TriStyle-Gruppe: Online-Shop von Emilia Lay jetzt offline

Bei der auf den Versandhandel mit Textilien spezialisierten TriStyle-Gruppe schreiten die Umbauten weiter voran. So ist der auf große Größen spezialisierte Online-Shop Emilia Lay nun endgültig offline, nachdem in den letzten Wochen bereits der Ausverkauf stattgefunden hatte.

Emilia Lay

Wer den Webshop besucht, wird mit Peter Hahn vertröstet (Bild: Screenshot)

Wer den Online-Shop nun besuchen will, bekommt nur noch eine Startseite ohne Artikel zu sehen (siehe Foto). Die TriStyle-Gruppe macht Shop-Besucher allerdings darauf aufmerksam, dass Interessenten die Plus-Size-Mode von Emilia Lay künftig bei dem Versandhändler Peter Hahn bekommen, der – wie auch Madeleine Mode – zur Unternehmensgruppe gehört.

Gelungen: Um Kunden einen Wechsel zu Peter Hahn schmackhaft zu machen, gibt es für alle neuen Abonnenten des Newsletters von Peter Hahn einen Einkaufsgutschein von 15 Euro.

Mit diesen Maßnahmen sollte es der TriStyle-Gruppe durchaus gelingen, etwas Kapital aus dem verbliebenen Traffic des Große-Größen-Shops zu schlagen. Damit verfährt das Unternehmen meiner Meinung nach sinnvoller als bei der letzten Schließung eines eigenen Online-Shops.

Mit Emilia Lay schließt bereits der zweite Online-Shop in drei Jahren

Zur Erinnerung: Vor rund zweieinhalb Jahren wurde bereits der Online-Shop des Herrenmode-Versenders Louis Sayn eingestampft, was die TriStyle-Gruppe damals mit einer „strategischen Neuausrichtung“ begründet hatte. Seinerzeit war der Shop auf einmal komplett offline, ohne dass andere Angebote auf der Website beworben wurden. Auf einen Hinweis auf den Online-Shop von Peter Hahn hatte man verzichtet, weil sich nach eigenen Angaben die Zielgruppen unterschieden hatten und Kunden von Louis Sayn jünger waren als die von Peter Hahn.

Prinzipiell war dieser Ansatz nachvollziehbar, weil Peter Hahn sich tatsächlich auf Best Ager als Kunden fokussiert und Louis Sayn auf jüngere Männer-Mode spezialisiert war. Es wäre aber meiner Meinung nach dennoch sinnvoller gewesen, andere TriStyle-Angebote auf der Website zu bewerben als (Bestands-)Kunden unter Umständen komplett zu verlieren. Gerade auch vor dem Hintergrund, dass sowohl Louis Sayn als Peter Hahn ja Männermode führ(t)en.

Gesamte Unternehmensgruppe soll demnächst verkauft werden

Die TriStyle-Gruppe hatte im vergangenen November angekündigt, den Geschäftsbetrieb der Emilia Lay GmbH aus “internen strategischen Erwägungen” in diesem Jahr einzustellen.

Bereits damals hieß es aber, dass man die Plus-Size-Mode der Versendermarke Emilia Lay bei Peter Hahn anbieten will, um auf die “hohe Relevanz” von großen Größen am Gesamtumsatz der Gruppe zu reagieren und Kunden von Peter Hahn ein größeres Sortiment zu bieten.

Im vorletzten Geschäftsjahr 2012/2013 (Stichtag: 30. September) wurden vom gesamten Netto-Umsatz der Gruppe in Höhe von 597 Mio. Euro übrigens gerade einmal 15 Mio. Euro über die Emilia Lay GmbH erzielt, wohingegen die weiteren Versender Peter Hahn (307 Mio. Euro), Madeleine (161 Mio. Euro) und Atelier Goldner Schnitt (114 Mio. Euro, inzwischen verkauft) auf deutlich größere Beträge kamen. Während die gesamte Gruppe außerdem um 5,3 Prozent zulegen konnte, gab es bei Emilia Lay nur ein Plus von gerade einmal einem Prozent – obwohl der Spezialversender mit 15 Mio. Euro Jahresumsatz erst auf ein geringes Umsatzniveau kam. Insofern ist das Aus für die eigenständige Tochtergesellschaft nicht überraschend.

Die gesamte TriStyle-Gruppe soll übrigens demnächst verkauft werden. Sobald sich bei dem Verkaufsprozess etwas tut, werde ich darüber zeitnah auf neuhandeln.de berichten.

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Über Stephan Randler 3041 Artikel
Stephan Randler (42) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.