Mega-Trend Live-Shopping: Otto geht in die Verlängerung – Tchibo pausiert

Der Otto-Versand setzt weiter auf Live-Shopping. Denn gerade wurde eine neue Episode ausgestrahlt, in der Otto verschiedene Möbel, Accessoires und Heimtextilien aus seinem Sortiment vor laufender Kamera vorgestellt hat. Hier führte mit Jenny Augusta erneut eine TV-Moderatorin durch die Sendung, die bereits bei den ersten drei Live-Shopping-Shows von Otto im vergangenen Jahr dabei gewesen ist.

Otto Live-Shopping
Live-Shopping bei Otto.de (Bild: Otto)

Zur Erinnerung: Live-Shows hatten die Hanseaten erstmals im November 2021 gestartet. Direkt zu Beginn hatte Otto zudem angekündigt, das neue Video-Commerce-Format zunächst einmal bis zum Jahresende zu testen.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr daher drei Sendungen ausgestrahlt. Thematische Schwerpunkte waren Produkte der Möbel-Marke Leonique von Otto und Artikel der Eigenmarke „Otto Products“. In der dritten Sendung ging es kurz vor Weihnachten zudem darum, wie man zu Hause den Tisch festlich deckt. Danach war erst einmal wieder Schluss mit Live-Shopping.

Bis jetzt. Denn mit der neuen Ausgabe hat Otto nun die erste Show in diesem Jahr ausgestrahlt. Die Investitionen in den interaktiven Content scheinen sich also durchaus auszuzahlen. Wie viel Otto über eine Sendung (zusätzlich) verkauft, wollen die Hanseaten auf Nachfrage von neuhandeln.de zwar nicht verraten. Fest steht aber, dass im April die nächste Sendung startet. Und diese dürfte Otto ja kaum planen, wenn sich der Aufwand nicht lohnt. Richtig in die Karten blicken lässt sich Otto aber nicht.

„Gehen davon aus, das Format erstmal fortzuführen“

„Es ist noch nichts final in Stein gemeißelt“, betonen die Hanseaten gegenüber neuhandeln.de. „Wir gehen derzeit aber davon aus, das Format erstmal bis mindestens Mitte 2022 fortzuführen.“ Von dem Format sei man generell überzeugt, künftig soll es voraussichtlich ein bis zwei Shows im Monat geben.

Die Sendungen von Otto dauern 20 bis 30 Minuten. Während die Produkte vorgestellt werden, sind die Artikel zeitgleich in einer Shopping-Leiste neben dem Videobild zu sehen. So können Kunden direkt die Produktseiten im Online-Shop aufrufen, wenn sie sich für einen Artikel interessieren. Denn bei diesem Format geht es ja nicht zuletzt darum, Bedarf zu wecken und Impulskäufe anzustoßen. Wer Fragen zu einem Produkt hat, kann diese zudem über ein Chat-Fenster an die Moderatoren stellen. So kann der Online-Händler in Echtzeit beraten und Interessenten ebenfalls dazu bewegen, bei Otto zu bestellen.

Andere Händler führen Live-Shopping fort – Tchibo pausiert

Nach diesem Muster verfahren derzeit auch zahlreiche andere Online- und Multichannel-Händler, die ebenfalls Live-Shopping anbieten. Frisch gestartet haben das Format kürzlich der Mode-Versender Madeleine und der Drogeriemarkt dm. Bereits länger präsentieren Weltbild, Douglas und die Otto-Tochter Mirapodo ausgewählte Produkte vor laufender Kamera. Hier gibt es nach wie vor regelmäßig neue Shows. Nicht nur der Otto-Versand setzt also weiterhin auf das neue Video-Commerce-Format.

„Die Live-Shopping-Events führen zu einer qualitativ höheren Sichtbarkeit für Mirapodo und unsere Marken im Online-Shop“, argumentiert daher stellvertretend die Otto-Tochter Mirapodo gegenüber neuhandeln.de. „Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass das Format von unseren Kunden sehr gut angenommen wird.“ Deshalb gibt es weiterhin zwei bis dreimal pro Woche eine neue Live-Show.

Anders sieht es allerdings bei Tchibo aus. Der Kaffee-Röster hatte zwar auch schon vor einem Jahr mit Live-Shopping begonnen, zuletzt wurden aber keine Sendungen mehr produziert. „Wir konnten nicht die Kundenreichweite erzielen, die wir uns versprochen haben“, erklärt Tchibo auf Nachfrage von neuhandeln.de. „Daher haben wir entschieden, Live-Shopping auf unbestimmte Zeit zu pausieren.“

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Über Stephan Randler 3045 Artikel
Stephan Randler (42) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.

2 Kommentare

  1. Es ist interessant zu welch unterschiedlichen Ergebnissen die einzelnen Unternehmen kommen und welche Konsequenzen sie daraus ziehen. Für mich ein typischer Fall von unzureichenden Erwartungsmanagement.
    Wer ernsthaft glaubt nach 2-3 Sendungen schon signifikante Ergebnisse zu sehen der hat Liveshopping nicht verstanden.
    Da braucht es schon mehr:
    Mehr Sendungen
    mehr Ausdauer
    mehr Know How und
    eine wesentlich höhere Frequenz.
    Das ist im Grunde wie Teleshopping Ende der 90er, das hat kaum jemand gesehen und erst recht niemand gekauft. (Ich war live dabei) Heute sind QVC und HSE sehr profitable Handelsunternehmen.
    Also, nicht verzagen und wenn nötig auch die richtigen Experten fragen.
    Schließlich last ihr euer SEO auch nicht von euren Marketingexperten machen, sondern von SEO Experten.

  2. Einen ähnlichen Eindruck habe ich auch, Olaf. Habe mir das Tchibo-Lliveshopping aus der Mönckebergstraße vor einiger Zeit angesehen. Weit weg von professionellem Präsentieren der Produkte, wie man es aus erfolgreichen und umsatzstarken Teleshopping-Sendungen kennt. Kann sein – dass das so gewollt war. Geht aber besser. Wir unterstützen da normalerweise mit erfahrenen Präsenterinnen, und bereiten die Sendungen je Produkt und Nutzwert für die KundInnen in Vorfeld so vor, dass die Kaufbereitschaft LIVE weiter steigt und optimal ausgeschöpft wird. Nutzen Sie doch diese Erfahrungen.

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