Online-Shop von Schwab jetzt offline – Gourmondo vor dem Restart

Der Schwab-Versand ist Geschichte. Denn wer jetzt den entsprechenden Online-Shop unter Schwab.de aufsuchen will, sieht nur noch eine statische Seite und erhält ein paar Worte zum Abschied („Wir sagen Tschüss“). Überraschend kommt das Aus der Otto-Tochter in diesen Tagen aber nicht. Im Gegenteil.

Schwab offline
Schwab verabschiedet sich (Bild: Screenshot)

Denn die Schwab Versand GmbH aus Hanau hatte bereits in diesem Februar angekündigt, den Universal-Versender Schwab als auch das dazu passende Export-Geschäft von Avendro einzustellen. Mit diesem Schritt will die Otto-Tochter nun wieder in die Profitabilität zurück kehren, nachdem bisherige Maßnahmen nach eigenen Angaben „keinen nachhaltigen Erfolg“ hatten.

Künftig will sich die Otto-Tochter daher ausschließlich auf das Geschäft mit großen Größen der Plus-Size-Marke Sheego konzentrieren, die ja von der Schwab Versand GmbH erst im Jahr 2009 gestartet worden war.

Der gleichnamige Schwab-Versand wurde dagegen bereits im Jahr 1954 gegründet und ist seit 1976 ein Unternehmen der Otto-Gruppe, das unter anderem Mode, Technik und Haushaltsprodukte vertreibt. Allerdings befindet sich die Vertriebsmarke Schwab schon länger in einem „Abschöpfmodus“, wo man mit wenig Investitionen möglichst viel aus dem vorhandenen Kundenstamm heraus holen will. Das ist nachvollziehbar. Schließlich konkurriert der Universal-Versender Schwab inzwischen mit Dickschiffen wie Amazon.de im Versandhandel und der Otto-Konzern bietet unter seiner Kernmarke Otto ja auch schon ein Vollsortiment an. Sheego hat dagegen als reines Plus-Size-Label ein schärferes Profil als der Schwab-Versand und positioniert sich mit seinen großen Größen so in einer klar definierten Nische.

Zentrale zieht nach Frankfurt, Logistik geht an Hermes

Zu den Umbau-Maßnahmen gehört jetzt auch, dass Sheego künftig von Frankfurt aus gesteuert wird. Zum Ende des Jahres verlässt das Unternehmen daher den bisherigen Firmensitz in Hanau und arbeitet künftig mit rund 220 Mitarbeitern in der „Mode-Metropole“ am Main, wo man sich für Sheego „beste Netzwerk-Verbindungen“ erhofft. Der hauseigene Logistik-Standort Langenselbold bleibt erhalten, wird aber künftig im Otto-Konzern durch den Dienstleister Hermes Fulfilment betrieben. So werden nach offiziellen Angaben weitere 280 Arbeitsplätze gesichert. Zuletzt hatte der Schwab Versand noch 849 Vollzeit-Mitarbeiter in der Zentrale und der rund zehn Autominuten entfernten Logistik beschäftigt.

Laut einem kürzlich veröffentlichten Jahresabschluss ist der Netto-Umsatz der Schwab Versand GmbH in dem Geschäftsjahr 2018/2019 (Ende: 28. Februar) um 2,5 Prozent auf 209,9 Mio. Euro gesunken (inkl. Schwab, Sheego und Avendro). Nach eigenen Angaben ist diese Entwicklung auf die Marke Schwab und das Export-Geschäft zurückzuführen, der Nischen-Shop Sheego konnte prozentual einstellig wachsen. Erreicht wurde 2018/19 zwar ein Ergebnis nach Steuern von 20,1 Mio. Euro. Enthalten sind aber auch Erträge aus Gewinnabführungsverträgen von 53,7 Mio. Euro und Beteiligungen (4,8 Mio. Euro). Nimmt man nur den Netto-Umsatz von 209,9 Mio. Euro plus sonstige betriebliche Erträge von 8,5 Mio. Euro und zieht davon dann Aufwendungen und Abschreibungen ab, ergibt sich ein Wert von -31 Mio. Euro.

Schwab Versand Umsatz
Entwicklung der Schwab Versand GmbH mit Schwab, Sheego und Avendro (Angaben in Mio. Euro)

In der Nische unterwegs war auch der Gourmondo-Versand, der online ein eFood-Sortiment rund um Feinkost und Delikatessen angeboten hatte. Im März wurde das Online-Angebot aber von der Delticom AG eingestellt, die den eFood-Shop erst vier Jahre zuvor übernommen hatte. Seit dem Aus will sich die Delticom AG wieder auf ihr Kerngeschäft – den Online-Handel mit Reifen in Europa – konzentrieren.

Für Gourmondo gibt es jetzt trotzdem eine Zukunft. So ist auf der Website zu lesen, dass in Kürze der „Gourmondo-Genuss“ weitergehen wird. Interessenten können sich bereits jetzt für einen Newsletter anmelden, um über den Restart informiert zu werden. Ab Herbst 2020 soll es weiter gehen, wie man einer Google-Anzeige entnehmen kann. Hinter dem Angebot steht nun eine Gourmondo GmbH aus Grünwald (bei München) und nicht mehr die bisherige Gourmondo Food GmbH, die nach Angaben im Unternehmensregister aufgelöst wurde. Sobald der neue Shop startet, werde ich darüber berichten.

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Über Stephan Randler 2653 Artikel
Stephan Randler (41) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.