Neue Standorte: Hessnatur will erneut offline expandieren

Der Ökomode-Spezialist Hessnatur will weiter im stationären Einzelhandel expandieren. Nach eigenen Angaben sucht der Textilversender daher attraktive Standorte, um noch mehr Kunden direkt vor Ort anzusprechen. Dabei liebäugelt Hessnatur mit Ladengeschäften in Stuttgart und Berlin, wie es gegenüber neuhandeln.de heißt. Einen konkreten Zeitplan gibt es aber nicht.

hessnatur LadenbauDas Geschäft in den Filialen läuft bei Hessnatur derzeit gut (Bild: Hessnatur)

Dass Hessnatur im stationären Einzelhandel expandieren will, ist nachvollziehbar. So gab es im vergangenen Geschäftsjahr 2014/2015 (Stichtag: 31. Juli) ein zweistelliges Umsatzplus von 17,3 Prozent im stationären Einzelhandel, während Hessnatur insgesamt über alle Vertriebswege (Einzelhandel, E-Commerce und Kataloggeschäft) lediglich um 4,3 Prozent zulegen konnte.

Relativieren muss man das Wachstum im Einzelhandel dennoch. Schließlich hat Hessnatur erst im Februar 2014 eine Filiale in Frankfurt eröffnet und im Mai 2014 ein Geschäft in Düsseldorf gestartet. Beide Standorte wurden damit zwar vor dem Beginn des Geschäftsjahres 2014/2015 eröffnet, das am 01. August 2014 startete. Die beiden neuen Läden haben im vergangenen Geschäftsjahr aber erstmals eine volle Berichtsperiode zum Umsatz beigetragen. Das Geschäft vor Ort macht vom Gesamtumsatz in Höhe von 68 Mio. Euro zudem erst 15 Prozent aus, was rund 10,2 Mio. Euro sind. Auf diesem Niveau sind daher einfach hohe Zuwächse möglich.

Eine Filialexpansion ist dennoch sinnvoll. Denn bereits im vorletzten Geschäftsjahr 2013/2014 war der Umsatz im Einzelhandel mit einem Wachstum von 21,1 Prozent stark gestiegen, was der Ökomode-Anbieter damals sowohl mit den beiden neuen Ladengeschäften als auch einer „überdurchschnittlichen Entwicklung in den bestehenden Läden“ begründete. Denn nach eigenen Angaben finde Hessnatur großen Zuspruch, wenn Kunden die Mode direkt fühlen können. Für eine Expansion spricht zudem, dass Hessnatur erst fünf Filialen (plus ein Outlet) betreibt.

Wholesale-Geschäft und Partner-Plattform hinter den Erwartungen

Insgesamt hatte Hessnatur im vorletzten Geschäftsjahr 2013/2014 einen Netto-Umsatz von 63,4 Mio. Euro erreicht. Gegenüber dem vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres gab es zwar ein Umsatzwachstum in Höhe von 4,0 Prozent. Dennoch hatte man die Umsatzprognose damals nicht erreicht. Ursachen hierfür waren die Weiterentwicklung der Anstoßkette sowie der eigenständige Marktauftritt der Haus-Heimtex Kollektion. Beide Maßnahmen hatten nach eigenen Angaben mehr Zeit für die Einführung benötigt als man ursprünglich geplant hatte.

Ähnlich sieht es im gerade abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/2015 aus. Auf der einen Seite gab es zwar hier ein Plus von 4,3 Prozent auf 68 Mio. Euro. Nach eigenen Angaben hatte man aber ursprünglich mit einem Gesamtumsatz zwischen 70 Mio. Euro und 72 Mio. Euro gerechnet.

Dass diese Prognose verfehlt wurde, hat zwei Gründe. So gab es auf das im Geschäftsjahr 2014/15 vorgestellte Wholesale-Konzept von Hessnatur zum einen von Händlern nur eine verhaltene Resonanz. Zum anderen wurde auch das Projekt „Vertriebsplattform“ nicht wie geplant umgesetzt. Hintergrund: Seit einem Jahr können ausgewählte Partner ihre Produkte über den Online-Shop von Hessnatur anbieten. Produkte werden im Namen und auf Rechnung von Hessnatur verkauft und über Dropshipping von Partnern direkt an Kunden geliefert.

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Über Stephan Randler 2244 Artikel
Stephan Randler (40) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr