Geschäftsjahr 2022: Bike24 und Hawesko nennen vorläufige Zahlen

Vor kurzem haben ja bereits der Interior-Spezialist Westwing und der Online-Optiker Mister Spex vorläufige Zahlen zum vergangenen Geschäftsjahr 2022 veröffentlicht. Nun liefern die nächsten Online-Händler erste Daten dazu, wie die abgeschlossene Berichtsperiode verlaufen ist. So kommt der Spezial-Versender Bike24 nach vorläufigen Berechnungen jetzt auf einen Netto-Umsatz von 262 Mio. Euro im Jahr 2022. Zum Vorjahr entspricht das einem Wachstum von 4,5 Prozent, wie der Fahrrad-Spezialist mitteilt (2021: 250,2 Mio. Euro).

Bike24
Management-Team von Bike24 (Bild: Bike24)

Im Jahr 2021 konnte Bike24 aber noch um satte 25,6 Prozent zulegen, weil sich unter anderem die Fahrrad-Branche im Aufwand befand und Verbraucher zu Corona-Zeiten mehr Käufe im Internet getätigt hatten. 2022 dagegen fällt der Zuwachs deutlich moderater aus. Dennoch liegt das Plus jetzt am oberen Ende der Prognose von -5 bis +5 Prozent, die im Sommer 2022 ausgegeben wurde.

Im Frühjahr 2022 hatte Bike24 zwar noch ein Plus von zehn bis 17 Prozent erwartet. Nach eigenen Angaben ließ sich damals aber nicht final einschätzen, wie sich der Krieg in der Ukraine und die steigende Inflation auswirken werden.

Im Jahresverlauf hatte dann aber Bike24 bemerkt, wie die geopolitischen Spannungen und Unsicherheiten negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben. Wegen einer eingetrübten Konsumstimmung wurde daraufhin die Prognose für 2022 noch einmal angepasst. Seitdem erwartet Bike24 beim Ergebnis nur eine bereinigte EBITDA-Marge von drei bis sechs Prozent, während man zuvor einen Wert von neun bis zehn Prozent angepeilt hatte. Nach den vorläufigen Zahlen liegt die bereinigte EBITDA-Marge nun am unteren Ende des Prognosekorridors von drei bis sechs Prozent. Das erklärt Bike24 mit „starken Rabattaktionen“.

Hawesko-Gruppe unter Vorjahresniveau

Die vollständigen Ergebnisse des Geschäftsjahres 2022 werden am 30. März 2023 veröffentlicht. Knapp einen Monat später gibt es dann von der Hawesko-Gruppe den Geschäftsbericht für das Jahr 2022. Hier kommt der Wein-Spezialist aus Hamburg nach vorläufigen und ungeprüften Zahlen jetzt auf einen Netto-Umsatz von rund 671 Mio. Euro und ein operatives Ergebnis von rund 39 Mio. Euro. Zur Erinnerung: 2021 konnte der Konzern einen Netto-Umsatz von 680,5 Mio. Euro erreichen und ein EBIT von 53,1 Mio. Euro.

Nach den vorläufigen Zahlen liegt der Umsatz der Hawesko-Gruppe im Geschäftsjahr 2022 damit unter dem Vorjahresniveau. Das kommt für den Handelskonzern aber nicht überraschend. Schließlich hatte in den zwei Corona-Jahren zuvor das Geschäft mit Privatkunden im E-Commerce stark angezogen, weil sich durch die Schließungen in der Gastronomie viel Weinkonsum in die privaten Haushalte verlagert hatte. Dieser Weinkonsum zu Hause hat laut der Hawesko-Gruppe in dem vergangenen Geschäftsjahr 2022 aber wieder nachgelassen. Deswegen sind beim E-Commerce und in dem stationären Einzelhandel die Umsätze nun um zehn bzw. vier Prozent gesunken. Im Gegenzug hat das B2B-Geschäft insgesamt um 16 Prozent zugelegt.

„Auch in der Krise im Markt behaupten“

„2022 war mit Inflation und Energiekrise kein einfaches Jahr für uns“, verdeutlicht Vorstandschef Thorsten Hermelink. „Die Hawesko-Gruppe konnte sich aber mit ihrem diversifiziertem Geschäftsmodell nach zwei Boomjahren auch in der Krise im Markt behaupten.“ Dennoch belasten inflationsbedingte Sonderkosten das operative Ergebnis. So wären die Kosten für Glas, Transport, Energie sowie Papier „massiv“ angestiegen.

Der Hawesko-Konzern bedient Kunden über den stationären Einzelhandel (Marken: Jacques‘ Weindepot und Wein & Co) und ist im Großhandel tätig. Über den Versandhandel verkauft die Gruppe auch noch über verschiedene Online-Händler wie die Kernmarke Hawesko oder den Spanienwein-Spezialisten Vinos. Im vorletzten Geschäftsjahr wurde am meisten Umsatz über den Distanzhandel erzielt. Die vorläufigen Zahlen bestätigen die Erwartungen für 2022. Hier hatte Hawesko im Vorfeld mit einem Netto-Umsatz zwischen 640 Mio. und 674 Mio. Euro gerechnet sowie mit einem operativen Ergebnis zwischen 38 Mio. und 47 Mio. Euro.

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