mit Saisonware und Restposten eindecken konnten. Im Dezember 2015 bekam der Shopping-Club dann einen frischen Anstrich und wurde unter dem Markennamen „Nakiki“ neu positioniert, um das Geschäft unter dieser Marke zu internationalisieren. Doch ein Jahr später wurde der Shopping-Club komplett eingestellt.

So wollte man die Logistik im Konzern vereinfachen. Denn bei Shopping-Clubs läuft die Logistik anders als beim klassischen E-Commerce, da Ware erst beim Lieferanten geordert wird, wenn eine Kampagne zu Ende ist und Bestellungen vorliegen. Kunden müssen so in der Regel länger auf ihre Bestellungen warten als bei klassischen Online-Shops, wo Ware gleich nach der Bestellung verschickt werden kann.

Seit Herbst 2016 wurde auf Nakiki.de dann ein Sortiment mit Spielzeug und Kindermode angeboten, das im Gegensatz zu den Club-Aktionen von früher dauerhaft verfügbar war und eine kurze Lieferzeit von ein bis zwei Werktagen hatte. Kunden mussten sich auch nicht mehr – wie es zuvor der Fall war – als Mitglied registrieren, um Angebote einsehen zu können. Im Rahmen einer Zwei-Marken-Strategie wollte der Konzern auf windeln.de mit „Verbrauchsgütern zu attraktiven Preisen“ punkten, während unter der Marke „Nakiki“ wiederum ausgewählte, höhermargige Produkte angeboten wurden.

Überzeugen konnte diese Strategie aber nicht. Denn die beiden Shops waren nicht klar voneinander abgetrennt. Sortimente wie Spielzeug, Kindermode und Möbel wurden zum Beispiel in beiden Shops angeboten. Insofern ist es nur folgerichtig, das Geschäft in Zukunft auf einen Shop zu konzentrieren.

Im Frühjahr wurde erst der italienische Online-Shop „Pannolini.it“ beerdigt, der vor knapp drei Jahren gestartet worden war. Das Aus ist Teil von mehreren „Effizienz- und Profitabilitätsmaßnahmen“, mit denen man die Organisation straffen und Kosten reduzieren möchte. Vor dem Aus stehen zudem die beiden weiteren Online-Shops Kindertraum.ch und Toys.ch in der Schweiz, die Ende 2013 akquiriert wurden. Die beiden Spezial-Shops wurden daraufhin mit dem Schweizer Shop Windeln.ch vereint.

Nun hat der Vorstand der Windeln.de SE entschieden, die Geschäftstätigkeit in der Schweiz auf einen Shop zu konzentrieren. So will der Konzern sowohl die Komplexität als auch den Verwaltungsaufwand für den Shop-Betrieb verringern und Marketing-Kosten effizienter einsetzen. Dabei fokussiert sich die Gruppe künftig auf die Versender-Marke „Windeln.ch“, weil der Konzern mit Windeln.de ja bereits in Deutschland und Österreich aktiv ist. So kann die Gruppe in der DACH-Region einheitlich auftreten.

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