„Nakiki“: Windeln.de AG internationalisiert Shopping-Club

Seit drei Jahren betreibt die Münchner Windeln.de AG unter dem Namen „Windelbar“ einen zusätzlichen Shopping-Club, in dem sich junge Eltern mit stark rabattierter Saisonware und Restposten eindecken können. Zum Dezember 2015 bekommt der Shopping-Club allerdings einen frischen Anstrich und wird dann unter dem Markennamen „Nakiki“ neu positioniert.

Nakiki.deNeuer Name, altes Angebot: Windelbar heißt künftig Nakiki (Bild: Screenshot)

Dass der Shopping-Club jetzt anders vermarktet wird, hat handfeste Gründe. Zum einen ziele der Name „Windelbar“ zu sehr auf Verbrauchsgüter ab (also Windeln), obwohl die Münchner über ihren Shopping-Club auch zunehmend Kinderbekleidung oder Spielwaren anbieten.

Zum anderen – und das dürfte wohl das ausschlaggebende Argument gewesen sein – lässt sich der Markenname „Windelbar“ schlecht internationalisieren, da es dafür zum Beispiel keinen passenden englischsprachigen Begriff gibt. Einen Kunstnamen wie „Nakiki“ kann Windeln.de dagegen praktisch in allen Ländermärkten vermarkten, ohne dass man ihn übersetzen muss.

Eine internationale Marken-Strategie rückt wiederum gerade jetzt in den Fokus der Windeln.de AG, weil die Münchner zuletzt stark in ihr Auslandsgeschäft investiert hatten. So betreibt der Spezialversender seit diesem Frühsommer unter dem Namen ”Pannolini” erstmals einen italienischen Online-Shop, nachdem das Kernangebot Windeln.de in Europa bislang nur für Kunden in Österreich, der Schweiz und Deutschland betrieben wurde. Und seit August können italienische Kunden zudem erstmals auch im Shopping-Club „Windelbar“ einkaufen, der in Italien bereits unter dem neuen internationalen Markennamen „Nakiki“ positioniert wird.

Vor diesem Hintergrund dürfte Windeln.de den Shopping-Club wohl auch in weiteren Ländern anbieten, in denen die Münchner aktiv sind – und davon gibt es inzwischen einige. So ist die Windeln.de AG seit dem dritten Quartal 2015 auch in der Slowakei, Polen und Tschechien aktiv, wo man mit Feedo einen einheimischen Konkurrenten übernommen hatte. Ab dem vierten Quartal 2015 erwirtschaftet Windeln.de zudem erstmals Umsätze in Portugal, Frankreich und Spanien, wo man sich mit Bebitus – ebenfalls ein Spezialist für Babybedarf – verstärkt hat.

Zuvor wurden bereits 2013 die Schweizer Shops Kindertraum.ch und Toys.ch übernommen, die ebenfalls junge Eltern als Zielgruppe haben. Zusätzlich verkaufen die Münchner auch an Kunden in China, die eine lokalisierte Version des deutschen Shops Windeln.de nutzen.

Neunmonatsbilanz: Umsätze steigen stark – Verlust allerdings ebenfalls

Die zunehmende Internationalisierung schlägt sich auch in den Zahlen nieder. So konnte die Windeln.de ihren Netto-Umsatz in den ersten neun Monaten um 76 Prozent auf 118,3 Mio. Euro steigern, was man mit einer höheren Zahl an aktiven Kunden (+73 Prozent) sowie einem höheren durchschnittlichen Bestellwert (+4 Prozent) begründet. Der Bestellwert steigt, weil die Windeln.de AG ihr Kernangebot um Babybedarf zunehmend um höherpreisige Sortimente wie Mode erweitert. Die aktiven Kunden steigen wiederum auch dank der Internationalisierung.

So hat der tschechische Anbieter Feedo ab dem dritten Quartal für einen Zusatzumsatz von 3,1 Mio. Euro gesorgt. Ohne diese Übernahme wäre die Windeln.de AG um 72 Prozent gewachsen.

Windeln.de KennzahlenWachstum in allen Sparten: Die Umsätze der Windeln.de AG (Bild: Screenshot)

Vom Gesamtumsatz in Höhe von 118,3 Mio. Euro wurden 97,2 Mio. Euro über den Online-Shop Windeln.de umgesetzt, wobei hier mit 61,4 Mio. Euro fast zwei Drittel über Kunden aus China erwirtschaftet wurden. Über den Shopping-Club Windelbar bzw. Nakiki wurden 12,4 Mio. Euro mit Kunden in der DACH-Regionen und Italien umgesetzt. Weitere 8,8 Mio. Euro kamen über die ausländischen Shops Windeln.ch, Pannolini, Feedo, Kindertraum und Toys zustande.

Parallel hat sich das Ergebnis (EBIT) in den ersten neun Monaten 2015 aber von -9,2 Mio. Euro auf -16.3 Mio. Euro – und damit ebenfalls um 76 Prozent – verschlechtert. Zwar konnte man die Marge von 22,7 auf 25,5 Prozent verbessern, was an margenstärkeren Produkten und verbesserten Einkaufskonditionen liegt. Im Gegenzug sind aber die Verwaltungskosten stark gestiegen. Der Grund sind mehr Personalkosten, weil für IT, Finanzen, Recht, Strategie & Expansion neue Mitarbeiter eingestellt wurden – auch wegen der Internationalisierung.

Dazu passt dann auch, dass es bei den internationalen Shops (Feedo, Pannolini, etc.) ein negatives EBIT von -4,1 Mio. Euro gab. Auch das Shopping-Club-Segment hatte in den ersten neun Monaten 2015 ein negatives EBIT von -4,5 Mio. Euro eingefahren, während es beim Geschäft mit dem deutschen Shop Windeln.de ein positives EBIT von 3,1 Mio. Euro gab.

Auffällig: Im dritten Quartal 2015 allein konnte der Konzern insgesamt zwar um 63 Prozent wachsen, das Wachstum im ersten Quartal (87 Prozent) und im zweiten Quartal (83 Prozent) lag aber deutlich darüber. Das habe zwei Gründe. Zum einen falle das Geschäft in den Sommermonaten wegen des Wetters umsatzseitig immer ein wenig schwächer aus.

Zum anderen wurde Ende August die Direktbelieferung von chinesischen Kunden begonnen. Bislang konnten diese Ihre Bestellungen nur über einen Mittler erhalten, was aber mit einer langen Lieferzeit von bis zu 20 Tagen verbunden war. Durch die Direktlieferung erhalten die Kunden in China ihre Ware nun schon nach zehn Tagen, was für den Konzern aber intern ein Rückschritt ist. Denn nach dem alten Verfahren konnte man Bestellungen bereits nach einem Tag an den Mittler übergeben und abrechnen, jetzt erst nach zehn Tagen. Somit gab es Ende September viele Bestellungen aus China, die erst im Oktober zu Umsatzerlösen führten.

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Über Stephan Randler 2293 Artikel
Stephan Randler (40) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr

1 Kommentar zu „Nakiki“: Windeln.de AG internationalisiert Shopping-Club

  1. In Deutschland haben wir heute über 20 Shoppingclubs wie nakiki, die alle möglichen Waren verkaufen. Und es gib ganz viele Übersichtseiten, wie zum Beispiel: shopping-club.com, die eine Auflistung, Vergleiche, Bewertungen und noch was anbieten.

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