Hawesko: „Corona-Pandemie verlagert Weinkonsum in private Haushalte“

Die Hawesko-Gruppe kommt bisher gut durch die Corona-Krise. Denn nach vorläufigen Berechnungen wird der Konzern den Netto-Umsatz im ersten Halbjahr 2020 voraussichtlich um 8,5 Prozent auf 277,6 Mio. Euro erhöhen (H1/2019: 255,8 Mio. Euro). Das operative Ergebnis (EBIT) steigt außerdem parallel nach vorläufigen Berechnungen um etwa 50 Prozent auf rund 13,1 Mio. Euro (zuvor: 8,8 Mio. Euro).

Thorsten Hermelink
Thorsten Hermelink (Bild: Hawesko)

Interessant ist das nicht zuletzt, weil der Wein-Spezialist über seine B2B-Sparte ja Business-Kunden aus Gastronomie und Hotellerie bedient – also eine Kundengruppe, die bislang besonders unter Corona-Auflagen leidet.

„Im B2B-Segment haben wir aufgrund der Corona-Maßnahmen sehr zu kämpfen“, bedauert deshalb auch Thorsten Hermelink (siehe Foto links), Vorstandsvorsitzender der Hawesko-Gruppe. „Insgesamt profitieren wir in Zeiten wie diesen aber von unserer diversifizierten Aufstellung.“ Und hier liefert vor allem das Geschäft im E-Commerce nun Grund zur Freude.

Denn im ersten Halbjahr 2020 profitiert die Gruppe nach eigenen Angaben gleich von einem „enormen Umsatz- und Ergebniswachstum“ beim Online-Handel, wo der Konzern mit mehreren Vertriebsmarken aktiv ist. Zudem sei auch das Geschäft im stationären Einzelhandel für den Konzern „stark“ verlaufen.

Die Begründung ist dabei so einleuchtend wie simpel: „Die Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie und die Schließungen der Gastronomie haben den Weinkonsum in die privaten Haushalte verlagert“, erklärt die Gruppe. So hätten die positiven Entwicklungen beim Geschäft mit Endkunden den Umsatzeinbruch durch Gastro- und Hotelschließungen „deutlich überkompensiert“.

März 2020: „Bevorratungskäufe“ vor Ort und „Schub“ für Vinos

Bereits im ersten Quartal 2020 konnte die Hawesko-Gruppe von ihrer diversifizierten Aufstellung im Weinmarkt profitieren und den Netto-Umsatz – trotz Lockdown im März – um 3,4 Prozent auf 123,8 Mio. Euro steigern (Q1/2019: 119,7 Mio. Euro). Das EBIT erhöhte sich leicht von 3,8 Mio. Euro auf 3,9 Mio. Euro. Je nach Konzern-Sparte verlief das Geschäft der Gruppe allerdings sehr unterschiedlich.

Beim B2B-Handel etwa gab es im März bereits „deutliche Umsatzrückgänge“ durch Schließungen im Hotel- und Gastgewerbe. Im stationären Einzelhandel dagegen war der Netto-Umsatz um 4,3 Prozent auf 45,6 Mio. Euro gestiegen, wobei das Geschäft auch durch „Bevorratungskäufe“ im März befeuert wurde. Der Online-Handel konnte sogar um 5,6 Prozent auf 41,3 Mio. Euro zulegen. Für die Kernmarke „Hawesko“ gab es viele Neukunden, für die Vertriebsmarke „Vinos“ einen „Schub“ ab Mitte März. Weil sich der Konsum nach Hause verlagert und Online-Weinkanäle boomen in der Corona-Pandemie.

Der Hawesko-Konzern bedient Kunden über den stationären Einzelhandel (Jacques‘ und Wein & Co) und ist im Großhandel tätig. Über den Versandhandel verkauft die Gruppe zudem noch über verschiedene Online-Händler wie die Kernmarke Hawesko sowie Carl Tesdorpf, Wein & Vinos und Wine Company.

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Über Stephan Randler 2531 Artikel
Stephan Randler (41) ist Autor und Herausgeber von neuhandeln.de - einem Online-Magazin für Entscheider im E-Commerce. Zuvor war er Chefredakteur vom "Versandhausberater". Als Fachjournalist begleitet er die E-Commerce-Branche bereits seit 2004 - mit seinen Texten, Moderationen und Vorträgen.

1 Kommentar zu Hawesko: „Corona-Pandemie verlagert Weinkonsum in private Haushalte“

  1. Seit heute liegen auch die testierten Zahlen vor. Demnach gilt wie vorab vermeldet:

    „Im Halbjahreszeitraum konnte der Konzernumsatz um 8,5 % gesteigert werden. Das EBIT stieg um 49 % auf € 13,1 Mio. Das Segment E-Commerce konnte den Umsatz mit einem Plus von 25,4 % steigern und legte auf € 103,3 Mio. zu. Das Wachstum wurde in erster Linie durch das erhöhte Bestellungsaufkommen generiert.“

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