Walbusch-Gruppe: Umsatz steigt, Carel Halff verabschiedet sich

Adreko

Der auf Best Ager spezialisierte Mode-Händler Walbusch wird das laufende Geschäftsjahr 2017 nach eigenen Angaben mit einem spürbaren Wachstum abschließen. Demnach rechnet der Multichannel-Händler damit, mehr als fünf Prozent zulegen zu können. Konkret dürfte der Textil-Spezialist so auf einen Brutto-Umsatz von rund 320 Mio. Euro kommen, nachdem Walbusch das vergangene Jahr 2016 noch mit einen Brutto-Umsatz von 305 Mio. Euro abgeschlossen hatte (inkl. MwSt., nach Retouren).

Carel Halff
Carel Halff (Bild: Halff Beratung)

Wie sich die Umsätze auf die einzelnen Vertriebswege verteilen, verrät Walbusch traditionell nicht. Nach eigenen Angaben gibt es bei den aktuell bundesweit über 40 Filialen aber im laufenden Geschäftsjahr voraussichtlich ein flächenbereinigtes Plus von fünf Prozent, während beim Online-Geschäft ein Wachstum von zehn Prozent in den Büchern stehen soll.

Keine Angaben macht Walbusch zum Katalog-Geschäft, das wohl Umsatz einbüßen dürfte. Denn es hieß schon vor zwei Jahren, dass sich Umsätze aus dem Print-Katalog zum E-Commerce und den Filialen verlagern.

Auch aus diesem Grund hatte Walbusch in den Jahren zuvor deutlich an Umsatz verloren. So hatte sich im Geschäftsjahr 2015 der Brutto-Umsatz gleich um neun Prozent auf 295 Mio. Euro reduziert, nachdem bereits 2014 der Brutto-Umsatz der Versendergruppe um zwei Prozent auf 325,0 Mio. Euro gesunken war. Ein Grund war damals aber nicht nur, dass die Umsatzverluste im klassischen Katalog-Versandgeschäft nicht vollständig durch Wachstum im E-Commerce und Filialgeschäft aufgefangen werden konnten. 2015 war nach eigenen Angaben auch die Frequenz in den Filialen rückläufig.

Hier konnte Walbusch bereits im vergangenen Geschäftsjahr den Turnaround schaffen, da auf vergleichbarer Fläche ein kleines Umsatzplus in den Büchern stand. Über welche Maßnahmen das Geschäft im laufenden Geschäftsjahr im Online-Shop und den Filialen befeuert wird, hat Walbusch bis Redaktionsschluss allerdings nicht verraten. So heißt es nur vage, dass vor zwei Jahren ein „Change-Prozess“ eingeläutet wurde. Dabei habe man das Sortiment „behutsam“ modernisiert und den ehemaligen Katalogversender zu einem E-Commerce- und Filial-Unternehmen transformiert.

Walbusch Umsatz
Die Umsätze von Walbusch (Quelle: eigene Angaben; 2017 neuhandeln-Prognose)

Dafür wurde damals extra der ehemalige Weltbild-Chef Carel Halff in die Geschäftsführung berufen, um die Walbusch-Strategie zu entwickeln. Dieser Prozess sei beendet, weswegen Halff sich nun wieder auf seine E-Commerce-Beratung konzentriert, die er nach seinem Abschied von Weltbild gründete.

Halff bleibt Walbusch allerdings weiterhin als Mitglied des Beirates verbunden. Dafür steht ein anderer Manager vor dem Abschied. So wird Bert Hentschel den Herrenmode-Versender verlassen, bei dem er als Geschäftsführer für Einkauf und Vertrieb zuständig ist. Der 55-Jährige verlässt Walbusch spätestens zum Jahresende 2017, weil es unter anderem „abweichende Auffassungen“ bei der Strategie gibt.

Zur Walbusch-Gruppe gehören neben der gleichnamigen Kernmarke noch die Spezialversender Avena (Gesundheitsversand) sowie Mey & Edlich (Männermode) und Klepper (Outdoor-Mode). Generell ist die Gruppe mit ihren Marken im Versandhandel in Deutschland, Österreich und in der Schweiz aktiv.

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