Drei Gründe: Deshalb kann Westwing jetzt wieder ein Wachstum verbuchen

Der Online-Händler Westwing hat im dritten Quartal 2023 einen Netto-Umsatz von 93 Mio. Euro eingefahren. Das entspricht einem Wachstum von fünf Prozent zum Vorjahr. Damals kam der Spezialist für Home & Living auf einen Netto-Umsatz von 88 Mio. Euro im dritten Quartal. Jetzt liegt der Umsatz aber nicht nur über dem Vorjahresniveau. Erstmals in diesem Jahr kann Westwing in einem Quartal auch ein Wachstum verzeichnen.

Westwing
Neue Marken-Kampagne (Bild: Westwing)

Zur Erinnerung: Im zweiten Quartal 2023 lag der Umsatz mit einem Wert von 102 Mio. Euro leicht unter dem Vorjahresquartal (Q2/22: 103 Mio. Euro), in den ersten drei Monaten des Jahres hatte sich der Umsatz sogar noch um sieben Prozent von zuvor 111 Mio. Euro (Q1/22) auf 103 Mio. Euro (Q1/23) reduziert.

Im dritten Quartal 2023 dagegen steht ein Wachstum in den Büchern – obwohl das Marktumfeld nach wie vor schwierig und die Konsumlaune vieler Menschen weiter gedrückt ist. Laut dem E-Commerce-Verband BEVH sind die Umsätze im deutschen E-Commerce im dritten Quartal 2023 daher zweistellig gesunken.

Dass Westwing in dieser angespannten Marktlage wachsen konnte, ist für die Verantwortlichen kein Zufall. So profitiert der Online-Händler nun nach eigenen Angaben von den positiven Auswirkungen verschiedener strategischer Initiativen. Demnach wurde beispielsweise das Kundenerlebnis dadurch verbessert, dass in diesem Frühjahr die beiden Shopping-Portale „Westwing“ und „Westwing Now“ miteinander verschmolzen wurden. Zuvor hatten die Münchner die Shopping-Angebote getrennt voneinander betrieben. Bei Westwing bekamen Nutzer daher wechselnde Club-Sales geboten, die nur registrierte Nutzer einsehen konnten. Beim Now-Portal dagegen wurden Produkte angeboten, die regulär im Sortiment und öffentlich sichtbar waren.

Neue Portal-Strategie geht auf

Nun können Internetnutzer direkt auf der Website von Westwing auswählen, ob sie Deals oder das Standard-Sortiment kaufen möchten. Die Club-Sales sind zudem öffentlich einsehbar. Nutzer müssen sich daher erst registrieren, wenn sie sich zum Einkauf anmelden möchten. „Das nahtlose Einkaufserlebnis hat Westwing für Design-Liebhaber zugänglicher gemacht“, freut sich der Interior-Spezialist auf Nachfrage von neuhandeln.de.

Ein anderer Erfolgsfaktor sei für Westwing, dass man sich im Markt für „Home & Living“ als eine „Premium-Marke“ positioniert. Vor diesem Hintergrund wurde erst ein Marken-Relaunch durchgeführt und eine neue Marken-Kampagne gestartet (siehe Abbildung oben). Ein Wachstumstreiber sei außerdem, dass immer mehr Produkte aus der hauseigenen Westwing Collection erhältlich sind. Im dritten Quartal wurden daher bereits 48 Prozent vom Brutto-Warenvolumen über Produkte dieser Eigenmarke generiert (Q3/22: 44 Prozent).

Das macht sich auch beim Ergebnis bemerkbar. So hat sich jetzt das bereinigte EBITDA von -4,5 Mio. Euro (Q3/22) auf 2,4 Mio. Euro (Q3/23) verbessert. Ein Grund ist, dass die margenstarke „Westwing Collection“ immer mehr an Bedeutung gewinnt. Zur Wahrheit gehört allerdings auch: Trotz Wachstum liegt der Netto-Umsatz von Westwing immer noch unter den Werten, die in den Corona-Jahren 2020 und 2021 erreicht wurden. Im Vergleich zum letzten Vor-Corona-Quartal fällt der Umsatz aber weiter höher aus (siehe Grafik):

Westwing Umsatz
Umsatzentwicklung im dritten Quartal im Jahresvergleich (Grafik: Westwing Group SE)

Westwing war im Jahr 2011 als Shopping-Club gestartet. Vermarktet wurden daher zunächst nur wechselnde Aktionsangebote, die registrierten Mitgliedern vorbehalten waren. Um das Geschäft auszubauen, wurde 2015 mit „Westwing Now“ ein regulärer Online-Shop gestartet. Um diesen zu besuchen, mussten Verbraucher das separate Shop-Portal Westwingnow.de aufrufen. Wer jetzt diese Seite besuchen will, landet bei Westwing.de. Hier können Kunden dann auswählen, ob sie die Club-Sales nutzen möchten – oder den klassischen Online-Shop. Auf diese neue Strategie setzt Westwing bei allen elf Länder-Shops, die der Online-Händler betreibt.

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