Entspannte Kundschaft: Schneckenpost von Galaxus wird angenommen

Vor zwei Monaten hat die Digitec Galaxus AG in ihren Online-Shops eine neue Versandoption eingeführt. Seitdem können Kunden dem Online-Händler freiwillig eine langsamere Lieferung erlauben, wenn sie etwas länger auf ihre Bestellung warten können. Jetzt ziehen die Shop-Verantwortlichen ein erstes Fazit und freuen sich über die positive Resonanz auf die neue Versandoption, die intern als „Schneckenpost“ bezeichnet wird.

Galaxus Logistik
Galaxus Logistik (Bild: Digitec Galaxus AG)

Demnach wird die neue Versandoption rege genutzt. Das zeigt eine Auswertung von allen Bestellungen, die seit dem Projektstart in den Online-Shops der Digitec Galaxus AG eingegangen sind. Über alle Länder hinweg wurde demnach bei 15 Prozent der Bestellung von Kunden angeklickt, dass die Lieferung nicht eilt.

Bei dem deutschen Online-Shop Galaxus.de wurde sogar bei 17,6 Prozent der Bestellungen eine langsamere Lieferung erlaubt. „Die hohe Quote freut mich enorm“, sagt Philipp Mahler, der als Product Owner am neuen Shop-Feature mitgearbeitet hat. „Ich bin beeindruckt, wie entspannt unsere Kundschaft ist.“

Nach der eigenen Analyse erlauben generell mehr ältere Kunden als jüngere Käufer, dass ihre Bestellungen langsamer bearbeitet werden dürfen. Die Auswertung zeigt zudem: Je teurer ein Produkt ist, umso weniger wird die neue Schneckenpost ausgewählt. Hochpreisige Produkte wollen Kunden demnach gerne so schnell wie möglich haben – auch wenn sie dem Händler mit der langsameren Lieferung etwas Gutes tun könnten.

Schneckenpost erleichtert Digitec Galaxus die Arbeit

Wer sich nämlich als Kunde für die neue Versandoption entscheidet, bekommt sein Päckchen ein oder zwei Tage später als üblich. So will das E-Commerce-Unternehmen seine Logistik und den Versand optimieren. Denn das neue Shop-Feature soll nicht zuletzt am Montag morgen die Logistik entlasten, wenn nach dem Wochenende die Frühschicht startet. Dann müssen nämlich viele Bestellungen abgearbeitet werden, die am Wochenende aufgelaufen sind. Je mehr Kunden dann eine langsamere Lieferung erlauben, umso weniger Bestellungen müssen sofort verpackt werden. Die Schneckenpost erleichtert so Digitec Galaxus die Arbeit.

Der Kunde dagegen hat vom neuen Shop-Feature zunächst nichts. Denn es gibt weder einen Rabatt noch ein Goodie, wenn man von sich aus eine langsamere Lieferung erlaubt. Doch die Erfahrung lehrt: Beim Online-Shopping ist vielen Verbrauchern wichtig, dass sie ihre Bestellung auch zum versprochenen Zeitpunkt erhalten. Wie schnell eine Bestellung ankommt, spielt dagegen oft eine untergeordnete Rolle.

Schneckenpost
So sieht jetzt das neue Shop-Feature bei Galaxus Deutschland aus (Bild: Screenshot)

Vor diesem Hintergrund hatte sich bereits zum Projektstart abgezeichnet, dass die neue Schneckenpost durchaus ankommen könnte. Denn Kunden dürften ja generell lieber von vornherein etwas länger auf ihre Bestellung warten, wenn sie dafür zum vereinbarten Zeitpunkt eintrifft – statt auf eine schnelle Lieferung zu hoffen, die nachher nicht eingehalten wird. Passend dazu hatte man im August auch angekündigt, dank der neuen Option das „Lieferversprechen noch verlässlicher einhalten“ zu wollen. Mit Erfolg. Denn seit es die Schneckenpost gibt, ist tatsächlich der Anteil der Pakete gestiegen, die die Lager rechtzeitig verlassen.

Hinter Galaxus Deutschland steht die Digitec Galaxus AG aus Zürich, die in der Schweiz zu den größten Playern im Online-Handel zählt. Denn in der Alpenrepublik betreibt der Online-Händler die zwei Shopping-Portale Digitec.ch (Sortiment: Elektronik; Start: 2001) und Galaxus.ch (Universalangebot; Start: 2012). Der deutsche Online-Shop wurde erst 2018 gestartet. Zusätzlich verkauft Galaxus Deutschland seit Herbst 2021 an Kunden in Österreich, die ebenfalls über die Logistik in der Bundesrepublik beliefert werden.

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Über Stephan Randler 3203 Artikel
Stephan Randler (43) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.