Otto-Vorstand Marc Opelt: „Tun alles, um gestärkt aus dieser Krise hervorzugehen“

Die aktuelle Corona-Krise prägt auch das Geschäft von Otto. So wird gerade Frühjahrs-, Sommer- und Bademode bei den Hanseaten weniger nachgefragt, als es sonst zu diesem Zeitpunkt im Jahr üblich ist. Ungewohnte „Nachfragespitzen“ gibt es dagegen bei Haushaltsgeräten, Elektronik sowie Möbeln und Accessoires. In Summe verzeichnet Otto zwar leichte Umsatzzuwächse. Doch wie sich das Geschäft langfristig entwickelt, sei nicht vorhersehbar und eine Prognose für das Gesamtjahr so nicht möglich.

Marc Opelt Otto
Otto-Vorstand Marc Opelt (Bild: Otto)

Verständlich. Denn die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise lassen sich in der Tat aktuell schwer abschätzen. Wenn aber Kurzarbeit oder gar der Job-Verlust den Alltag vieler Verbraucher dominieren, dürfte auch der Konsum zurückgehen – weil betroffene Bürger dann einfach weniger Geld haben.

Um gut durch die Krise zu kommen, reagiert auch Otto. So werden unter anderem Projekte auf Eis gelegt, Marketing-Maßnahmen angepasst – und Kurzarbeit geprüft. „Wir tun alles dafür, um am Ende gestärkt aus dieser Krise hervorzugehen“, argumentiert Otto-Vorstand Marc Opelt (siehe Foto links).

Erfreuliche Zahlen liefert in diesen Zeiten immerhin das vergangene Geschäftsjahr 2019/2020, das am 29. Februar zu Ende ging – und damit noch nicht direkt von der aktuellen Corona-Krise betroffen war.

Nach eigenen Angaben konnte Otto hier seinen Netto-Umsatz um neun Prozent zum Vorjahr steigern, so dass in den Büchern nun ein Wert von 3,5 Mrd. Euro für 2019/2020 steht. Erhöht hat sich auch die Zahl der aktiven Kunden, die zum Vorjahr um sieben Prozent auf rund 7,5 Mio. Kunden gestiegen ist.

Otto Umsatz
Die Umsatz-Entwicklung von Otto in den vergangenen Jahren (Quelle: eigene Angaben in Mrd. Euro)

Mit ein Grund für die positive Entwicklung ist, dass Otto seit Frühjahr 2017 eine Marktplatz-Strategie verfolgt und deshalb immer mehr neue Handelspartner an den Online-Shop angebunden werden, die ihre Produkte auf Otto.de anbieten. So wächst das Online-Sortiment, was die Otto-Plattform wiederum für Verbraucher attraktiver macht. „Der Wandel unseres Geschäftsmodells kommt an“, hatte erst Otto-Vorstand Opelt im Januar erklärt – als ein neuer Rekordumsatz im Weihnachtsgeschäft erzielt wurde.

Besonders gefragt sind bei Otto aktuell Elektronik-Artikel und Ausstattung für das Home Office sowie Sportgeräte wie Hanteln als auch Gesellschaftsspiele und Wandfarbe – also allesamt Artikel, mit denen man es sich zu Hause schöner machen kann. Das ist keine Überraschung. So boomt auch das Online-Geschäft bei Elektronik-Händler Cyberport und bei dem Sportartikel-Anbieter Intersport, während Zalando ebenfalls weniger Mode verkauft. Kein Wunder: Bei Mode geht es vor allem darum, wie man aussieht, wenn man unterwegs ist – und nicht darum, wie man aussieht, wenn man allein zuhause ist.

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Über Stephan Randler 2453 Artikel
Stephan Randler (40) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.