„Erwartete Normalisierung“: Bei der Otto-Gruppe nimmt das Online-Wachstum ab

Die Otto-Gruppe wird ihren weltweiten Online-Umsatz fast zweistellig ausbauen. Das besagen jetzt vorläufige Zahlen für das laufende Geschäftsjahr 2021/22, das am 28. Februar endet. Demnach erhöht sich der Netto-Umsatz im E-Commerce weltweit voraussichtlich von zuvor 9,9 Mrd. Euro um knapp zehn Prozent auf elf Mrd. Euro. Rund 7,6 Mrd. Euro Umsatz davon will die Otto-Gruppe hierzulande erwirtschaften, wo der Online-Umsatz damit um fast neun Prozent steigen soll (Vorjahr: 7 Mrd. Euro).

Sebastian Klauke
Sebastian Klauke (Bild: Otto Group)

„E-Commerce gewinnt über alle Altersgruppen weiter an Relevanz“, freut sich Sebastian Klauke (siehe Foto links), der im Vorstand des Konzerns für das Online-Geschäft zuständig ist. „Gleichzeitig sehen wir jedoch die erwartete Normalisierung im Vergleich zum ersten Jahr unter Corona-Bedingungen.“

Denn im vergangenen Geschäftsjahr 2020/21 konnte die Otto-Gruppe ihren Online-Umsatz weltweit um 25,6 Prozent erhöhen, hierzulande wiederum hatte es ein Wachstum von 24,1 Prozent gegeben. Im Vergleich zu diesen Zahlen fällt das Online-Wachstum jetzt also spürbar schwächer aus.

Das ist allerdings kein Wunder. Denn im Jahr 2020 hatte Corona die Menschen erstmals voll erwischt. Geschäfte mussten daher schließen, um die Verbreitung des Virus einzudämmen. Kunden wurden dadurch mehr oder weniger gezwungen, ihre Käufe ins Internet zu verlagern. Im Jahr 2021 dagegen hat sich der Alltag wieder etwas normalisiert. Das bemerkt auch die Otto-Gruppe bei ihren Händlern, die neben dem Online-Geschäft auch stationäre Läden betreiben. Bei Händlern wie Crate and Barrel haben daher die Umsätze im stationären Einzelhandel jetzt wieder das Vorkrisenniveau erreicht.

„E-Commerce im Alltag aller Altersgruppen angekommen“

Dass die Otto-Gruppe dennoch fast zweistellig im E-Commerce wächst, hat mehrere Gründe. So profitiert der Konzern zum Beispiel davon, dass sich der Mode-Handel wieder erholt hat. Denn im ersten Corona-Jahr war die Nachfrage nach Mode gesunken, weil viele Events ausgefallen sind und Menschen sich weniger treffen konnten. Und wer nur zu Hause sitzt, braucht eben weniger Fashion.

Der Online-Umsatz der Otto-Gruppe steigt nun aber auch deshalb erneut, weil der „E-Commerce im Alltag aller Altersgruppen angekommen“ sei. So würden inzwischen auch ältere Kunden regelmäßig online bestellen. Sehr gut laufe zudem das Online-Geschäft mit Möbeln und Accessoires. Hier wachse die Otto-Gruppe zweistellig – wenn auch nicht mehr so fulminant wie im ersten Corona-Jahr.

Endgültige Zahlen zum Geschäftsjahr 2021/22 veröffentlicht die Gruppe im Mai. Alle Zahlen beziehen sich auf eine vergleichbare Basis. So wurden die Umsätze zum Beispiel bereinigt um das Geschäft von Otto in Japan, das im vergangenen Geschäftsjahr 2020/21 verkauft wurde. In den Zahlen fehlt zudem das Geschäft des Mode-Versenders About You, das in den vergangenen Jahren entkonsolidiert war.

Der Otto-Konzern ist mit seinen drei Sparten Multichannel-Einzelhandel, Service (u.a. Paket-Zusteller Hermes) und Finanz-Dienstleistungen in 30 verschiedenen Ländern vertreten. Zu den bekanntesten Händlern gehören in Deutschland neben dem Otto-Versand noch Limango, MyToys und Witt Weiden.

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Über Stephan Randler 3153 Artikel
Stephan Randler (43) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.