Windeln.de will Insolvenzantrag stellen – Online-Shop aktuell nicht erreichbar

Die Windeln.de-Gruppe hat beschlossen, einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zu stellen. Das hat das E-Commerce-Unternehmen am späten Freitag Nachmittag in einer kurzen Mitteilung erklärt. Demnach ist der Vorstand der Gruppe nach einer „eingehenden Prüfung“ zu dem Ergebnis gekommen, dass für die Windeln.de-Gruppe nach eigenen Angaben „keine positive Fortbestehensprognose“ mehr besteht.

Windeln.de offline
Bei Redaktionsschluss war der Shop offline

Laut dem Konzern hatte der Vorstand zuletzt mit Investoren darüber verhandelt, zusätzliche Finanzmittel zu erhalten. Doch die Verhandlungen sind gescheitert, wie die Windeln.de-Gruppe berichtet. Der Vorstand geht daher davon aus, dass „keine hinreichende Wahrscheinlichkeit“ mehr bestehe, dass der „zusätzliche Finanzbedarf der Gesellschaft durch Investoren gedeckt werden“ könne.

Der deutsche Online-Shop Windeln.de ist bei Redaktionsschluss offline (siehe Screenshot). Wer den Web-Shop besuchen will, sieht die Fehlermeldung: „Bad Gateway“. Dazu heißt es, dass man „mit Wartungsarbeiten beschäftigt“ sei.

Kurios: Dass der Online-Shop Windeln.de momentan offline ist, wird von dem Online-Händler selbst auf Nachfrage mit „rechtlichen Maßnahmen“ begründet. Auf Nachfrage von neuhandeln.de teilt die Gruppe zudem mit, dass der Insolvenzantrag „so schnell wie möglich in dieser Woche eingereicht“ werden soll.

Portfolio zuletzt deutlich ausgedünnt

Die Windeln.de-Gruppe wurde im Jahr 2010 gegründet und betreibt nach eigenen Angaben aktuell noch Online-Shops für Kunden in Deutschland und Österreich (Windeln.de), Schweiz (windeln.ch) und China (windeln.com.cn). Vor einigen Jahren hatte die Gruppe noch mehr Shops und Händler-Marken im Portfolio, doch das Geschäft wurde immer weiter ausgedünnt. So wurde das Osteuropa-Geschäft der Händler-Marke Feedo verkauft, ein italienischer Online-Shop geschlossen und das Online-Geschäft der Shop-Marke Nakiki aufgegeben. Erst im Vorjahr hatte die Gruppe die Südeuropa-Shops der Versender-Marke Bebitus geschlossen, die man erst einige Jahre zuvor übernommen hatte – wie einst ja auch Feedo.

Laut der Gruppe wurde im Geschäftsjahr 2021 ein Netto-Umsatz von 52,1 Mio. Euro mit den fortgeführten Geschäftsbereichen erzielt, das Ergebnis (EBIT) aus fortgeführten Geschäftsbereichen lag bei -10,8 Mio. Euro. In den Werten fehlt das Geschäft der Bebitus-Shops, die im Dezember 2021 geschlossen wurden.

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Über Stephan Randler 3203 Artikel
Stephan Randler (43) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.

2 Kommentare

  1. Persönlich ist mir auch unklar, weshalb bei Firmen die lange und dauerhaft beispielsweise im von Windeln.de zeitweise ebenfalls bedienten Spielwarenbereich offensichtlich zu negativen Deckungsbeiträgen anbieten nicht die Anti-Dumping-Kommission eingreift. Würde im Lebensmitteleinzelhandel vermutlich keine 2 Monate dauern.

  2. An sich soll ja jeder Händler selbst entscheiden, zu welchem Preis er seine Ware verkauft. Ob es sich dann immer rechnet, steht auf einem anderen Blatt. Möglicherweise wissen das manche aber vielleicht gar nicht so genau.

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