Corona-Fazit von Intersport: Plan-Umsätze für 2020 werden wohl verfehlt

In dieser Woche hatten zwar Zahlen vom Bundesverband für E-Commerce und Versandhandel (BEVH) verdeutlicht, dass Konsumenten nach dem Corona-Lockdown schon wieder mehr Geld ausgeben. Doch der Verband warnt auch, dass im deutschen Handel „der Weg in die neue Normalität noch weit“ sei.

Intersport
Intersport spürt die Krise (Bild: Intersport)

Diese These untermauert ein Corona-Fazit der Verbundgruppe Intersport, die sowohl online als auch vor Ort verkauft. Beim E-Commerce konnte Intersport durchaus vom Corona-Lockdown profitieren und im vergangenen März 2020 teils „deutliche Zuwachsraten“ bei bestimmten Sortimenten verbuchen.

Besonders nachgefragt wurden demnach Sportartikel für zu Hause. Kein Wunder. Schließlich können sich Verbraucher so auch in Zeiten der Corona-Epidemie fit halten. Beliebt waren auch Badminton Sets, Basketball-Körbe oder Trampolins, um sich im heimischen Garten die Zeit zu vertreiben.

Kerngeschäft der Intersport-Gruppe ist aber der stationäre Einzelhandel, der im März 2020 ja wegen den Corona-Leitlinien schließen musste. Der Online-Handel konnte daher zwar im März und April 2020 zum Vorjahr deutlich zulegen, aber die Umsatzeinbrüche im stationären Einzelhandel nicht auffangen.

Anfang April hatte eine interne Befragung ergeben, dass Intersport-Händler allein für die Monate März und April starke Umsatzrückgänge im hohen zweistelligen Bereich im Vergleich zum Vorjahr erwarten.

Diese Einschätzung hat sich nun in den realen Umsätzen bestätigt, wie die Verbundgruppe mitteilt. So steigen zwar die Umsätze wieder leicht, nachdem lokale Läden wieder öffnen dürfen. Das Geschäft bleibe dennoch unter Vorjahr und hinter Plan. Auch für Mai erwarten Händler rückläufige Umsätze.

Über alle Händler hinweg verdichtet sich jetzt zudem das Bild, dass die Plan-Umsätze für 2020 verfehlt werden. So belasten nicht nur die vergangenen Store-Schließungen die Bilanz. Eine Umfrage unter 300 Sportartikel-Käufern offenbart jetzt zudem zwei grundlegende Trends, die sowohl Intersport als auch generell Online- und Multichannel-Händlern das Leben in diesem Jahr schwer machen dürften:

  • Kunden halten ihr Geld zusammen: Gut jeder Fünfte gibt an, seine Ausgaben bewusst zu reduzieren oder zumindest preissensibler agieren zu wollen. Ohne konkrete Maßnahmen verlaufe daher der Verkauf weiter zurückhaltend und in Wellen mit geringen Frequenzen.
  • Kunden bleiben vorsichtig: Nahezu jeder zweite Befragte gibt an, dass er sich vor Ort unwohl beim Einkaufen fühlt. Kunden müsse man daher ein sicheres Einkaufsgefühl vermitteln. Als ein Beispiel nennt Intersport, dass Kunden vorab online einen Termin buchen sollen – so will auch Ikea lange Warteschlangen vermeiden, wenn bereits zu viele Kunden im Geschäft sind.

Interessant: Vier von zehn Befragten machen nach eigenen Angaben heute zwar mehr Sport als vor dem Corona-Shutdown. Von diesem Trend profitiert Intersport aber nur bedingt. Denn auf der einen Seite steigen die Umsätze mit Artikeln für den Individualsport wie Räder oder Inline Skates durch den Shutdown überproportional. Dafür gibt es aber bei Artikeln für Team-Sportarten deutliche Rückgänge.

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Über Stephan Randler 2453 Artikel
Stephan Randler (40) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.

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