Testphase beendet: So funktioniert der Online-Marktplatz von Home24

Im Frühjahr hatte Home24 angekündigt, seinen deutschen Online-Shop um einen Marktplatz zu erweitern. Denn mit Produkten von externen Handelspartnern will der Möbel-Versender zügig Lücken im Sortiment schließen und sein Angebot ausbauen, ohne dafür zusätzliche Lagerbestände aufzubauen. Nach einer Testphase ist der Online-Marktplatz nun live. Grund genug, das Angebot einmal unter die Lupe zu nehmen.

Marc Appelhoff
CEO Marc Appelhoff (Bild: Home24 SE)

Prinzipiell gilt: Handelspartner auf dem neuen Online-Marktplatz sind selbst verantwortlich für Logistik, Service und die Rechnungsabwicklung. Dafür stellt Home24 eine Online-Plattform, über die andere Händler verkaufen können.

Partner ködert Home24 damit, dass sie über die Plattform Home24.de viele Internetnutzer erreichen, die Interesse an Produkten rund um Home & Living haben. Wer diese Zielgruppe erreichen will, muss sich für den Handel aber zunächst bewerben und freischalten lassen. Denn Home24 betreibt einen kuratierten Marktplatz, auf dem nur ausgewählte Anbieter verkaufen.

Gesucht werden prinzipiell Partner, deren Angebot das Sortiment von Home24.de sinnvoll ergänzt – also Anbieter von Artikeln rund um Möbel, Haushalt, Garten, Accessoires und Wohntextilien. Partner müssen zusätzlich verschiedene organisatorische Kriterien erfüllen, um bei Home24.de gelistet zu werden. Eine wichtige Voraussetzung für den deutschen Marktplatz ist zum Beispiel, dass auch ein Kundenservice auf Deutsch angeboten wird. „Wir legen großen Wert auf die Zuverlässigkeit, Qualität und Expertise unserer Marktplatz-Händler“, betont Marc Appelhoff (siehe Foto), Chief Executive Officer (CEO) von Home24.

Kuratierter Marktplatz mit ausgewählten Partnern

Kein Wunder. Schließlich fällt es auf Home24 zurück, wenn die Partner schlechten Service bieten. Wer ins Portfolio aufgenommen wird, zahlt eine monatliche Gebühr von 39 Euro. Diese wird neuen Händlern in den ersten drei Monaten erlassen. Dazu wird eine Provision von 15 Prozent fällig, wenn ein Artikel verkauft wird. Händler können auf jedes Produkt ein Angebot schalten, es wird aber immer nur ein Angebot ausgespielt – das preiswerteste. Daher wird jeder Artikel online bei Home24.de immer nur einmal für Kunden angeboten.

Auf dem Portal selbst sehen Kunden immer direkt, wer welchen Artikel anbietet. So ist auf Artikelseiten nun vermerkt, durch welchen Händler denn der jeweilige Artikel verkauft und verschickt wird. Diese Angabe verlinkt auf ein Verkäufer-Profil. Hier finden Kunden unter anderem Kontaktdaten, eine Kurzbeschreibung sowie den Hinweis, dass es sich beim Anbieter um einen durch Home24 „geprüften Verkäufer“ handelt.

Home24 Warenkorb
Warenkorb bei Home24.de mit drei Artikeln von drei Anbietern (Bild: Screenshot)

Diese können übrigens selbst entscheiden, ob sie nun Versandkosten berechnen oder das Porto für die Kunden übernehmen. Wer daher mehrere Produkte bestellt und diese dabei von verschiedenen Anbietern bezieht, bezahlt bei einer Bestellung unter Umständen also mehrmals Versandkosten. Bei einem Test hatte ich drei Artikel von drei Verkäufern bestellt, die an drei Terminen eintreffen sollen (siehe Screenshot oben).

Zum Start gibt es bei Home24.de bereits 100.000 neue Produkte von rund 100 Dritthändlern. Das ist schon eine Hausnummer. Zum Vergleich: Home24 vertreibt selbst nach eigenen Angaben momentan rund 150.000 Artikel. Damit stammt aktuell also schon jedes dritte Produkt von einem externen Anbieter. Der Marktplatz soll zudem ausgebaut werden. Dazu ist obendrein geplant, den Online-Marktplatz im laufenden Jahr in weiteren europäischen Ländern anzubieten, in denen Home24 aktiv ist. Denn in Europa verkauft Home24 auch noch an Verbraucher in Österreich und der Schweiz sowie an Kunden in Holland, Belgien, Frankreich und Italien.

Beim neuen Online-Marktplatz von Home24 schließen Kunden den Vertrag direkt mit dem Partner, wenn sie einen Artikel eines externen Anbieters bestellen. Das ist der Unterschied zur bisherigen Vorgehensweise. Denn Produkte von Dritten gibt es schon länger bei Home24. Bislang hatte aber Home24 die Distribution übernommen und den Vertrag mit dem Kunden geschlossen. Wenn Home24 nun selbst verkauft, wird das ebenfalls vermerkt. Dann steht bei Artikeln nämlich, dass Verkauf und Versand durch Home24 erfolgen.

Das gilt auch bei Produkten von Butlers. Denn seit der Übernahme ist Butlers ja eine Eigenmarke von Home24. Der Kaufvertrag entsteht also mit Home24, wenn Kunden die Accessoires von Butlers kaufen.

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Über Stephan Randler 3113 Artikel
Stephan Randler (42) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.