Trotz massiver Umsatzverluste vor Ort: Walbusch-Gruppe wächst zweistellig

Die Walbusch-Gruppe hat das vergangene Geschäftsjahr 2021 mit einem Brutto-Umsatz von 429 Mio. Euro abgeschlossen. Im Vergleich zum Vorjahr konnten die Solinger damit ihren Umsatz zweistellig um 16,3 Prozent steigern. Denn ein Jahr zuvor hatte die Walbusch-Gruppe erst 369 Mio. Euro umgesetzt.

Marcus Leber
Marcus Leber (Bild: Walbusch-Gruppe)

Damals stand zudem nur ein Plus von 6,5 Prozent in den Büchern des Textil-Anbieters. Im Vergleich dazu hat jetzt aber nicht nur das Wachstum deutlich angezogen. Auch die Ziele wurden nach eigenen Angaben übertroffen.

Das ist nicht zuletzt bemerkenswert, weil die Gruppe ja für ihre Kernmarke „Walbusch“ über 40 Geschäfte im stationären Einzelhandel betreibt. Doch diese Filialen mussten im vergangenen Jahr ja zeitweise schließen, als es erneut zu einem Corona-Lockdown in Deutschland gekommen war. Beim Filialgeschäft gab es daher „erhebliche coronabedingte Umsatzverluste“.

Doch die Gruppe hat ja noch den Distanzhandel. „Auch für uns überraschend konnten wir die wirklich massiven Umsatzverluste in unseren 42 Filialen im Katalog-getriebenen Online-Geschäft mehr als ausgleichen“, berichtet stellvertretend Marcus Leber (siehe Foto oben), der als Geschäftsführer für Marketing und Vertrieb verantwortlich ist. „Einen großen Beitrag hierzu hat ein hoher Ausbau der Neukunden geleistet.“ Dazu habe Walbusch zwei TV-Kampagnen zum richtigen Zeitpunkt lanciert.

„Walbusch gewinnt an Aufmerksamkeit und Relevanz“

Gerade diese Investitionen in TV-Werbung zahlen sich für die Gruppe aus. „Die Marke Walbusch gewinnt kontinuierlich an Aufmerksamkeit und Relevanz“, freut sich Marketing-Chef Leber. „Den dadurch gewonnenen Traffic können wir online immer besser in Umsatz und Loyalität wandeln.“

Überraschen dürfte das Leser von neuhandeln.de nicht: Bereits vor einem Jahr hatte Walbusch erneut in TV-Spots investiert, weil sich dieser Werbeweg bewährt hatte. Sein Geschäft musste Walbusch nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr zudem weder durch Rabatte noch durch andere Zusatzaktionen künstlich befeuern. Auch das dürfte an den TV-Kampagnen liegen. Schließlich zielen ja solche TV-Spots darauf ab, die Marke „Walbusch“ bei der Zielgruppe der Best Ager begehrlich zu machen. Und je mehr ein Kunde ein Produkt möchte, umso weniger braucht es Anreize wie Rabatte, um den Kauf auszulösen.

Umsatz Walbusch
Die aktuelle Geschäftsentwicklung der Walbusch-Gruppe (Quelle: eigene Angaben in Mio. Euro)

Die Walbusch-Gruppe ist spezialisiert auf den Handel mit Männer- und Damenmode. Zielgruppe ist die Generation 50plus. Zur Gruppe gehören neben der Kernmarke Walbusch noch die Vertriebsmarken Avena (Gesundheitsversand) sowie Mey & Edlich (Männermode). Seit 2016 werden über den Online-Shop LaShoe zudem Schuhe angeboten, die sich an Kunden mit schmerzgeplagten Füßen richten.

Alle Marken haben nach eigenen Angaben zweistellig zum Wachstum beigetragen. Mit der Marke Walbusch ist die Gruppe auch in Österreich und in der Schweiz vertreten. Doch mit einem Wert von 389,5 Mio. Euro macht die Walbusch-Gruppe den Löwenanteil vom Brutto-Umsatz in Deutschland.

Das ist aber auch nicht weiter verwunderlich. Schließlich betreibt das Multichannel-Unternehmen aus Solingen nur hierzulande Filialen neben dem Versandgeschäft, bei dem die Gruppe sowohl online als auch über gedruckte Kataloge verkauft. Die Umsätze sind nach Retouren, aber mit Mehrwertsteuer.

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Über Stephan Randler 3151 Artikel
Stephan Randler (43) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.