„Geschäftsmodell ist digital“: Sheego beerdigt alle Print-Kataloge

Die Sheego GmbH verabschiedet sich aus dem klassischen Versandhandel. Denn ab sofort versendet der Spezialist für Plus-Size-Mode keine gedruckten Kataloge mehr. Mit diesem Schritt reagiert der Textil-Händler aus der Otto-Gruppe nach eigenen Angaben jetzt auf das Feedback und Kaufverhalten seiner Kundschaft.

Torge Doser
Torge Doser (Bild: Sheego GmbH)

„Unser Geschäftsmodell ist digital“, erklärt Torge Doser (siehe Foto), Vorsitzender der Geschäftsführung von Sheego in Frankfurt. „Da ist es nur konsequent, auf gedruckte Kataloge zu verzichten – zumal unsere Kundin uns zeigt, wie wichtig ihr digitale Inspiration und ein digitales Kauferlebnis sind.“

Ihm zufolge würden sich Kunden bei Sheego heute online inspirieren lassen und anschließend auch online kaufen. Fast alle Kunden kauften laut der Otto-Tochter zuletzt online bei Sheego, über reine Katalogbestellungen wurden dagegen nur etwa fünf Prozent der Nachfrage beim Anbieter von Plus-Size-Fashion erzielt.

Allerdings wurden die Print-Kataloge zuletzt in erster Linie genutzt, um Kunden zu inspirieren. Wer daher einen gedruckten Katalog bekam, hat in der Regel danach online bestellt. Um Kunden in Zukunft in den Sheego-Shop zu locken, wird es aber kleine Print-Mailings in Briefform geben. Diese sollen auf besondere Modethemen oder Angebote aufmerksam machen. Ansonsten setzt Sheego beim Marketing nur noch auf Digital-Maßnahmen. So sollen unter anderem personalisierte Newsletter die Kunden zu Käufen inspirieren.

Baur seit diesem Jahr auch ganz ohne Katalog

Zu diesem Zweck veranstaltet Sheego seit dem vergangenen Jahr auch eine eigene Live-Shopping-Show, die online ausgestrahlt wird und in der verschiedene Produkte in Echtzeit präsentiert werden.

Die Marke „Sheego“ wurde 2009 im Otto-Konzern gegründet, um in das Textil-Geschäft mit Plus-Size-Mode einzusteigen. Zum Start war das Geschäft noch bei dem Schwab Versand in Hanau angesiedelt, der aber inzwischen eingestellt wurde. Bislang hat Sheego pro Jahr bis zu zehn verschiedene Kataloge verschickt.

Je nach Katalog betrug die Auflage zwischen 150.000 und 300.000 Exemplaren. Im Otto-Konzern hatte sich erst vor einigen Monaten der Baur-Versand ebenfalls vollständig aus dem klassischen Katalog-Geschäft verabschiedet: Nach dem Hauptkatalog wurden in diesem Sommer auch die Spezial-Kataloge eingestellt.

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Über Stephan Randler 3250 Artikel
Stephan Randler (43) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.