„Geschäftsmodell der Zukunft“: Douglas startet seinen Online-Marktplatz

Angekündigt wurde es bereits im Frühjahr, nun ist es auch in der E-Commerce-Praxis so weit: Ab sofort betreibt die Parfümerie-Kette Douglas einen Online-Marktplatz. Kunden finden daher im Online-Shop Douglas.de jetzt auch Produkte, die von Partnern geliefert werden – und nicht von Douglas stammen.

Tina Mueller Douglas
Tina Müller (Bild: Douglas)

Los geht es mit über 10.000 Produkten von Drittanbietern, mit denen Douglas nun das eigene Online-Sortiment (aktuell rund 50.000 Artikel) ergänzt. Zum Start handelt es sich bei den Produkten der Douglas-Partner um Anbieter von Naturkosmetik wie Talea oder um Accessoires von Marken wie Brandfield.

„Plattform-Ökonomie ist das Geschäftsmodell der Zukunft“, argumentiert Tina Müller (siehe Foto links), Chief Executive Officer (CEO) der Douglas-Gruppe. „Mit dem Marktplatz läuten wir eine entscheidende Phase unserer digitalen Transformation ein und bauen unsere Position aus.“

Das Partner-Programm startet jetzt zunächst in Deutschland und soll sukzessive in weiteren Märkten ausgerollt werden. Die Partner werden nach eigenen Angaben „sorgfältig kuratiert“ und sollen „hohe Qualitätsstandards“ bieten. Es handelt sich bei der Douglas-Plattform damit um einen geschlossenen Marktplatz im Gegensatz zu Portalen wie Amazon oder eBay, wo sich im Prinzip jeder Händler online anmelden und direkt mit dem Produktverkauf starten kann. Gemein haben beide Ansätze aber, dass Kunden sehen, wenn die Ware von Drittanbietern stammt. So ist auf Produktseiten im Douglas-Shop zu sehen, ob Douglas selbst oder ein Partner den Versand der gewünschten Produkte übernimmt.

Dass solche Plattform-Modelle als zukunftsweisend gelten, ist kein Wunder. Zum einen profitieren Drittanbieter, wenn sie ihre Produkte auf einem reichweitenstarken Portal platzieren können. Zum anderen bauen Anbieter wie Douglas ihr Sortiment aus, ohne selbst das Warenrisiko zu tragen. Für Kunden hat das wiederum den Vorteil, dass sie mehr geboten bekommen und im Idealfall ein Online-Portal öfter aufsuchen – was dadurch für die Partner als Vertriebskanal ja noch interessanter wird.

Der neue Online-Marktplatz ist nicht die erste E-Commerce-Neuerung in diesem Jahr bei Douglas. So wurde das Portfolio schließlich schon um den Online-Shop Niche-Beauty.com erweitert, der wiederum auf das E-Commerce-Geschäft mit Spezialmarken fokussiert ist. Mit dieser Übernahme will Douglas seinen Kunden eine komplementäre Produktwelt bieten und so unterschiedliche Zielgruppen genauer ansprechen. Im Vorjahr hatte Douglas die Parfümerie Akzente GmbH übernommen, die den Online-Shop Parfumdreams.de betreibt. Mit der Übernahme will Douglas den E-Commerce-Fokus schärfen.

Die Douglas-Gruppe betreibt rund 2.400 Parfümerien in Europa und Online-Shops für Kunden in 26 Ländern. Im Geschäftsjahr 2017/18 (Ende: 30. September) lag der Netto-Umsatz bei 3,3 Mrd. Euro.

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Über Stephan Randler 2295 Artikel
Stephan Randler (40) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr

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