Auch Neckermann.de betroffen: Otto schließt alle verbliebenen Sub-Shops

Vor einigen Tagen hatte Otto bereits seinen Sub-Shop Cnouch stillgelegt, nun wurden auch kurzerhand die verbliebenen Spezial-Shops allesamt vom Netz genommen. Nicht mehr erreichbar sind deshalb nun die Otto-Shops Schlafwelt.de sowie YourHome.de als auch Naturloft.de und Otto-Baumarkt.de, die auf ein bestimmtes Nischen-Sortiment spezialisiert waren. So gab es in den verschiedenen Sub-Shops jeweils Produkte wie Matratzen (Schlafwelt), Möbel (Your Home) oder DIY-Artikel (Otto-Baumarkt.de).

Otto Campus
Otto konzentriert sich auf sein Kerngeschäft

Mit diesen Online-Beibooten wollte Otto zum einen Verbraucher ansprechen, die zuvor nicht bei Otto bestellt hatten oder dort nicht kaufen wollten. Zum anderen war ein zentrales Ziel dieser Multishop-Strategie, mit den Spezial-Shops im Internet mehr Sichtbarkeit für Nischen-Sortimente zu erreichen.

Denn bei Sub-Shops kann man das Marketing auf ein Sortiment zuschneiden, während Otto als Universal-Anbieter quasi ja für alles steht. Und durch SEO lässt sich wiederum erreichen, dass ein Spezial-Shop für Home & Living bei Suchanfragen nach Produkten wie Möbeln prominent im Netz gelistet wird.

So können Händler letztlich neue Kunden erreichen, die sonst vielleicht nicht bei ihrem Kernangebot gelandet wären. Dennoch hat sich Otto aber jetzt wieder entschieden, seine E-Commerce-Aktivitäten auf die Kernmarke „Otto“ zu konzentrieren. Und das liegt wiederum daran, dass die Hanseaten seit einiger Zeit ihren Online-Shop zu einem Marktplatz ausbauen. Bei Otto.de verkaufen deshalb immer mehr externe Händler ihre Produkte – wie man es so zum Beispiel ja auch von Amazon.de kennt.

Auch Neckermann.de wurde jetzt eingestellt

Vor diesem Hintergrund sind für Otto aber Sub-Shops immer weniger sinnvoll. Denn bestellen konnte man hier immer nur Produkte, die Otto selbst als Anbieter verkauft. Wenn es nun aber auf lange Sicht immer mehr Drittanbieter bei Otto.de gibt, dann steigt dort auch die Auswahl bei Teilsortimenten wie Matratzen oder Möbeln. Um mit dieser Entwicklung weiter Schritt zu halten, hätte Otto also auch bei seinen Sub-Shops immer mehr Artikel von Drittanbietern einpflegen müssen. Das sei aber mit einem weiteren Aufwand verbunden und widerspreche außerdem der neuen Strategie, das Shopping-Portal Otto.de zu einem zentralen Online-Marktplatz aufzubauen – erklärt Otto gegenüber neuhandeln.de.

Seine Multishop-Strategie hatte Otto im Jahr 2009 gestartet. Insgesamt hatten die Hanseaten seitdem ein knappes Dutzend an Sub-Shops betrieben, von denen viele in den vergangenen Jahren bereits wieder beerdigt wurden. Die neue Marktplatz-Strategie dagegen verfolgt Otto erst seit vier Jahren.

Zu den Spezial-Angeboten von Otto zählte übrigens auch der Online-Shop Neckermann.de. Denn die Otto-Gruppe hatte im Jahr 2012 die Markenrechte und Domains von Neckermann.de übernommen, nachdem der einstige Rivale gestrauchelt war. Doch auch der Online-Shop dieser Traditionsmarke ist nun Geschichte. Wer daher jetzt das entsprechende Online-Angebot aufsuchen will, wird einfach zu Otto.de weitergeleitet – so wie es seit dieser Woche auch bei den anderen Spezial-Shops der Fall ist.

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Über Stephan Randler 2920 Artikel
Stephan Randler (42) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.

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