BEVH-Zahlen: Online-Umsätze mit Waren sinken 2023 stärker als im Vorjahr

Im vergangenen Kalenderjahr haben Verbraucher hierzulande insgesamt Waren im Wert von 79,7 Mrd. Euro brutto im Internet gekauft. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Ausgabe einer Verbraucherbefragung, die der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (BEVH) durchführen lässt. Demnach haben sich die Warenumsätze im E-Commerce zum Vorjahr aber zweistellig reduziert und sind um -11,8 Prozent gesunken.

Gero Furchheim
Gero Furchheim (Bild: Michael Gueth)

Zum Vergleich: im Vorjahr hatte der E-Commerce-Verband einen Jahresumsatz von 90,4 Mrd. Euro brutto ermittelt. Bereits damals aber hatten sich die Online-Umsätze mit Waren auch schon reduziert, nachdem der BEVH ja in den Jahren zuvor immer Zuwächse beim Online-Warenhandel ermittelt hatte. Vor einem Jahr war der Rückgang aber mit einem Minus von -8,8 Prozent noch nicht so stark ausgefallen wie jetzt, wo der Rückgang ja bereits -11,8 Prozent beträgt.

Dass sich die Umsätze mit Waren im E-Commerce im Jahr 2023 deutlich reduziert haben, dürfte Leser von neuhandeln.de aber nicht überraschen.

Denn bereits in den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres hatten sich ja die Online-Umsätze mit Waren jeweils zweistellig reduziert. Im vierten Quartal 2023 haben sich die Warenumsätze beim Online-Handel aber nur um -7,1 Prozent verringert. Damit gibt es erstmals seit dem Frühsommer 2022 wieder ein Quartal, in dem die Umsätze nur einstellig gesunken sind. Zur Erinnerung: Letztmals gestiegen waren die Umsätze im ersten Quartal 2022. Seit dem zweiten Quartal 2022 dagegen sinken die Online-Umsätze mit Waren – also seit Krieg, hohe Energiepreise und steigende Lebenshaltungskosten die Bürger belasten.

BEVH Quartalszahlen
Seit bald zwei Jahren sinken schon die Brutto-Umsätze beim Online-Handel mit Waren (Grafik: BEVH)

Auch im vergangenen Jahr hat laut dem BEVH die geringere Ausgabenbereitschaft der Verbraucher dazu geführt, dass weniger im Internet eingekauft wurde. Umsatzrückgänge sieht der E-Commerce-Verband in allen Warengruppen, insbesondere zweistellige Einbußen beim Geschäft mit Schuhen, Bekleidung und Elektronik. Für den Verband ist das kein Zufall. „Im vergangenen Jahr wirkte sich aus, dass der Online-Handel in Warengruppen wie Bekleidung und Unterhaltungsartikel stark ist, in denen die deutschen Konsumenten besonders gespart haben“, weiß auch Gero Furchheim, Präsident des BEVH (siehe Foto).

Zur Wahrheit gehört allerdings auch: Trotz des erneuten Rückgangs liegen die Brutto-Umsätze mit Waren beim Online-Handel nach wie vor rund zehn Prozent über den Werten, die im letzten Vor-Corona-Jahr 2019 erwirtschaftet wurden. Der Vergleich ist insofern sinnvoll, weil der E-Commerce hierzulande ja in den beiden Corona-Jahren 2020 und 2021 stark von Sondereffekten profitieren konnte. Schließlich wurden Verbraucher durch pandemiebedingte Filialschließungen in den Corona-Jahren quasi zum Online-Kauf gezwungen.

BEVH Jahreszahlen
Die Online-Umsätze beim Handel mit Waren sinken 2023 bereits das zweite Jahr in Folge (Grafik: BEVH)

Für seine Studie befragt der BEVH jährlich von Januar bis Dezember insgesamt 40.000 Privatpersonen aus Deutschland ab 14 Jahren dazu, was sie ausgeben. Bei den ermittelten Zahlen handelt es sich deshalb auch um die Artikelpreise, die Verbraucher für ein Produkt bezahlen (also Brutto-Umsätze mit der Mehrwertsteuer).

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