„Jetzt auf Wachstum setzen“: Otto schwört auf neue Plattform-Strategie

Der Otto-Versand will das laufende Geschäftsjahr 2018/2019 mit einem Netto-Umsatz von ungefähr 3,2 Mrd. Euro abschließen, das bereits in wenigen Tagen am 28. Februar 2019 endet. Damit rechnen die Hamburger mit einem Umsatzplus von acht Prozent zum Vorjahr, in dem die Hanseaten einen Netto-Umsatz von 2,96 Mrd. Euro erzielt hatten. Ein Wachstumsmotor bleibt die neue Plattform-Strategie.

Marc Opelt Otto
Otto-Vorstand Marc Opelt (Bild: Otto)

Zur Erinnerung: Zum Start in das vergangene Geschäftsjahr 2017/2018 hatte der Otto-Versand im Frühjahr 2017 eine neue Plattform-Strategie gestartet. Seitdem werden immer wieder neue Handelspartner in das Ökosystem der Hamburger integriert, die anschließend ihre Ware auf Otto.de anbieten.

Die Idee: Wenn Sortiment und Auswahl bei Otto.de stärker werden, wird auch die Online-Plattform Otto.de für Kunden relevanter. Diese Strategie scheint aufzugehen. So kommt Otto im laufenden Geschäftsjahr auf sieben Mio. aktive Kunden – ein Plus von fünf Prozent zum Vorjahr.

Bisher konnten die Hanseaten im aktuellen Geschäftsjahr rund zwei Mio. Neukunden überzeugen. Zum Vergleich: Im Vorjahr konnte Otto erst 1,8 Mio. neue Kunden gewinnen und die Zahl der aktiven Kunden auf 6,6 Mio. Verbraucher steigern. Noch ein Jahr früher – vor dem Start der Plattform-Offensive – hatte sich die Zahl der aktiven Kunden nur von zuvor rund sechs Mio. auf 6,1 Mio. aktive Kunden erhöht.

Bei Otto steigt aber nicht nur die Zahl der aktiven Kunden, sondern auch die Zahl der Partner. Diese hat sich seit Frühjahr 2017 bereits auf 400 Anbieter erhöht, im kommenden Geschäftsjahr 2019/2020 will Otto bis zu 3.000 weitere Partner gewinnen. Diese interessieren sich nicht zuletzt für eine Anbindung, weil mehr Kunden bei Otto.de kaufen – was wiederum durch das größere Sortiment erreicht wurde. So gibt es aktuell bei Otto.de bereits drei Mio. Artikel, vor zwei Jahren waren es dagegen 2,1 Mio. Artikel.

Um die Plattform weiter auszubauen, will Otto im neuen Jahr rund 100 Mio. Euro investieren. Dadurch sollen neue Partner künftig automatisch angebunden werden, nachdem dieses Onboarding noch von Hand abgewickelt wird. Vor diesem Hintergrund greifen die Hanseaten auf ihre Erträge zurück, die nach eigenen Angaben wachsen, aber „umgehend in Digitalisierung und Transformation investiert“ werden.

Otto Umsatz
Die Umsatzentwicklung von Otto/Otto.de (Quelle: eigene Angaben in Mrd. Euro)

„Natürlich ist es immer schön, Rücklagen zu bilden“, weiß Otto-Vorstand Marc Opelt (siehe Foto). „Wir haben uns aber dafür entschieden, jetzt sowie in den kommenden Jahren auf Wachstum zu setzen.“

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Über Stephan Randler 2133 Artikel
Stephan Randler (39) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr