Jahresbilanz von Ikea in Deutschland: Online-Handel boomt wegen Corona

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Bei Ikea Deutschland brummt das Geschäft im E-Commerce. So konnte der Möbel-Riese hierzulande den Online-Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr 2019/20 (Ende: 31. August) auf 861 Mio. Euro netto erhöhen. Das bedeutet ein starkes Wachstum von gleich 74,3 Prozent, das deutlich über dem Zuwachs aus dem Vorjahr liegt. Damals konnte Ikea im Internet erst um 33,2 Prozent auf 494 Mio. Euro zulegen.

Ikea Umsatz
Geschäft von Ikea (Bild: obs/IKEA Deutschland GmbH & Co. KG)

Dass nun das Online-Geschäft noch stärker angezogen hat, liegt natürlich auch an Corona. Denn mit dem Lockdown im Frühjahr musste auch Ikea seine Filialen in Deutschland schließen. Wer daher Möbel oder Accessoires bei den Schweden kaufen wollte, musste gezwungenermaßen bestellen.

Passend dazu war der Online-Umsatz in diesem Frühjahr nach Angaben von Ikea „sprunghaft“ angestiegen. Kein Wunder. Kaufen die Verbraucher in der Corona-Krise doch gerne Sachen, um sich ihr Zuhause zu verschönern. Von diesem so genannten Cocooning-Effekt profitieren in diesem Jahr deshalb auch andere Online-Anbieter von Accessoires, Möbeln und DIY-Produkten.

Während aber das Online-Geschäft stark angezogen hat, war der Gesamtumsatz im Frühjahr um 90 Prozent eingebrochen. Und weil die Einrichtungshäuser gleich mehrere Wochen geschlossen waren, hat sich auch der Offline-Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019/20 um 6,7 Prozent auf nur noch 4,5 Mrd. Euro reduziert. Über alle Vertriebskanäle steht damit nur ein Mini-Plus von 0,9 Prozent in den Büchern. Trotz Online-Boom liegt der Jahresumsatz mit rund 5,3 Mrd. Euro daher also weiter auf dem Niveau des Vorjahres. Weil sich aber mehr Verkäufe ins Internet verlagert haben, hat immerhin nun der E-Commerce bereits einen Anteil von 16,2 Prozent an dem Gesamtumsatz (Vorjahr: 9,4 Prozent).

Ikea konnte aber seinen Online-Umsatz nicht nur steigern, weil das eigene Heim für die Verbraucher wichtiger wurde. Der Möbel-Riese hat auf den Lockdown im Frühjahr auch gut reagiert, indem das Angebot an „Click & Collect“ ausgebaut wurde. So wurden unter anderem Mitarbeiter aus anderen Abteilungen eingesetzt, um Online-Bestellungen zusammenzustellen. Andere Angestellte wiederum hatten begonnen, Kunden online zu beraten. So konnte Ikea auf den Trend reagieren, dass Kunden in der Corona-Krise mehr Geld für ihr Zuhause ausgeben. So hat sich allein bei Ikea in Deutschland der durchschnittliche Online-Bon auf 251,07 Euro erhöht – was einem Anstieg von 53,4 Prozent entspricht.

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Über Stephan Randler 2913 Artikel
Stephan Randler (42) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.