Kleines Angebot, kluges Sourcing: So bietet Zalando gebrauchte Mode an

Im Frühjahr hatte man es angekündigt, nun ist es so weit: Ab sofort können Verbraucher bei Zalando erstmals gebrauchte Mode bestellen. Allerdings wird das neue Angebot an Second-Hand-Fashion im Online-Shop ein wenig versteckt. So gibt es zum Beispiel im Hauptmenü des Zalando-Shops aktuell keine Kategorie, über die sich gebrauchte Textilien ausfindig machen lassen. Vielmehr vermarktet Zalando seine Gebrauchtmode in dem Sub-Menüpunkt „Pre-Owned“. Der erscheint aber erst, wenn Internetnutzer im Online-Shop zunächst entweder den Menüpunkt „Damen“ oder „Herren“ wählen.

Zalando Wardrobe
Kunden sollen Mode an Zalando einsenden

Dann lässt sich die Gebrauchtmode nach Schuhen, Bekleidung, Accessoires und Sport-Artikeln filtern. Von Second-Hand-Artikeln gibt es aber oft oder fast nur Einzelstücke. Deshalb werden Second-Hand-Artikel meistens nur in einer Größe angeboten. Damit fällt das Angebot zum Start recht übersichtlich aus.

Bei Second-Hand-Schuhen für Männer gibt es zum Start zum Beispiel gerade einmal 16 Artikel insgesamt zu kaufen. In meiner Größe 45 ist dann sogar nur noch ein einziges Angebot verfügbar. Damit das Second-Hand-Angebot für Kunden attraktiv wird, muss Zalando unbedingt das Sortiment erweitern.

Das sollte den Berlinern allerdings gelingen. Denn das Sourcing übernehmen die Kunden selbst für Zalando. So sollen Verbraucher nämlich gebrauchte Kleidung an Zalando einsenden, wenn sie diese Mode selbst nicht mehr tragen möchten. Dabei nimmt Zalando nicht nur Ware an, die Kunden bei den Berlinern zuvor gekauft haben. Angekauft werden auch Textilien von Marken, die Zalando selbst gar nicht in seinem Sortiment führt. Kein schlechter Schachzug. Denn so erweitert Zalando nicht nur sein Angebot. Die Berliner binden Kunden auch an sich, wenn sie noch einen Mode-Ankaufservice bieten.

Geschickte Strategie: Zalando-Kunden beschaffen die Ware

Wer gebrauchte Mode an Zalando verkaufen will, muss die Textilien fotografieren und diese Fotos mit Infos zu Marke und Kategorie online an Zalando übermitteln. Danach wird Nutzern mitgeteilt, wie viel Zalando für die Second-Hand-Fashion bezahlt. Anschließend können Verbraucher ihre gebrauchte Kleidung in ein Paket stecken und kostenlos an Zalando senden. Zum Abschluss wird die Ware von Zalando geprüft und danach im Online-Shop angeboten. Verkaufen können Verbraucher an Zalando aber immer nur neuwertige Ware ohne sichtbare Gebrauchsspuren. Den Ankaufspreis können sich Verbraucher dann entweder als Zalando-Gutschein auszahlen lassen – oder alternativ auch spenden.

Verkauft wird die Second-Hand-Ware also immer von Zalando selbst. Das unterscheidet das Angebot von anderen Online-Portalen, wo Verbraucher gebrauchte Mode an andere Verbraucher verkaufen. So einen Marktplatz mit Flohmarkt-Charakter will Zalando aber bewusst nicht in seinem Online-Shop.

„In unserem Fashion-Store finden Kunden ein qualitätsgeprüftes Sortiment mit professionellen Fotos und Produktdetails“, argumentiert Torben Hansen, Vice President für Re-Commerce bei Zalando. „So garantieren wir ein einheitliches Einkaufserlebnis auf unserer Plattform mit dem gewohnten Komfort wie schnellem Versand oder 100 Tagen Rückgaberecht.“ Damit biete Zalando bei gebrauchter Mode einen Rundum-Sorglos-Service. Kunden müssten sich daher keine Gedanken mehr über irreführendes Bildmaterial, gefälschte Ware, Preisverhandlungen oder die Wahl der Zahl- und Versandarten machen.

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Über Stephan Randler 2926 Artikel
Stephan Randler (42) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.