Curated Shopping: Zalando schließt separaten Online-Shop Zalon.de

Der Online-Händler Zalando trennt sich von einem E-Commerce-Beiboot. Denn zum 01. Oktober 2022 wird der deutsche Sub-Shop Zalon.de eingestellt. Diesen hatte der Mode-Händler aus Berlin vor sieben Jahren gestartet, um damit sein Kerngeschäft zu ergänzen. Kaufen konnten Kunden daher auch bei Zalon generell Mode. Doch vermarktet wurden die Textilien über einen anderen Ansatz als beim Fashion-Shop Zalando.de.

Zalon.de offline
Zalon.de wird eingestellt (Bild: Screenshot)

Konzipiert war Zalon.de nämlich nicht als klassischer Online-Shop, sondern als ein so genannter Curated-Shopping-Service. Solche Angebote richten sich an Verbraucher, die zwar gerne online Mode kaufen möchten – aber nicht so recht wissen, welcher Style denn zu ihnen passt und was sie konkret kaufen sollen.

Bei Zalon.de konnten Kunden daher zunächst am PC zu Hause einen Online-Fragebogen ausfüllen. Hier wurde zum Beispiel ermittelt, welcher Stil generell einem Verbraucher gefällt, welche Farben er denn prinzipiell mag und was er ungefähr für neue Mode bei seinem Online-Einkauf ausgeben möchte.

Diese Angaben hat danach ein Stylist als Basis genommen, um ein passendes Outfit für den jeweiligen Nutzer zusammenzustellen. Dabei wurden verschiedene Teile wie T-Shirts, Schuhe oder Hosen in eine Box gepackt und an den Kunden geschickt. Dieser konnte dann in Ruhe zu Hause alle Klamotten anprobieren, die vom Stylisten für ihn ausgewählt wurden. Pro Box wurde eine Service-Gebühr von 9,95 Euro fällig.

Zalon-Service wird in Zalando.de integriert

Diese hatte Zalon aber seinen Kunden erlassen, sobald diese mindestens ein Teil aus einer Outfit-Box behalten haben. Ansonsten konnten Kunden natürlich prinzipiell alle Artikel retournieren, wenn ihnen die ausgewählten Textilien nicht gefallen haben. Damit eine Box aber möglichst den Geschmack des Kunden trifft, konnte man vor dem Versand einsehen, welche Artikel ausgewählt wurden. Nutzer konnten dadurch noch Teile austauschen lassen, die ihnen schon vorab nicht gefallen haben. Zudem war es möglich, die Auswahl auf bestimmte Anlässe einzugrenzen. So konnten sich Nutzer zum Beispiel nur Mode senden lassen, die sich für ein Business-Outfit eignet. Versand und Retouren waren für die Kunden kostenlos.

An diesem Curated-Shopping-Prinzip will Zalando übrigens weiterhin festhalten – auch wenn der Sub-Shop Zalon demnächst geschlossen wird. Denn nach eigenen Angaben ist geplant, künftig direkt bei Zalando.de einen „neuen Personal-Shopping-Service“ anzubieten. Diesen will der Berliner Mode-Händler nämlich in sein Kundenprogramm Zalando Plus integrieren, um zusätzliche Mehrwerte für Plus-Nutzer zu schaffen.

Und das ist eine nachvollziehbare Entscheidung. Denn letzten Endes ist der Curated-Shopping-Service bei Zalando besser aufgehoben als in einem separaten Sub-Shop. Denn beim Kerngeschäft kann Zalando den Service vielen Bestandskunden als zusätzliches Feature schmackhaft machen, während man Zalon an sich erst bei möglichen Kunden bekannt machen muss. Deshalb wurde der Sub-Shop früher über eigene TV-Spots beworben. Die Integration in den Haupt-Shop ist aber noch aus einem anderen Grund sinnvoll.

Denn bei ihrem Treueprogramm Zalando Plus werben die Berliner bereits heute damit, dass Kunden eine persönliche Stilberatung erhalten. Hier können sich Kunden auch von Stylisten beraten lassen, wenn sie nicht sicher sind, was sie kaufen sollen. Wenn dieser Service nun ausgebaut wird, ist das nur folgerichtig.

Denn nach eigenen Angaben besuchen Plus-Kunden den Online-Shop von Zalando nicht nur doppelt so oft wie Kunden ohne Plus-Mitgliedschaft. Wer das Treueprogramm nutzt, gibt zudem dreimal so viel aus wie Kunden ohne eine Plus-Mitgliedschaft. Vor diesem Hintergrund hatte Zalando daher schon im Frühjahr angekündigt, sein Kundenprogramm auszubauen. „Durch die Integration von Zalon in Zalando Plus stärken wir die persönliche Stilberatung“, argumentiert daher nun auch Zalando. „Unser neuer persönlicher Einkaufsvorteil wird Kunden weiter mit Stylisten zusammenbringen, die ihnen eine Stilberatung anbieten und passende Modeartikel auswählen.“ Wie das genau in der Praxis aussieht, sieht man dann ab Herbst 2022.

Zalon wird übrigens als eigenständiger Service in allen Märkten eingestellt, in denen der Sub-Shop gestartet war. Das eigenständige Curated-Shopping-Angebot wird deswegen zum 01. Oktober 2022 also nicht nur in Deutschland geschlossen, sondern auch in Holland, Belgien, Schweiz, Österreich und Schweden beerdigt.

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Über Stephan Randler 3113 Artikel
Stephan Randler (42) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.