Shop-Sterben: Otto-Versand schließt zwei Spezial-Shops auf einmal

Deutsche Online-Händler feilen in diesen Tagen zunehmend an ihren Multishop-Strategien. So hat diese Woche nicht nur die Windeln.de SE den Web-Shop ihrer Zweitmarke „Nakiki“ in Deutschland begraben, auch der Elektronik-Shop Redcoon.de aus der MediaMarktSaturn-Gruppe ist jetzt offline. Passend dazu beerdigt der Otto-Versand nun einen Spezial-Shop, der nicht einmal ein Jahr am Markt bestanden hatte.

Otto Paul Paula
Paul-Paula.de ist offline (Bild: Screenshot)

Geschichte ist jetzt der Otto-Shop Paul-Paula.de, mit dem die Hamburger im Online-Geschäft mit Matratzen mitmischen wollten. Im Spezial-Shop wurde daher ausschließlich eine so genannte „One Fits All“-Matratze der Otto-Marke „Paul Paula“ beworben, die nur mit einem Härtegrad erhältlich war.

Wer den Spezial-Shop besuchen möchte, landet nun aber auf dem Online-Portal Schlafwelt.de. Dieser Shop wurde von Otto bereits im Jahr 2009 gestartet und ist ebenfalls auf den Handel mit Matratzen, Betten und Lattenrosten zugeschnitten. Hier wurde nun das Angebot von Paul-Paula.de integriert, das bislang mit einem separaten Spezial-Shop beworben wurde.

„Wir richten unser Portfolio an Spezial-Shops fortlaufend neu aus“, argumentiert der Otto-Versand im Gespräch mit neuhandeln.de. „Wir glauben, dass Paul-Paula für Schlafwelt.de eine sinnvolle Ergänzung ist und das Angebot so unseren Wachstumskurs besser unterstützen wird, als wenn wir die Marke weiterhin in einem alleinstehenden Konzept inszenieren würden.“ Das klingt nachvollziehbar. Es stellt sich aber die Frage, warum Otto dann überhaupt einen Shop für ein einziges Produkt gestartet hatte.

Auch der Elektronik-Shop „Ekinova.de“ ist nun Geschichte

Dieses Produkt ist zudem erklärungsbedürftig. Denn bei der Matratze handelt es sich nicht um eine klassische „One fits all“-Matratze – sondern um ein Spezialangebot für Paare, die eine Matratze für zwei Personen suchen. Punkten wollte man bei dieser Klientel mit dem Argument, dass in der Matratze für ein Doppelbett gleich zwei verschiedene Kerne eingefasst sind. So können Kunden auf einer Seite härter oder weicher liegen, wenn sie einen der Kerne wenden. Dadurch sollen Paare einfach eine Matratze finden – selbst wenn ein Partner lieber härter oder weicher liegt als der andere (siehe Abbildung).

Paul-Paula.de
Das Konzept der Matratze mit zwei unterschiedlichen Liegeseiten für jeweils eine Person (Bild: Otto GmbH)

Kurioserweise wurden im Online-Shop dann aber auch Matratzen für Einzelbetten beworben. Hier konnte man zwar auch den Kern wenden, um härter oder weicher zu liegen. Mit der zentralen Produktidee – eine Matratze für Zwei mit unterschiedlichen Liege-Vorlieben – hatte das dann aber nur noch wenig gemein. Vor diesem Hintergrund stellte sich mir daher schon vor einem Jahr die Frage, warum Otto sein Nischenprodukt nicht gleich in den Matratzen-Shop Schlafwelt.de integriert.

ekinova.de
Ekinova.de ist ebenfalls offline (Bild: Screenshot)

Geschichte ist nun auch der Elektronik-Shop Ekinova.de, der Kunden nun auf das Otto-Angebot YourHome verweist. Ekinova wurde bereits im Herbst 2014 gestartet, um Verbrauchern dadurch einen Spezial-Shop für Küchen- und Elektrogeräte zu bieten. Im Angebot waren Produkte, die Kunden zum selben Preis prinzipiell auch bei der Kernmarke Otto.de bekommen konnten.

Über den Nischen-Shop (siehe Screenshot) wollte Otto aber vor allem solche Konsumenten ansprechen, die Otto bislang nicht kennen oder dort prinzipiell nicht kaufen wollen. Dieses Konzept ging anscheinend nicht auf. Mit der Integration in YourHome.de will Otto nun diesen Shop „stärken“.

Zuletzt hatte der Otto-Konzern seinen Spezial-Versender „Alpenwelt“ in Deutschland begraben, weil sich der Betrieb des Trachten-Shops nicht gelohnt hatte. Vor dem Aus stehen zudem die Online-Shops von Otto und Quelle in Russland, die nicht mehr zur neuen Plattform-Strategie der Otto-Gruppe passen.

Im Konzern betreibt der Otto-Versand die Spezial-Shops Cnouch.de (Polstermöbel), Naturloft.de (Öko-Möbel) und Neckermann.de (Discounter) plus YourHome.de (Möbel) und PlentyOne (Sportartikel). Zuletzt wurde der TeppStore begraben, nachdem zuvor der Shop für Privileg-Geräte offline ging.

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