„Profitables Wachstum“: Westwing reduziert seine Verluste erneut

Der auf Möbel und Accessoires spezialisierte Münchner Shopping-Club Westwing hat im vergangenen Geschäftsjahr einen Netto-Umsatz von 265,8 Mio. Euro erreicht. Das berichtet jetzt das E-Commerce-Unternehmen Rocket Internet aus Berlin, das 32 Prozent der Anteile an Westwing hält. Demnach konnte der Shopping-Club sein Geschäft im Vergleich zum Vorjahr konkret um 6,2 Prozent ausbauen.

Westwing
Westwing-Club (Bild: Screenshot)

Zum Vorjahr hat die Wachstumsdynamik damit einmal mehr abgenommen, nachdem es im vorletzten Geschäftsjahr 2016 noch ein Plus von 14,2 Prozent gegeben hatte und die Wachstumsraten zuvor noch stärker ausgefallen waren. Diese nehmen ab, seit Westwing eine neue Strategie verfolgt.

Zur Erinnerung: Seit knapp drei Jahren fokussiert sich der Shopping-Club nun schon darauf, die Profitabilität von Westwing zu verbessern. Auch im vergangenen Geschäftsjahr 2017 habe man sich daher „auf profitables Wachstum“ konzentriert, wie es offiziell in den Rocket-Unterlagen heißt.

Das bereinigte EBITDA* hat sich dann auch deutlich verbessert. So beträgt der Verlust im Geschäftsjahr 2017 nur noch -4,9 Mio. Euro, nachdem der Vergleichswert vor einem Jahr noch bei -13,8 Mio. Euro gelegen hatte. Schwarze Zahlen gibt es damit in einem Gesamtjahr zwar immer noch nicht. Nach eigenen Angaben sei aber das vierte Quartal 2017 in Bezug auf das bereinigte EBITDA erneut profitabel gewesen, nachdem man diesen Zeitraum bereits ein Jahr zuvor profitabel abschließen konnte.

Das Ergebnis verbessern konnte Westwing unter anderem, weil man nach eigenen Angaben das Marketing effektiver gestalten konnte und das Geschäft mit Eigenmarken ausgebaut hat. So bietet der Shopping-Club seit Sommer unter dem Label Westwing Basics Collection erstmals ein Sortiment an Eigenmarken an. Die Profitabilität verbessern konnte Westwing nach eigenen Angaben zudem, weil Aufgaben für den holländischen Shopping-Club in die Münchner Zentrale verlagert wurden.

Um Kunden mehr Angebot zu bieten, wurde zudem das Sortiment im öffentlich einsehbaren Online-Ableger WestwingNow erweitert, über den man in Deutschland seit Frühjahr 2015 ein dauerhaftes Sortiment anbietet – zusätzlich zu den zeitlich limitierten und wechselnden Angeboten im Shopping-Club, die nur registrierte Mitglieder einsehen können. Das WestwingNow-Modell wurde nach eigenen Angaben in der DACH-Region erfolgreich etabliert und wird daher nun international ausgeweitet.

Westwing Umsatz
Quelle: eigene Angaben in Mio. Euro; *Erläuterungen zum EBITDA siehe unten

Westwing wurde 2011 gegründet und ist in 14 Ländern aktiv. Im Angebot sind preisreduzierte Möbel, Accessoires und Textilien, die nur für einen begrenzten Zeitraum erhältlich sind oder solange Vorrat reicht. Einsehen können die Angebote nur registrierte Mitglieder. 85 Prozent des Umsatzes wird nach eigenen Angaben von Kunden generiert, die Westwing mindestens einhundert Mal im Jahr aufrufen.

*wird berechnet als ein betrieblicher Gewinn oder ein Verlust vor Abschreibungen auf Sachanlagen, Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und aktienbasierten Vergütungsaufwendungen.

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