Geschäftsjahr 2021/22: Baur-Gruppe knackt erstmals die Umsatzmilliarde

Die Baur-Gruppe hat einen Netto-Umsatz von 1,001 Mrd. Euro erreicht im vergangenen Geschäftsjahr 2021/22, das am 28. Februar zu Ende ging. So steht auf bereinigter Basis* nicht nur ein Plus von acht Prozent in den Büchern. Die Otto-Tochter hat nun auch erstmals die Umsatzmilliarde knacken können.

Stephan Elsner
Stephan Elsner (Bild: Baur-Gruppe)

Ein Jahr zuvor war das Wachstum mit einem Plus von 17 Prozent zwar noch stärker ausgefallen. Das vorletzte Geschäftsjahr 2020/21 war allerdings auch stark geprägt durch Sondereffekte. Schließlich gab es damals in Deutschland die ersten Lockdowns, um die Corona-Pandemie zu bekämpfen. Verbraucher hatten daher mehr Käufe ins Internet verlagert, als stationäre Geschäfte immer wieder schließen mussten oder nur eingeschränkt geöffnet waren.

Vor diesem Hintergrund hatte man bei der Baur-Gruppe eigentlich damit gerechnet, dass sich das Geschäft im Jahr 2021/22 wieder normalisiert.

Tatsächlich hat sich zwar die Corona-Situation an sich zumindest teilweise wieder ein Stück beruhigt. Bei der Baur-Gruppe hat der Umsatz aber trotzdem nicht stagniert oder abgenommen. Vielmehr konnte die Otto-Tochter auf dem hohen Niveau weiterhin wachsen, das im vorletzten Geschäftsjahr 2020/21 durch den Corona-Boom bei Möbeln und Technik erreicht worden war. Und das hat gleich mehrere Gründe.

Online-Shop Baur.de wächst erneut zweistellig

Beim Kerngeschäft – dem Online-Shop von Baur.de – gab es jetzt ein Wachstum von 19 Prozent. Dieser Wert liegt nicht nur über dem Plus der gesamten Gruppe. Baur.de konnte auch quasi nahtlos das Plus aus dem Vorjahr (+22 Prozent) fortführen. Ein Grund ist, dass Baur sich zunehmend auf das Geschäft mit Möbeln, Heimtextilien und Wohn-Accessoires spezialisiert. Hier konnte die Otto-Tochter punkten, weil Verbraucher zum einen generell solche Produkte zunehmend online kaufen. Zum anderen habe Baur die Kundschaft aber auch mit einem breiten Sortiment überzeugen können als auch mit Service-Leistungen wie der Ratenzahlung gepunktet. Gerade solche Finanzierungsmöglichkeiten hätten sich in Krisenzeiten wie der Corona-Pandemie als entscheidender Erfolgsfaktor beim Online-Handel erwiesen.

Während allerdings die Kernmarke Baur.de erneut zweistellig zulegen konnte, ergibt sich bei der Baur-Tochter Unito ein anderes Bild. Hier hat sich der Netto-Umsatz zum Vorjahr nämlich um sieben Prozent reduziert bei dem E-Commerce-Unternehmen aus Österreich, das hinter Online-Händlern wie Universal, Otto Österreich und Quelle steht. Hauptgrund für den Umsatzrückgang waren gestörte Lieferketten. So stammt der überwiegende Teil des Umsatzrückgangs aus der Techniksparte. Hier waren viele Artikel aufgrund des Chipmangels nicht lieferbar. Der Unito-Umsatz sinkt aber auf einem hohen Niveau: Im Geschäftsjahr zuvor konnte die Otto-Tochter auf vergleichbarer Basis noch um 20 Prozent zulegen.

Baur-Gruppe erreicht neues Rekordergebnis

Beim Geschäft mit Dienstleistungen ging es weiter voran. So hat die Baur-Logistik neue Rekordmengen für Konzerngesellschaften der Otto-Gruppe und externe Kunden abgewickelt, bei der Baur Fulfillment Solutions GmbH (BFS) zog der Umsatz kräftig an. Über alle Konzernsparten steht unterm Strich zudem im Geschäftsjahr 2021/22 das höchste operative Ergebnis, das die Gruppe bislang erreichen konnte.

Das dürfte Leser von neuhandeln.de kaum überraschen. „Neben einem Umsatzzuwachs verbuchen wir für unsere gesamte Gruppe auch ein historisch gutes Ergebnis“, hatte Baur-CEO Stephan Elsner (siehe Foto oben) schließlich schon vor einigen Wochen erklärt – im Exklusiv-Interview mit neuhandeln.de.

* Dienstleistungsumsätze mit About You in der Logistik werden seit dem Börsengang des Fashion-Shops im Juni 2021 nicht mehr als Außenumsätze ausgewiesen. Für eine vergleichbare Basis wurden die beiden Jahre 2020/21 und 2021/22 jeweils um die Umsätze von About You in dem Zeitraum Juni bis Februar bereinigt.

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Über Stephan Randler 3045 Artikel
Stephan Randler (42) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.