„Produktvermietung ein Nischenmarkt“: Otto beerdigt Miet-Shop „Otto Now“

Der Miet-Shop Otto Now ist E-Commerce-Geschichte. Denn ab sofort können Kunden keine Produkte mehr ausleihen bei dem Online-Beiboot von Otto, das vor vier Jahren gestartet worden war. Zu sehen gibt es auf dem Online-Portal jetzt nur noch eine leere Startseite, Artikel werden nicht mehr beworben.

OttoNow offline
OttoNow.de ist offline (Bild: Screenshot)

„Die Produktvermietung ist in Deutschland nach wie vor ein Nischenmarkt“, argumentiert Marc Opelt, der als Bereichsvorstand bei Otto das Marketing verantwortet. „Konsumenten bevorzugen meist den Kauf eines Produktes.“

Mit der Miet-Plattform OttoNow.de dagegen adressiert Otto eine Nische. Aus diesem Grund wollen sich die Hanseaten nun wieder auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Und das ist nun Mal der Verkauf von Produkten über den Online-Shop Otto.de, der zudem ja zu einer Plattform ausgebaut und zunehmend als Online-Marktplatz für andere Händler positioniert wird.

Bei OttoNow.de konnten Verbraucher online Produkte mieten, anstatt sie klassisch zu kaufen. Artikel ließen sich über verschiedene Zeiträume wie drei, sechs, zwölf oder 24 Monate mieten. Zugeschnitten war das Portal auf Konsumenten, die Produkte nur für einen bestimmten Zeitraum brauchten oder von neuen Gadgets zeitnah immer das aktuellste Modell besitzen wollten. Neben Technik und Multimedia waren unter anderem Haushalts- und Sportartikel wie Waschmaschinen, E-Bikes und Möbel zu haben.

Miet-Shop „Tchibo Share“ wurde auch erst eingestellt

In diesen Tagen hatte erst Tchibo sein Miet-Portal Tchibo-Share.de beendet, über das Kunden einmal Kinderbekleidung leihen konnten. Auch hier erfolgte das Shop-Aus, weil man keine kritische Masse an Kunden erreichen konnte. Leser von neuhandeln.de dürfte das nicht überraschen. Denn im Podcast hatten wir bereits vor Jahren analysiert, dass Miet-Modelle im E-Commerce nur die Nische erreichen:

Kunden von „Otto Now“ mit bestehenden Verträgen sollen ihr Miet-Produkt wie gewohnt weiter nutzen können. Für die 15 Mitarbeiter von OttoNow.de sucht Otto neue Beschäftigungen im Unternehmen.

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Über Stephan Randler 2699 Artikel
Stephan Randler (41) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.

2 Kommentare

  1. Naja,

    das ist so ja nicht ganz korrekt.

    Meine Holde hat zb vor nem guten Jahr mehrfach vergeblich versucht über Otto Now nen E-Scooter zu mieten, da wir wussten dass wir den nur ein paar Monate brauchen würden.

    Da war Otto Now unfähig die offenbar grosse Nachfrage zu befriedigen, Kundenservice auf Rückfragen war auch grottig. Endete darin, dass sie auf Ebay bei Saturn gekauft und ein paar Monate wieder verkauft hat.

    Insofern – da hat man es wohl eher nicht geschafft die richtigen Trendgeräte/produkte zu finden.

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