Erst Zalon, jetzt Zircle: Zalando schließt das nächste Shopping-Angebot

Der Mode-Versender Zalando dünnt sein Portfolio an Online-Shopping-Services weiter aus. Denn nachdem ja erst im vergangenen Monat der Curated-Shopping-Service Zalon geschlossen wurde, ist ab sofort ein weiterer Sub-Shop offline. Eingestellt wurde gerade eben nämlich das Shopping-Angebot Zircle, über das Kunden gebrauchte Mode kaufen konnten – wahlweise in einem Online-Shop oder einer Smartphone-App.

Zircle Offline
Zircle.de ist jetzt offline (Bild: Screenshot)

„Wir prüfen kontinuierlich unser Portfolio und unsere Pläne, um sicherzustellen, dass wir unsere Zeit und Ressourcen in die Bereiche investieren, die für unsere Kunden am relevantesten sind“, erklärt Zalando gegenüber neuhandeln.de. Der Mode-Spezialist aus Berlin habe sich daher nach „gründlicher Überlegung und Prüfung“ dafür entschieden, die Smartphone-App von Zircle einzustellen.

Diese war zwar nur für Kunden in Deutschland verfügbar. Beerdigt wurden nun aber auch die Online-Shops von Zircle, die Zalando für Kunden in Deutschland und für Verbraucher in acht weiteren Ländermärkten betrieben hatte.

Die Online-Shops zeigen daher jetzt nur noch eine statische Website, auf der Zalando das Aus verkündet (siehe Screenshot oben). In der Smartphone-App erklärt Zalando den Nutzern wiederum, dass sie keine Artikel mehr bei Zircle kaufen können. In beiden Fällen empfiehlt Zalando seinen Kunden deshalb einen Einkauf bei Zalando.de beziehungsweise in der klassischen Smartphone-App von Zalando. Hier können Kunden schließlich auch gebrauchte Textilien kaufen, wenn sie Second-Hand-Mode bestellen möchten.

Verschiedene Geschäftsmodelle für App und Online-Shops

Vor diesem Hintergrund ist es nur logisch, dass sich Zalando von seinen Zircle-Beibooten trennt. Denn gestartet wurden diese Shopping-Angebote vor einigen Jahren in einer Zeit, in der Zalando in seinem Hauptshop noch keine Second-Hand-Mode angeboten hatte. Mit den Zircle-Angeboten hatten sich die Berliner daher an das Geschäft mit gebrauchten Textilien herangetastet. Die Zircle-App war dabei wie ein Kleinanzeigen-Portal konzipiert. Verbraucher konnten hier zum einen eigene Sachen an andere Nutzer verkaufen. Zum anderen war aber auch möglich, Mode von anderen auf dem Marktplatz zu erwerben.

Bei den Zircle-Shops dagegen konnte man gebrauchte Mode immer nur direkt an Zalando verkaufen. Auch angeboten wurden hier Second-Hand-Textilien ausschließlich von Zalando selbst. So einen Service bietet Kunden aber inzwischen die Shop-Kategorie „Pre-owned“, in der Kunden seit dem Herbst 2020 direkt bei Zalando.de gebrauchte Mode bestellen können. Seitdem können Verbraucher auch direkt im Hauptshop solche Textilien an Zalando verkaufen, die sie selbst nicht mehr benötigen. Nachvollziehbar also, dass sich Zalando nun auf die neue Pre-owned-Kategorie in der Zalando-Website und der Zalando-App konzentriert.

Die Shop-Kategorie „Pre-Owned“ bietet Zalando in seinem Online-Shop derzeit in 13 Ländern an. In neun Märkten davon gab es bislang zusätzlich einen eigenständigen Zircle-Shop, der nur auf den Online-Handel mit Second-Hand-Mode zugeschnitten war. Generell wurden diese Zircle-Shops parallel zum klassischen Online-Angebot betrieben, um Kunden damit gezielt anzusprechen, die nur gebrauchte Textilien suchten.

Dass die Zircle-Angebote beendet wurden, hat nach Angaben von Zalando keine negativen Auswirkungen auf Mitarbeiter. „Allen Zircle-Mitarbeitern wurden alternative Positionen bei Zalando angeboten, die sie angenommen haben“, verdeutlicht der Fashion-Spezialist aus Berlin auf Nachfrage von neuhandeln.de.

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Über Stephan Randler 3203 Artikel
Stephan Randler (43) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.

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  1. Zalando stampft nach Zalon auch Zircle ein – Exciting Commerce

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