Break-even erreicht: Westwing schließt erstes Quartal profitabel ab

Bei dem Shopping-Club Westwing steht ein Netto-Umsatz von 250,4 Mio. Euro für das vergangene Geschäftsjahr in den Büchern. Demnach konnte der Spezialist für Accessoires und Möbel sein Geschäft um 14,2 Prozent in 2016 steigern. Zum Vorjahr hat das Wachstum damit aber erneut abgenommen, da der Shopping-Club im Jahr 2015 noch um 19,6 Prozent auf 219,2 Mio. Euro zulegen konnte. Im Jahr 2014 hatte das Geschäft sogar noch um starke 66 Prozent auf damals 183,3 Mio. Euro angezogen.

Westwing Umsatz
Im vierten Quartal 2016 gab es ein positives EBITDA von 2,2 Mio. Euro vor aktienbasierten Vergütungsaufwendungen (Tabelle: Rocket Internet)

Natürlich sind hohe Zuwachsraten im E-Commerce einfacher möglich, wenn das Geschäft auf einem geringeren Umsatzniveau liegt. Bei Westwing fallen die Zuwächse aber auch geringer aus, weil man sich bereits im Geschäftsjahr 2015 darauf konzentriert hatte, die Profitabilität von Westwing zu verbessern. Stark verbessert hat sich daher auch im Geschäftsjahr 2016 das Ergebnis, wo Westwing den Verlust von zuvor -49,9 Mio. Euro auf nun -13,8 Mio. Euro deutlich reduzieren konnte (angepasstes EBITDA). Im vierten Quartal 2016 konnte Westwing zudem mit einem Gewinn von 2,2 Mio. Euro auf EBITDA-Ebene nach eigenen Angaben erstmals einen Dreimonatszeitraum profitabel abschließen.

Als Gründe für die höhere Profitabilität nennt die Konzernmutter Rocket Internet im Geschäftsbericht unter anderem Wachstum und ein „fokussierteres Marketing“. Wachsen konnte der Shopping-Club wiederum, weil man ein „inspirierendes Produktangebot“ schaffen konnte und der Online-Ableger „WestwingNow“ von den Kunden gut angenommen wird. 2016 wurde zudem die Produktpalette durch neue Marken erweitert. Laufende Prozessverbesserungen und Effizienzsteigerungen bei Logistik und Kundenbetreuung hatten sich nach eigenen Angaben dazu positiv auf die Profitabilität ausgewirkt.

Westwing wurde 2011 gegründet und ist in Europa in elf Ländern aktiv, dazu verkauft der Shopping-Club an Kunden in Brasilien, Russland und Kasachstan. Im Angebot sind preisreduzierte Möbel, Accessoires und Textilien, die nur für einen begrenzten Zeitraum erhältlich sind. Um die wechselnden Aktionen einsehen zu können, müssen sich Kunden bei dem Shopping-Club zunächst registrieren und Mitglied werden. Zusätzlich wird unter dem Namen „WestwingNow“ seit 2015 ein dauerhaftes Sortiment an Produkten zu Normalpreisen angeboten, das auch ohne eine Club-Mitgliedschaft einsehbar ist.

An Westwing hält die E-Commerce-Firma Rocket Internet einen Anteil von 31,8 Prozent. Beteiligt sind die Berliner zudem an dem Möbel-Versender Home24 (Anteil: 42,9 Prozent). Auch hier hat sich im Jahr 2016 das Wachstum deutlich verringert, während die Verluste parallel spürbar reduziert wurden.

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Über Stephan Randler 2101 Artikel
Stephan Randler (39) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit Texten, Moderationen und Vorträgen. mehr