Geschäftsjahr 2021: Momox wächst spürbar schwächer als im Jahr zuvor

Der Second-Hand-Spezialist Momox hat im Geschäftsjahr 2021 einen Netto-Umsatz von 335 Mio. Euro eingefahren. Das bedeutet zwar ein Wachstum von etwa sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ein Jahr zuvor konnte der Anbieter von gebrauchten Medien und Second-Hand-Mode seinen Netto-Umsatz aber noch deutlich zweistellig um 25 Prozent erhöhen. Verglichen damit hat sich nun das Wachstum bei den Berlinern deutlich abgeschwächt. Doch für diese Entwicklung gibt es gleich mehrere Gründe.

Heiner Kroke
Heiner Kroke (Bild: Momox AG)

„Im vergangenen Geschäftsjahr haben wir uns vor allem auf die Erneuerung unserer internen Strukturen konzentriert“, verdeutlicht Heiner Kroke (siehe Foto links), Vorstandsvorsitzender von Momox. So wurden verschiedene Maßnahmen umgesetzt, um die Weichen für die nächsten Jahre zu stellen.

Zum einen wurde das Re-Commerce-Unternehmen im vergangenen Jahr in eine AG umgewandelt. Zum anderen hatten die Berliner ihr Geschäft mit Second-Hand-Mode umstrukturiert. Dieses lief früher unter der Shop-Marke Ubup („Used but precious“) und wurde im vergangenen Jahr umbenannt.

Seit Anfang 2021 verkaufen die Berliner daher ihre gebrauchte Mode unter der neuen Händler-Marke „Momox Fashion“. Dieser Schritt wurde unternommen, weil die alte Shop-Marke bei möglichen Kunden weniger gut angekommen war. Das Re-Branding wurde außerdem mit einer TV-Kampagne begleitet.

Neuer Name für das Fashion-Business

Passend dazu hat sich das Geschäft mit Second-Hand-Mode überdurchschnittlich entwickelt. Denn hier haben sich die Umsätze von zuvor 47 Mio. Euro (2020) auf 60 Mio. Euro (2021) erhöht. Das entspricht einem Plus von rund 28 Prozent. Die restlichen 275 Mio. Euro vom Gesamtumsatz wurden durch den Verkauf von Büchern und Medien wie CDs oder DVDs erzielt, was nach wie vor das Kerngeschäft ist.

Doch mit Medien konnte Momox bereits im Vorjahr rund 265 Mio. Euro umsetzen, so dass hier nur ein Wachstum von knapp vier Prozent in den Büchern steht. Allerdings gilt auch bei Momox, dass Corona im vorletzten Geschäftsjahr die Umsätze befeuert hatte. Denn 2020 hatten ja viele Verbraucher ihre Einkäufe ins Internet verlagert, weil stationäre Ladengeschäfte schließen mussten. Im Jahr 2021 hat sich diese Corona-Lage dagegen wieder ein wenig beruhigt, weshalb auch andere Online-Händler die überdurchschnittlichen Wachstumsraten von 2020 nicht wiederholen konnten. Mit einem Plus von sieben Prozent wächst aber auch Momox jetzt auf dem hohen Corona-Niveau des Vorjahres weiter.

Logistik in Leipzig und Stettin erweitert

Damit es weiter vorwärtsgehen kann, hat Momox im vergangenen Geschäftsjahr auch seine Logistik ausgebaut. So wurden am Logistik-Standort Leipzig zwei zusätzliche Hallen angemietet. Im Anschluss wurde der Fashion-Bereich nach Leipzig verlegt, der zuvor noch in Neuenhagen bei Berlin abgewickelt wurde. Dadurch werden in Leipzig jetzt alle Artikel gelagert, die Momox verkauft (Kleidung, Bücher, Medien). Bevor diese Gebrauchtware in den Verkauf geht, wird sie vorab von Momox kontrolliert. Diese Qualitätskontrolle findet in Polen statt, wo Momox in Stettin zwei Logistik-Standorte nutzt. An einem davon werden Medien kontrolliert, am anderen wiederum Mode begutachtet. Zuvor hatte Momox drei Logistik-Zentren in Polen. Doch im vergangenen Jahr wurde ein neues Warenlager bezogen und dabei wurden zwei Standorte in einem Standort zusammengeführt, um die Prozesse effizienter zu gestalten.

Momox handelt mit gebrauchten Medien und Textilien, die von Verbrauchern angekauft werden. Nach einer Prüfung wird die Second-Hand-Ware über eigene Online-Shops und auf Online-Marktplätzen wie Amazon und eBay angeboten. Zu den eigenen Online-Angeboten der Berliner zählen die zwei Medien-Shops Medimops.de (Deutschland) und Momox-shop.fr (Frankreich) sowie Momox Fashion. Angekauft werden die gebrauchten Artikel von Verbrauchern in Deutschland, Österreich, Frankreich und Belgien.

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Über Stephan Randler 3150 Artikel
Stephan Randler (43) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.