Wegen Wachstumsstrategie: Otto-Gruppe verkauft Japan-Geschäft der Marke „Otto“

Die Otto-Gruppe zieht sich aus Japan zurück – zumindest teilweise. Denn der Konzern aus Hamburg hat sein Tochter-Unternehmen Otto Japan nun über ein Management-Buy-out verkauft. Neuer Eigentümer ist demnach die Firma „Legego Inc.“ von Seiki Maenosono, der Otto Japan bereits seit einigen Jahren als Chief Executive Officer (CEO) führt. Der Käufer übernimmt dazu alle der rund 60 Mitarbeiter in Fernost.

Otto Japan
Online-Shop von Otto in Japan (Screenshot)

„Um im japanischen Markt auch zukünftig erfolgreich zu sein, bedarf es einer landesspezifischen und zielgruppengerechten Vorgehensweise“, erklärt Thilo Bendler, Beiratsvorsitzender von Otto Japan. „Diese lässt sich in der neuen Aufstellung besser realisieren als in einem Konzern wie der Otto-Gruppe.“

In der neuen Konstellation sieht der Handelskonzern aus Hamburg deshalb gute Chancen für Otto in Japan, um „nachhaltig wirtschaftlich erfolgreich“ zu sein. Doch die Otto-Gruppe verkauft das Unternehmen nicht nur, weil man mit dem neuen lokalen Management in Japan bessere Marktchancen sieht.

Der Handelskonzern trennt sich von seinem Japan-Geschäft nämlich auch, weil die Hanseaten seit dem Frühjahr 2017 eine neue Wachstumsstrategie verfolgen. Seitdem bauen die Hamburger ja zum einen ihren Otto-Versand zunehmend zu einem Online-Marktplatz aus. Zum anderen konzentrieren sich die Hanseaten bei ihrem Portfolio auf solche Multichannel-Händler, die etwa durch ihr Sortiment oder ihre Zielgruppe starke Alleinstellungsmerkmale haben und durch Investitionen überproportional zum Markt wachsen sollen: zum Beispiel der auf Eigenmarken spezialisierte Mode-Händler Bonprix oder die Witt-Gruppe, die über verschiedene Vertriebsmarken an die wachsende Zielgruppe der Best Ager verkauft.

Wegen dieser neuen „fokussierten Wachstumsstrategie“ hatte die Otto-Gruppe erst vor zwei Jahren die Online-Shops der Vertriebsmarken von Otto und Quelle in Russland eingestellt. Da passt es ins Bild, dass sich der Konzern nun aus Japan zurückzieht. Wobei aber die Otto-Gruppe weiter ein Joint Venture mit dem Outdoor-Spezialisten Eddie Bauer betreibt (gestartet 1993) und darüber in Japan aktiv bleibt.

Über ein Joint Venture mit einem lokalen Unternehmen wurde auch „Otto Japan“ im Jahr 1986 gestartet. 2007 hatte die Otto-Gruppe sämtliche Anteile übernommen. Im vergangenen Geschäftsjahr 2019/2020 (Ende: 28. Februar) konnte das Unternehmen einen Umsatz im mittleren zweistelligen Millionenbereich einfahren (in Euro), der über den Handel mit Mode und Lifestyle-Produkten erwirtschaftet worden war.

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Über Stephan Randler 2790 Artikel
Stephan Randler (41) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.