Heine-Versand: Beide Geschäftsführer verabschieden sich auf einmal

Im Sommer hatte ich auf neuhandeln.de berichtet, dass die Otto-Gruppe ihren Mode-Versender Heine neu ausrichtet. Deshalb wird der Heine-Versand ab sofort aus der Witt-Gruppe heraus gesteuert, die ja ebenfalls zum Otto-Konzern gehört. Doch das hat nun Konsequenzen für das alte Heine-Management.

Maximilian Lang
Maximilian Lang (Bild: Otto Gruppe)

So verabschiedet sich die gesamte Geschäftsführung von Heine. Konkret gehen zum 01. Dezember 2019 sowohl Jürgen Habermann (57) als auch Maximilian Lang (54). Für beide sei nun der Weg frei, sich „außerhalb der Otto-Gruppe neuen Herausforderungen“ zu stellen, wie es offiziell heißt.

Lang (siehe Foto) war seit April 2018 als Geschäftsführer für Werbung und Beschaffung zuständig, Habermann hatte sich um Vertrieb und Personal gekümmert. Er hatte bereits im Herbst 2014 bei Heine begonnen, nachdem er in der Otto-Gruppe zuvor Geschäftsführer von SportScheck war.

Lang wiederum hatte vor seinem Engagement bei Heine unter anderem schon beim Otto-Versand den Textil-Einkauf geleitet und war ein Geschäftsführer bei dem Öko-Modehändler Hessnatur gewesen.

Die Heine-Integration in die Witt-Gruppe soll die „Zukunftsfähigkeit“ des Mode-Versenders sichern und eine „Rückkehr zur Profitabilität“ vom Heine-Versand ermöglichen. In der alten Konstellation war die Zukunftsfähigkeit von Heine nach Angaben der Otto-Gruppe gefährdet, weil der Wettbewerbsdruck angestiegen war. Ursprünglich sollte die Witt-Gruppe den Heine-Versand erst zum neuen Geschäftsjahr 2020/2021 (Start: 01. März) übernehmen. Doch die Integration schreite aktuell gut voran, weshalb sich nun auch die beiden Heine-Geschäftsführer Habermann und Lang gleich auf einmal verabschieden.

Otto-Gruppe streicht „Arbeitsplätze in zweistelliger Anzahl“

Obwohl die Witt-Gruppe in der Oberpfalz sitzt, bleibt der bisherige Heine-Standort Karlsruhe erhalten. Im Zuge der funktionalen Anbindung der Heinrich Heine GmbH an die Witt-Gruppe werden bei Heine aber nun trotzdem „Arbeitsplätze in zweistelliger Anzahl“ abgebaut, wie die Otto-Gruppe auf Nachfrage von neuhandeln.de berichtet. Mit dem Betriebsrat sei ein Sozialplan verhandelt worden. Aktuell zeige sich jedoch, dass viele der konkreten Funktionen über Altersteilzeitmodelle und natürliche Fluktuation abgebaut werden können. Grundsätzliches Ziel sei, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten.

Heine bleibt in der Witt-Gruppe als eigenständige Marke erhalten. So sollen der Umsatz gesteigert, die Kosten reduziert, die Produktivität erhöht und Synergien genutzt werden. Konkret soll Heine jetzt zum Beispiel im Witt-Verbund von günstigeren Einkaufspreisen profitieren. Und die Witt-Gruppe ergänzt ihr Marken-Portfolio für die Zielgruppe 50plus nun um eine weitere Marke, die sich an Best Ager richtet.

Die Witt-Gruppe ist in elf Ländern mit acht Marken aktiv. Zu diesen gehören neben „Création L“ und „Witt International“ unter anderem auch noch „Moda Vilona“ und „Your Look for less“. In Deutschland bekannt ist wohl vor allem die Hauptmarke „Witt Weiden“. Kernsortiment sind Textilien, die an Best Ager verkauft werden. Der Heine-Versand wiederum wurde 1951 gegründet, gehört seit Mitte der 70er Jahre zur Otto-Gruppe und hat Frauen zwischen 40 und 50 Jahren als Kernzielgruppe. Über den Online-Shop bedient man Kunden in fünf europäischen Ländern, dazu verkauft man über Print-Kataloge.

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Über Stephan Randler 2295 Artikel
Stephan Randler (40) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr

1 Kommentar zu Heine-Versand: Beide Geschäftsführer verabschieden sich auf einmal

  1. Die Geschäftsführung von Heine besteht seit dem Wechsel aus Iris Brinkmann, Nicole Franke und Alexander Voges. Dabei handelt es sich um geschäftsführende Bereichsleiter, welche seit 01.12.2019 direkt an die Geschäftsführung der Witt-Gruppe berichten.

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