500 Standorte vor dem Aus: Douglas will jede fünfte Filiale in Europa schließen

Im Sommer 2020 hatte Douglas angekündigt, ein neues „Zukunftskonzept“ für sein Filialnetz in Europa zu erarbeiten. Denn auch der Parfum-Händler bemerkt, dass sich durch Corona der Strukturwandel im Handel beschleunigt und sich immer mehr Käufe ins Internet verlagern. Douglas wollte deshalb eine „fundierte und verantwortungsvolle Entscheidung“ über das Zukunftspotenzial jeder Filiale treffen.

Douglas
Douglas gibt Filialen auf (Bild: Douglas)

Diese Standort-Analyse wurde nun abgeschlossen. Das Ergebnis: Von derzeit europaweit 2.400 Standorten sollen rund 500 geschlossen werden. Damit steht also jede fünfte Douglas-Filiale vor dem Aus. Von diesen betroffenen Standorten befindet sich zwar der Großteil in Südeuropa. Allerdings zählen zu den 500 betroffenen Standorten rund 60 Filialen in Deutschland, wo Douglas aktuell 430 Standorte betreibt. Hier trifft es also etwa jede zehnte Filiale.

In Deutschland hat Douglas mit der Arbeitsagentur eine Transferagentur beauftragt, um die rund 600 betroffenen Mitarbeiter zu unterstützen.

„Die monatelangen Lockdowns haben den Trend zum Online-Shopping zusätzlich beschleunigt“, erklärt Douglas. So führe generell eine Verschiebung in den digitalen Handel zu Rückgängen im Filialgeschäft. Die Corona-Pandemie habe diesen Wandel beschleunigt. Die Anpassung des Filialnetzes sei daher ein notwendiger Schritt. Frühere Filialschließungen hätten zudem bereits gezeigt, dass deren Umsätze nicht komplett verloren gehen, sondern Teile davon in umliegende Filialen und den Online-Shop abwandern.

Konzernumsatz schrumpft – Online-Handel boomt

Das vergangene Geschäftsjahr 2019/2020 (Ende: 30. September) hat Douglas mit einem Konzernumsatz von 3,2 Mrd. Euro abgeschlossen. Damit liegt dieser Wert zwar -6,4 Prozent unter dem Vorjahr (2018/19: 3,5 Mrd. Euro). Der Umsatzrückgang fällt dennoch vergleichsweise moderat aus. So war ja auch Douglas von den behördlich angeordneten Ladenschließungen im vergangenen Jahr betroffen. Parallel hat sich dafür aber der E-Commerce-Umsatz um satte 40,6 Prozent von 584 Mio. Euro auf 822 Mio. Euro erhöht.

Das liegt aber nicht nur an der Corona-Krise. Denn Douglas investiert auch generell seit Jahren in sein Online-Geschäft, um Kunden mehr Produkte und Services zu bieten. So wurde der Douglas-Shop zum Beispiel bereits 2019 zu einem Online-Marktplatz aufgebohrt, über den externe Händler verkaufen können. Nach dem Start in Deutschland ist der Marktplatz nun auch in Österreich und Frankreich live.

In Südeuropa ist Douglas in Spanien, Portugal und Italien aktiv. Über die genaue Ausgestaltung der Maßnahmen werden in diesen Märkten Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern aufgenommen. Generell sollen alle 500 betroffenen Douglas-Filialen in Europa bis Herbst 2022 geschlossen werden.

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Über Stephan Randler 2731 Artikel
Stephan Randler (41) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.