Kluger Schachzug: eBay startet Treue-Programm für Privatverkäufer

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Seit dem vergangenen Jahr positioniert sich eBay Deutschland bei seinen Werbe-Maßnahmen verstärkt als Verkaufsplattform für Privatverkäufer. Eine sinnvolle Strategie. Denn Angebote von Privatpersonen gibt es ja längst nicht auf jedem Online-Marktplatz. eBay tut daher prinzipiell gut daran, so ein starkes Alleinstellungsmerkmal mehr in den Fokus zu rücken. Passend dazu gibt es ab sofort auch ein neues Pilot-Programm. Hierbei werden Nutzer belohnt, wenn sie privat auf dem Online-Marktplatz handeln.

eBay Punkte
eBay bietet Verkäufern nun Treuepunkte an

Und das funktioniert dann so: Verbraucher melden sich für das neue Pilot-Programm an und kassieren dann einen Bonus, wenn andere Nutzer ihre Artikel bei eBay Deutschland kaufen. Bei jedem Verkauf gibt es fünf Prozent vom Verkaufspreis als Bonus – in Form von so genannten „eBay Punkten“.

Wer also jetzt ein Produkt für 100 Euro verkauft, bekommt vom Online-Marktplatz anschließend fünf Euro in eBay-Punkten. Ein solcher Punkt entspricht jeweils einem Cent. Für fünf Euro gibt es folglich 500 Punkte, die sich bei einem Online-Einkauf bei eBay Deutschland anrechnen lassen.

Umgerechnet entsprechen diese 500 eBay-Punkte wieder einer Ersparnis von fünf Euro. Und so ein Rabatt ist auch noch vergleichsweise einfach zu haben. Bei einer Handvoll Kategorien wie Immobilien oder Fahrzeugen lassen sich Punkte zwar weder bei Verkäufen sammeln noch bei Einkäufen einlösen.

Wenig Einschränkungen, viele Vorteile

Doch ansonsten verzichtet eBay zum Glück auf allzu viele Einschränkungen, die Bonus-Programme bei anderen Händlern schnell unattraktiv machen. Beim Treue-Programm Otto Up beispielsweise lassen sich Gutschriften nur bei Produkten einlösen, die Otto selbst auf seinem Online-Portal anbietet. Bei Angeboten von Dritten dagegen ist das nicht möglich – obwohl Otto seinen Online-Shop zum Online-Marktplatz erweitert und hier daher zunehmend Artikel von externen Handelspartnern stammen.

Bei eBay dagegen können Nutzer die eBay-Punkte sowohl bei Angeboten von Privatkunden einlösen als auch bei Neuware von gewerblichen Händlern. Dazu steht Nutzern frei, wie viele Punkte sie von ihrem Guthaben bei einem Kauf einlösen. Anrechnen lassen sich die Punkte zudem sowohl auf Produktpreise als auch auf Versandkosten. So schafft eBay handfeste Anreize für Privatverkäufer. Und das ist auch gut so. Denn je mehr Ware privat gehandelt wird, umso stärker wird das Alleinstellungsmerkmal von eBay im Vergleich zu Portal-Betreibern wie Kaufland oder Otto, wo keine Privatpersonen online verkaufen.

Schwierig: Plus-Kunden sammeln auch schon Punkte

Einen Haken gibt es dann aber doch noch. Denn problematisch könnte werden, dass eBay unter dem Namen eBay Plus bereits ein Treue-Programm anbietet. Dieses richtet sich aber nicht an Verkäufer, sondern an Käufer. Diese zahlen eine Pauschale von 19,90 Euro im Jahr. Dafür entfallen zum einen bei ausgewählten Produkten die Versandkosten, zum anderen können Nutzer auch hier Punkte sammeln.

Diese heißen dann aber nicht „eBay-Punkte“, sondern „Plus-Punkte“. Hier gibt es dann außerdem für jeden ausgegebenen Euro nur einen Punkt. Beim neuen Verkäufer-Programm dagegen entspricht ein Euro ja 100 Punkten. Wer als eBay-Kunde daher beide Treue-Programme zeitgleich nutzt, kann schnell durcheinander kommen. eBay sollte daher seine Punktevergabe auf lange Sicht einheitlich gestalten.

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Über Stephan Randler 2912 Artikel
Stephan Randler (42) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.

1 Kommentar

  1. Kurzer Nachtrag: Wenn Kunden die Punkte bei einem Einkauf einlösen, dann übernimmt eBay den Rabatt. Für den Anbieter ändert sich beim Verkaufspreis dadurch also nichts, auch wenn Kunden einen Rabatt erhalten.

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