Nach Corona-Push: Otto steigert Umsatz erneut zweistellig

Mit einem zweistelligen Wachstum konnte der Online-Händler Otto auch das vergangene Geschäftsjahr 2021/22 abschließen, das am 28. Februar 2022 beendet wurde. So steht ein Netto-Umsatz von 5,1 Mrd. Euro in den Büchern, was einem Zuwachs von 13 Prozent entspricht zum Vorjahr. Damals konnten die Hanseaten zwar noch überdurchschnittlich wachsen und gleich um 30 Prozent zulegen. Dass sich das Wachstum bei Otto nun wieder spürbar abgeschwächt hat, ist aber keine Überraschung. Im Gegenteil.

Marc Opelt
Otto-Vorstand Marc Opelt (Bild: Otto)

Denn in dem vorletzten Geschäftsjahr 2020/21 konnten die Hanseaten von Sondereffekten profitieren. Schließlich mussten im Frühjahr 2020 erstmals in Deutschland stationäre Ladengeschäfte schließen wegen Corona. Dadurch wurden Kunden ja quasi gezwungen, ihre Käufe ins Internet zu verlagern.

Viele Freizeitaktivitäten wie Reisen waren zudem gar nicht oder oftmals nur eingeschränkt möglich. Verbraucher hatten deshalb begonnen, mehr Geld in ihr Zuhause zu investieren. Passend dazu hatte das Geschäft mit Produkten rund um Home & Living auch bei Otto damals besonders stark angezogen.

Im gerade abgelaufenen Geschäftsjahr 2021/22 dagegen hatte sich die Corona-Situation wieder etwas beruhigt. Bei Home & Living konnte Otto daher nach eigenen Angaben weiter kraftvoll wachsen, aber eben nicht mehr so stark wie in der Ausnahmesituation im Vorjahr. Bei den Sortimenten habe zudem das Geschäft mit Textilien wieder angezogen, nachdem es hier in dem ersten Corona-Jahr 2020 noch Einbrüche bei der Nachfrage gegeben hatte. Auch weil der Textil-Markt angezogen hat, steht nun ein zweistelliges Wachstum in den Büchern. Damit wächst Otto nicht nur auf dem hohen Vorjahresniveau weiter. Das Plus fällt auch stärker aus als vor Corona, wo noch einstellige Zuwachsraten üblich waren.

Otto Umsatz
Otto.de kann auf dem hohen Corona-Niveau von 2020 weiter wachsen (Angaben in Mrd. Euro)

Dass Otto auf dem hohen Corona-Niveau weiter wachsen kann, liegt auch an der Marktplatz-Strategie der Hanseaten. So verkaufen bereits 3.500 externe Partner bei Otto.de. Das sind rund 2.500 Anbieter mehr als vor einem Jahr. Weil mehr Partner bei Otto.de aktiv sind, gibt es auch mehr Auswahl. Kunden bekommen bei Otto.de deshalb nun schon über zehn Mio. Produkte, wovon rund 7,5 Mio. Artikel von den Partnern stammen. Zum Vergleich: 2018 konnten Kunden erst unter einer Mio. Artikel wählen.

Weil es online immer mehr Angebot gibt, kaufen auch immer mehr Verbraucher bei Otto.de ein. Die Zahl der aktiven Kunden ist daher von 9,9 Mio. im vorletzten Geschäftsjahr 2020/21 auf nun 11,5 Mio. im gerade abgelaufenen Geschäftsjahr 2021/22 angestiegen. „Wir freuen uns nicht nur über unseren Erfolg als Händler und Plattform-Betreiber, sondern auch darüber, für immer mehr Händler und Marken ein Partner beim Online-Geschäft zu sein“, betont Otto-Vorstand Marc Opelt (siehe Foto).

Otto beziffert erstmals Brutto-Warenvolumen

Der Netto-Umsatz von 5,1 Mrd. Euro setzt sich zusammen aus Einnahmen durch eigene Verkäufe und Provisionen. Diese werden fällig, wenn Partner ihre Artikel bei Otto.de verkaufen. Neben dem Netto-Umsatz hat sich im vergangenen Geschäftsjahr auch das Handelsvolumen erhöht. So liegt das Brutto-Warenvolumen der über Otto.de verkauften Produkte im Geschäftsjahr 2021/22 bei 6,97 Mrd. Euro.

Das entspricht einem Plus von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2020/21: 5,9 Mrd. Euro). Im Brutto-Warenvolumen bzw. Gross Merchandising Value (GMV) sind neben den eigenen Warenumsätzen von Otto auch die Verkäufe der Partner enthalten, wenn Kunden ihre Produkte bei Otto kaufen. Das GMV entspricht also dem Außenumsatz, der über Otto.de generiert wird (Werte inklusive Mehrwertsteuer).

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Über Stephan Randler 3153 Artikel
Stephan Randler (43) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.