Walbusch-Gruppe: Neue Geschäftszahlen, neue Online-Marke

Die Walbusch-Gruppe hat das vergangene Geschäftsjahr 2017 mit einem Brutto-Umsatz von 321 Mio. Euro abgeschlossen. Damit kommt das Multichannel-Unternehmen aus Solingen (Nordrhein-Westfalen) in etwa auf den Wert, den ich bereits im vergangenen Herbst prognostiziert hatte. Hintergrund ist, dass die Gruppe bereits mit einem Wachstum von über fünf Prozent gerechnet hatte. Konkret steht für das vergangene Geschäftsjahr 2017 nun ein Umsatzplus von 5,2 Prozent für die Gruppe in den Büchern.

Walbusch Umsatz
Die Walbusch-Umsätze ziehen seit zwei Jahren wieder an (Quelle: eigene Angaben)

Damit hat nicht nur das Geschäft an sich spürbar angezogen, auch die Wachstumsdynamik hat sich nun weiter erhöht. Denn im vorletzten Geschäftsjahr konnten die Solinger zwar auch schon zulegen, damals hatte das Wachstum aber nur 3,4 Prozent zum Vorjahr betragen. Dass im vergangenen Jahr nun ein spürbar stärkeres Wachstum erreicht wurde, liegt nicht zuletzt am Marketing. So konnten nach eigenen Angaben insbesondere zwei „starke Kampagnen“ im April und November 2017 das Geschäft befeuern.

Konkrete Zahlen zu den einzelnen Vertriebswegen nennt Walbusch zwar traditionell nicht. Dieses Mal verraten die Solinger aber immerhin, dass rund 20 Prozent vom Gesamtumsatz der Gruppe über das Filialgeschäft erzielt wurden – umgerechnet in absolute Zahlen entspricht das einem Stationärumsatz von etwa 64 Mio. Euro brutto (inkl. MwSt. und nach Retouren). Generell würden die Vertriebskanäle E-Commerce und Filialen beim Umsatz zulegen, während Walbusch zum Kataloggeschäft keine Angaben macht. Hier dürften die Umsätze zurückgehen – auch weil sich Geschäft von Print zu Online verlagert.

Denn nach eigenen Angaben kauft die ältere Zielgruppe der Kernmarke „Walbusch“ (Best Ager) bereits zu 30 Prozent ihre Textilien über den hauseigenen Online-Shop. Diese Transformation ist auch gewollt, da Walbusch nach eigenen Angaben gezielt in den Umbau von einem Katalogversender zu einem Multichannel-Unternehmen investiert. Aus diesem Grund eröffnet im April auch wieder ein neues Fachgeschäft in Dresden, nachdem zuletzt zwei unrentable Standorte aufgegeben wurden (Gütersloh und Paderborn) und die letzte Neueröffnung schon zwei Jahre her ist. Insgesamt gibt es damit nach wie vor rund 40 Ladengeschäfte, wobei die erste Filiale gerade einmal im Frühjahr 2009 eröffnet wurde.

Zur Walbusch-Gruppe gehören sowohl die Spezialversender Avena (Gesundheitsversand) sowie Mey & Edlich (Männermode) als auch Klepper (Outdoor-Mode) und die gleichnamige Kernmarke „Walbusch“. Generell ist die Gruppe mit ihren Marken im Versandhandel in Deutschland, Österreich und in der Schweiz aktiv. Seit dem vergangenen Jahr werden zudem Frauen-Schuhe der Marke „LaShoe“ im gleichnamigen Online-Shop angeboten, der sich an Kunden mit schmerzgeplagten Füßen richtet.

Diese sollen bei LaShoe.de daher nun Bequemschuhe bestellen, die aussehen wie modische Schuhe. Das Angebot umfasst ausschließlich selbst produzierte Schuhe, produziert wird in Europa. Hinter dem Konzept steckt die Mailstore Retail Concepts GmbH aus Düsseldorf, eine Tochterfirma der Walbusch-Gruppe. Geschäftsführer sind Christian Busch sowie Frank Reuber und Claudia Wendisch-Dillenberger.

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Über Stephan Randler 2101 Artikel
Stephan Randler (39) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr