„Wir machen Schluss“: Conleys Versand verabschiedet sich bei den Kunden

„Wir schließen in den nächsten Wochen“: Mit diesen Worten verabschiedet sich der Mode-Versender Conleys in einem aktuellen Mailing von seinen Bestandskunden. Passend dazu lautet dann auch die Betreffzeile: „Wir machen Schluss“. Diese Entscheidung sei dem Mode-Spezialisten nicht leicht gefallen, der mit viel Spaß „besondere Sortimente, Labels und Designer“ für seine Kunden zusammen gestellt habe. Damit der Abschied nicht so schwer fällt, verspricht Conleys jetzt „knallige Abschiedsangebote“.

Conleys offline
Conleys verabschiedet sich (Bild: Screenshot)

Das Aus kommt nicht überraschend – sondern genau zu dem Zeitpunkt, der für die Shop-Schließung sinnvoll scheint. Schließlich hatte die Klingel-Gruppe auf Nachfrage von neuhandeln.de bereits im vergangenen Herbst erklärt, dass ihr Mode-Versender im ersten Quartal 2020 offline gehen soll.

Denn mit so einer Shop-Schließung zu Jahresbeginn kann man als Versender noch vom kompletten Weihnachtsgeschäft profitieren und dazu Retouren aus dem Vorjahr abwickeln. Händler können zudem von Kunden profitieren, die Gutscheine oder Geld zu Weihnachten geschenkt bekommen haben.

Der Zeitpunkt für das Conleys-Aus ist also geschickt gewählt. Dass der Mode-Versender in der Klingel-Gruppe keine Zukunft hat, wissen Leser von neuhandeln.de ja ohnehin schon seit vier Monaten. Denn mit dem Conleys-Aus will sich die Klingel-Gruppe nach eigenen Angaben auf die eigenen Kernmarken fokussieren sowie auf Zukäufe mit „höherer strategischer Relevanz und Profitabilität“ konzentrieren.

Conleys war ursprünglich eine Händler-Marke der Creatrade-Gruppe (vormals: Schneider-Gruppe), deren wesentliche Vermögenswerte der Klingel-Konzern im Sommer 2017 nach der Insolvenz der Creatrade-Gruppe übernommen hatte. Das erklärte Ziel war damals gewesen, mit den Creatrade-Marken das Klingel-Angebot im Interesse der Kunden „wirtschaftlich sinnvoll weiter auszubauen„.

Seit der Übernahme trennt sich Klingel aber immer wieder von Creatrade-Marken. So wurde bereits der Möbel-Shop MiaVilla.de vom Netz genommen und der IT-Dienstleister e-velopment verkauft. Auch den eigenen Mode-Shop Stilago hatte die Klingel-Gruppe kürzlich geschlossen und das selbst entwickelte Fitness-Angebot BeActive.de beerdigt. Im Sommer wurde zudem der Standort des Plus-Size-Händlers Happy Size von Frankfurt an den Hauptsitz nach Pforzheim verlagert, um mehr Synergien zu nutzen.

Zur Klingel-Gruppe gehören weiter 15 Vertriebsmarken wie Klingel, Alba Moda oder Impressionen, die sich in erster Linie an Best Ager richten. Der Pforzheimer Konzern beschäftigt rund 2.500 Mitarbeiter.

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Über Stephan Randler 2318 Artikel
Stephan Randler (40) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr

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